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Kulturverein

Wolf Butter liest Erich Kästner

Literarisch-musikalisches Programm in der Rodinger Fronfeste am 11. Oktober mit heiteren, ernsten, politischen und erotischen Texten aus Kästners Repertoire

Wolf Butter liest am Freitag, 11. Oktober, in der Rodinger Fronfeste aus Werken von Erich Kästner.

Roding.„Wo ein Kopf ist, ist meistens auch ein Brett“ – unter diesem Sinnspruch präsentiert Wolf Butter am Freitag, 11. Oktober, um 19.30 Uhr sein Erich-Kästner-Programm im Kulturhaus Fronfeste in Roding. Nach dem erfolgreichen Wilhelm-Busch-Abend vor einem Jahr tritt Wolf Butter erneut mit einem literarisch-musikalischen Programm in Roding auf.

Wenn von Erich Kästner die Rede ist, fallen einem sofort Titel bekannter Kinderromane ein. „Pünktchen und Anton“, „Emil und die Detektive“ und „Das fliegende Klassenzimmer“ stammen aus der Feder des 1899 in Dresden geborenen Schriftstellers und Drehbuchautors.

Doch Kästner hatte auch eine zeitkritische, derbe und zuweilen zynische künstlerische Ader. Davon zeugen ungezählte, zumeist kurze Gedichte. Wolf Butter konzentriert sich in seinem Programm „Wo ein Kopf ist, ist meistens auch ein Brett“ auf genau diese weniger bekannte Seite des Humoristen.

Butter – Komponist, Dozent, Musiker, Regisseur und Schauspieler – präsentiert seinem Publikum heitere, ernste, politische und erotische Texte aus Kästners reichem Repertoire. Auf große Mimik verzichtet er; allein die tiefe Bassstimme, die der Professor nuanciert einsetzt, reicht aus, um Kästners Botschaften zu transportieren, gekonnt die Pointen zu setzen und seine Zuhörer zum Nachdenken zu bringen.

Kästner, ein hochbegabter Schüler, gab seine Ausbildung zum Volksschullehrer kurz vor dem Ende auf, studierte stattdessen Geschichte und Philosophie und arbeitete später u. a. als Journalist und Theaterkritiker. „Ich gehe durch die Gärten der Gefühle, die tot sind, und bepflanze sie mit Witzen“, schrieb er über sich. Die Berliner Kabarettszene bot ihm die Bühne, anderen den Spiegel vorzuhalten.

Butters Versauswahl entführt die Zuhörer in Balllokale, auf Maskenbälle, in Striptease-Bars und einsame Hotelzimmer, deren Bewohner sich freizügigen Fantasien hingeben. Im „Ball im Osten“ heißt es: „Nach der Tour schleppt sie dich gar, auf ein Sofa, an die Bar. Ach, die Frau ist schlecht vergittert, und du siehst, womit sie zittert. Ungewollt blickst du ihr tief – bis in ihr Geheimarchiv.“ Butter, der mal laut, mal leise – wahlweise hochdeutsch, berlinerisch oder sächsisch – rezitiert, setzt mit Kästners „Sogenannte Klassefrauen“ noch einen drauf. Nachdenklich stimmt das Gedicht „Kleines Solo“ kam: „Einsam bist du sehr alleine - und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.“

Die Besucher können sich auf einen sicher kurzweiligen Abend mit Wolf Butter freuen. Der Eintritt kostet zehn Euro (Mitglieder acht Euro) an der Abendkasse.

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