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Stichwahl

Wolfgang Kürzinger im A-bis-Z-Interview

Bürgermeister-Kandidaten-Befragung mal anders: Waldmünchens Freie-Wähler-Kandidat stellt sich unseren Schlagworten.
Von Petra Schoplocher

Die Anhöhe in Moosdorf, ganz in der Nähe des Marterls, hat sich Wolfgang Kürzinger als Kulisse ausgesucht. Im Hintergrund ist sein Hof zu sehen und – Waldmünchen. Foto: Schoplocher
Die Anhöhe in Moosdorf, ganz in der Nähe des Marterls, hat sich Wolfgang Kürzinger als Kulisse ausgesucht. Im Hintergrund ist sein Hof zu sehen und – Waldmünchen. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Am kommenden Sonntag will Waldmünchens amtierender Bürgermeister Markus Ackermann (CSU) sein Amt gegen Herausforderer Wolfgang Kürzinger (Freie Wähler) verteidigen. Wir wollen Amtsinhaber wie Herausforderer auf den Zahn fühlen. Diesmal ist Wolfgang Kürzinger im A-bis-Z-Interview.

  • Anbindung: Straßenanbindung ist mit der Umgehungsstraße einigermaßen gegeben. ÖPNV: Wir haben noch einen Zug, es lohnt sich, darum zu kämpfen, das habe ich erlebt. Verbesserungsbedarf im Bereich Ruftaxi /Rufbus noch notwendig .
  • Buch: Ein spezielles Lieblingsbuch habe ich nicht. In meiner Jugend habe ich Goethe, Schiller und mehr gelesen. Mittlerweile lese ich viel rechtliche Dinge, Kommentare und Fachzeitschriften.

Aufreger

SPD-Mann Hendl ergreift Partei

Waldmünchens Dritter Bürgermeister taucht in CSU-Anzeige auf. „Ein Freundschaftsdienst“, sagt er. Andere wittern Absprachen.

  • CSU: Ist in Bayern stark verbreitet. Ich bin kein parteipolitisch denkender Mensch. In unserer kommunalen Verantwortung wird das auch ohne Parteibuch funktionieren. Man blicke auf Max Schmaderer.
  • Dritter Bürgermeister: Dieses Amt kann man nicht isoliert betrachten, sondern in der Gesamtheit vom Ersten bis zum Dritten. Ich bin der Meinung, dass möglichst alle Gruppierungen vertreten sein sollen. Es sollte der Wählerwille berücksichtigt sein, auch, wenn es rechtlich anders klar geregelt ist.
  • Ehrenamt: Darin bin ich groß geworden. Das ist die Keimzelle unserer Gesellschaft und für das Gemeinwohl unabdingbar. Es macht mir viel Freude, die Begeisterung und den Erfolg hier zu sehen.
  • Freie Wähler: Da fühle ich mich sauwohl. Unkompliziert, sachorientiert, gute Verbindungen zu Hubert Aiwanger und vor allem: der Mensch steht im Mittelpunkt. Aktuell sind wir in Waldmünchen eine sehr engagierte Truppe. Das macht richtig Freude.
  • Glück: Was sehr Schönes, das man sich Gott sei Dank nicht kaufen kann. Wird man im Leben immer brauchen. Für mich bedeutet das in erster Linie auch, möglichst gesund zu sein, arbeiten zu können und auch zu dürfen.

Kommunalpolitik

„Hendl hat der SPD den Kampf angesagt“

Die Genossen in Waldmünchen reagieren bestürzt auf ihren 3. Bürgermeister. Josef Aumann springt Wolfgang Kürzinger zur Seite.

  • Humor: Spielt in meinem Leben eine wichtige Rolle. Man muss lachen, das reinigt die Seele und motiviert für neue Aufgaben. Man darf den Humor niemals verlieren. Das ist derzeit sicher schwierig, aber er hilft, Dinge zu überstehen.
  • Internet: Segen und Fluch zugleich. Aktuell hilft es, zu kommunizieren und auch arbeiten zu können. Die Herausforderung ist, die Leistungsfähigkeit auf dem Land auszubauen. Das müssen wir hinkriegen. Der eingeschlagene Weg ist der richtige.
  • Kinderarzt: Braucht die Region. Wir müssen überlegen, wie dies gelingen kann. Das ist ein Thema, welches schon lange auf den Nägeln brennt. Die Argumentation einer Kassenärztlichen Vereinigung ist in Frage zu stellen.
  • Lieblingsplatz: Den einen gibt es nicht. Zum Jugendhaus habe ich eine besondere Beziehung. Da hat sich mein Leben grundlegend verändert. Sonst sind es Plätze in der Natur, wie der Platz am Moosdorfer Marterl.
  • Mauerblümchen: Der Begriff ist negativ besetzt. Aber auch Mauerblümchen tragen zur Artenvielfalt bei. Auch in der Gesellschaft ist es so, dass Vielfalt zum Erfolg beiträgt.

Zur Person

  • Wer:

    Wolfgang Kürzinger, 48 Jahre, verheiratet, vier Kinder. Beruf Diplom-Verwaltungswirt(FH)

  • Wo:

    Wohnort ist Prosdorf, das politische Zuhause sind seit 18 Jahren die Freien Wähler (FW).

  • Was:

    Ämter und Funktionen: Stadtrat, ab Mai Kreisrat, Vize-Vorsitzender der FW Waldmünchen, Beisitzer im Kreisverband, Vorsitzender Feuerwehr Prosdorf, Obmann im Bauernverband und Schriftführer Jagdgenossenschaft

  • Wichtigstes Ziel nach der Wahl?

    Bewältigung Krise, Leerstandsmanagement einführen, Leerstände bearbeiten

  • Warum sollen wir Sie wählen?

    Viel Erfahrung in der Verwaltung, v.a. auch im Umgang mit Menschen und als Unternehmer, damit vielseitig, flexibel, bodenständig

  • Welche Partei außer der Ihren ist Ihnen am sympathischsten?

    Die SPD, weil für eine funktionierende Gesellschaft Solidarität und Menschlichkeit notwendig sind.

  • Welche Partei geht gar nicht?

    Jegliches Gedankengut an den extrem linken und rechten Rändern. Beides schadet und widerspricht dem Prinzip der Freiheit und dem sozialen Ausgleich.

  • Niederlage: Da denke ich im Moment nicht dran. Das Ziel ist, die Stichwahl zu gewinnen, sonst hätte ich ja gar nicht antreten brauchen. So wie die Bürger entscheiden, werde ich es akzeptieren.
  • Ortskern: Das ist die Visitenkarte eines Ortes. Für mich ist es mit das zentralste Anliegen bei den Leerständen was zu bewegen. Gerade nach dieser Krise haben kleine Strukturen wieder eine Chance. Das müssen wir voranbringen.
  • Perlsee: Ein Markenzeichen Waldmünchens, spielt für den Tourismus eine zentrale Rolle . Man muss das ganze Areal im Fokus haben und eine gemeinsame Lösung mit allen Eigentümern anstreben.
  • Rückhalt: Den braucht jeder Mensch. Es heißt ja „Hinter einem starken Mann steht eine starke Frau.“ Auch in der Politik ist das notwendig. Ich verspüre starken Rückhalt in der Familie, in der Bevölkerung und in unseren Gruppierungen.
  • Stärke: Braucht’s, um etwas voranzubringen. Gemeinsam sind wir stark. Das wird die Marschrichtung ab Mai sein. Das wird auch helfen, die aktuellen Herausforderungen zu stemmen.

Kommunalwahl

Patt-Situation im Waldmünchner Stadtrat

Trotz Verlusten bei CSU und WWL hält die Listenverbindung zehn Sitze. Teils mischten die Wähler ordentlich durch.

  • Transparenz: Vielzitiertes Wort in letzter Zeit. Einfach versuchen, Menschen mit ins Boot zu holen, ehrlich bleiben, diskutieren mit gleichem Kenntnisstand. Dann werden wir viel davon erreicht haben. Ich bin fest überzeugt, dass wir dann noch mehr vorwärtsbringen.
  • Umtrunk: Was sehr Schönes, wenn’s passt und am schönsten, wenn’s spontan entsteht. Das kommt bei uns im Dorf ab und an vor. Es fördert die Gemeinschaft, wir sollten es öfter tun. Aktuell muss das leider ausfallen.
  • Vorbild: Meine Eltern. Die haben uns vier Kindern so viel mitgegeben, ein „klassisches“ Vorbild habe ich nicht. Für mich sind es Menschen mit Haltung, wie mein Opa, der mir immer gesagt hat: „Du bist auch für das verantwortlich, was du nicht tust, wenn du es könntest.“
  • Wahlkampffazit: Es hat Freude gemacht. Unsere Gruppierungen sind zu einem super Team zusammengewachsen. Zuletzt habe ich manches sehr persönlich empfunden. Das halte ich aus.
  • Zutrauen: Das wächst im Leben. Ich habe es durch das Meistern vieler Herausforderungen mehr und mehr bekommen. Die Menschen bei uns dürfen sich ruhig mehr zutrauen, weil sie es können.

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