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Entscheidung

Wolfgang Stähr legt alle seine Ämter nieder

Enttäuschter Vorsitzender des Schäferhundevereins Walderbach steht für Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung.
Ulrike Niklas

Wolfgang Stähr (hier mit Pepper) teilt seine Beweggründe für den Rücktritt mit.  Foto: Niklas
Wolfgang Stähr (hier mit Pepper) teilt seine Beweggründe für den Rücktritt mit. Foto: Niklas

Walderbach.Es war ein großer Schritt für Wolfgang Stähr, bisher Vorsitzender des Schäferhundevereins Walderbach. Bereits am 1. November 2019 teilte er seine Entscheidung einem in einer Vorstandsversammlung mit und bekräftigte sein Vorhaben in derselben Runde am 15. November. In der Jahresversammlung am Dreikönigstag stand somit fest, dass er nicht mehr als Vorsitzender zur Verfügung stand und auch kein weiteres Amt annehmen werde. Dies, obwohl er mit seinem Hund „Pepper vom grauen Banditen“ das erfolgreichste Team 2019 war (Vereinsmeister).

Stähr gab insoweit folgende Erklärung ab: „Die Erkenntnis, dass mir die Möglichkeit, das nötige Interesse und die notwendige Begeisterung bei unseren Mitgliedern zu wecken, abhandengekommen ist, ist der Hauptgrund.“ Es habe auch damit zu tun, dass sich nach sechs Jahren Amtszeit eine gewisse Routine des Vereinslebens einstellte. Ein Gefühl der Isolation habe sich bei ihm breitgemacht. Man könne sich noch so engagieren – wenn man die Mitglieder nicht mehr erreiche, nütze alles nichts.

Geringe Beteiligungen

Um gute Vereinsarbeit zu leisten, sei eine positive Grundeinstellung unverzichtbar, diese sei ihm, Stähr, in den vergangenen zwei Jahren etwas verloren gegangen. „Seit den geringen Beteiligungen der Mitglieder bei Versammlungen betrachte ich unser Vereinsgeschehen und mein weiteres Engagement aus einem deutlich anderen Blickfeld als vorher“, so Stähr. Nur so konnte er Kraft und Motivation schöpfen, um sich zu engagieren. Seine Arbeit im Verein sei nie Selbstzweck, sondern stets zielgerichtet auf ein gutes Gelingen des Vereinslebens.

Stähr weiter: „Für mich war es zuletzt oft sehr schwierig, mich immer wieder neu zu motivieren, um mich mit großem Einsatz für etwas einzusetzen, was viele Leute offensichtlich nicht mehr zu interessieren schien.“ Dabei liege ihm persönliches Streben nach Anerkennung fern.

Nach intensiven Überlegungen kam Stähr zum Entschluss, seine Tätigkeit als Vereinsvorsitzender, Ausbildungswart, Hüttenwart, Gerätewart und Verantwortlicher der Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr weiterzuführen: „Ich habe den starken Eindruck, dass sich ein mir irrational erscheinendes Meinungsbild in unserem Verein zu verfestigen scheint.“ Es könne keinesfalls so sein, dass ein Vereinsvorstand allein für das Funktionieren des Vereins zuständig sei.

Kern seiner Bemühungen sei gewesen, eine gut funktionierende Ortsgruppe mit guten Perspektiven zu etablieren. „Leider ist mir das seit Bildung einer Käufergemeinschaft nur noch sehr begrenzt gelungen,“ so Stähr. Er bedauert, dass man heute von einem gut funktionierenden Verein weit entfernt und da angekommen sei, wo vor sechs Jahren der Zug schon einmal zum Stehen kam und keiner die „Lok“ seit wollte, den Zug wieder zum Rollen zu bringen. Dem zurückgetretenen Vorsitzenden fehle die Kraft, die Motivation und sicher auch oft das nötige Gespür dafür, die Entwicklung wieder zum Besseren zu wenden.

Ein Recht auf Erneuerung

Die Mitglieder hätten ein Recht auf Veränderung und Erneuerung, jetzt sei weniger wichtig, was sich verändere, sondern hauptsächlich, dass sich etwas verändere. Der nötige Spielraum für Veränderungen sei durch sein Festhalten an vielleicht althergebrachten Zielen wie die Förderung eines attraktiven, modernen und aktiven Hundesportvereins nicht mehr gegeben. Mehr als deutlich ist es aber Stähr heute bewusst, dass nicht mehr er allein es sein kann und will, Entscheidungen zu treffen, diese müssten von einem Führungsteam geprägt werden. Stähr dankt allen, die den Verein positiv mitprägten und zahlreiche Vorhaben und Veranstaltungen unterstützten, und jenen, die sich in der Vorstandschaft für die wirklichen Interessen des Vereins einsetzten und nicht den Weg des geringsten Widerstands gingen. (run)

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