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Ausstellung

Wunderbare Welten in Farbe

Tanja Raith ist als Sängerin und Songschreiberin bekannt – nun zeigt sie ihr ganz besonderes Talent als bildende Künstlerin.
von Elisabeth Angenvoort

„Musik und Kunst müssen die Seele zum Schwingen bringen“: das Künstlerpaar Tanja Raith und Andi Blaimer Foto: Elisabeth Angenvoort
„Musik und Kunst müssen die Seele zum Schwingen bringen“: das Künstlerpaar Tanja Raith und Andi Blaimer Foto: Elisabeth Angenvoort

Roding.Erfrischend farbenfroh, voller Fantasie und spürbarer Energie wie die Künstlerin selbst sind ihre Bilder: Tanja Raith gewährt derzeit in der Fronfeste Roding sozusagen Einblicke in ihr Wohnzimmer, oder, wie ihr Mann Andi Blaimer es formulierte: „Das ist sozusagen unser Wohnzimmer in der Ausstellung!“

Zur Vernissage am Donnerstagabend hatte der Kunst- und Kulturverein Roding e.V. geladen, und viele waren gekommen. Vorsitzende Elisabeth Ertl begrüßte insbesondere den Rodinger Bürgermeister Franz Reichold, Musiker Hans-Jürgen Buchner (Haindling), Künstlerin Gloria Gray aus Zwiesel sowie zahlreiche „Künstlerfreunde von nah und fern“. Tanja Raiths Kreativität, sagte Ertl, kenne keine Grenzen; die Strahlkraft ihrer Bilder sei immens. „Wir sollten diese farbenfrohen Bilder einfach wirken lassen“, brachte es Reichold auf den Punkt.

Lebensbejahend und sensibel

„Tod nimmt Gestalt an“ Foto: Elisabeth Angenvoort
„Tod nimmt Gestalt an“ Foto: Elisabeth Angenvoort

Zuvor allerdings führte Andi Blaimer in seiner Laudatio die Gäste verbal auf einige Irrwege, stellte die Kunst als solche infrage und die des Malens im besonderen: sei diese letztlich nichts anderes als ein übergeordneter Begriff für eine Anordnung von Farben, was angesichts von Tanja Raiths spezifischer Technik ad Absurdum führe. Kunst, führte Blaimer aus, erkläre sich letztlich demjenigen von selbst, dem sie etwas zu sagen habe. So schrill und laut Tanja auf der Bühne ist, so leise sei sie zuhause, sagte er. „Zuhause“, das sei für sie insbesondere der Wald; die Natur, in welcher sie ihre Inspiration und letztlich zu sich selbst finden könne. Sie habe einmal gesagt, sie sei „der Herr“ ihrer Bilder, die Beherrscherin ihrer sich in Farben und Formen manifestierenden Traumwelten.

Neben der Natur sind es die Träume, aus denen Raith ihre Inspirationen schöpft; aus dem unbewussten Schlaf ins morgendliche Bewusstsein „mäandernde Ideen“. Es waren Hans-Jürgen und Ulrike Buchner, welche den Impuls dazu gaben, Raiths einzigartige Welten in einer Ausstellung der Öffentlichkeit zu zeigen. Was kleinformatig und blass begann, sei nun erwachsen geworden, sagte Blaimer - ein bewusstes Understatement angesichts der farbgewaltigen Bilderfantasien. „Ich arbeite gerne dagegen“, sagt Raith selbst, „gegen alles Dunkle und Negative“. „Friedvoll“ lautet der Titel eines ihrer Lieblingsbilder: ein Spiegel des Paares, das so viel mehr ist als lediglich „ein gutes Team“.

„Haindling“ Hans-Jürgen Buchner am Piano Foto: Elisabeth Angenvoort
„Haindling“ Hans-Jürgen Buchner am Piano Foto: Elisabeth Angenvoort

„Andi ist der Friede, so stelle ich es mir in stürmischen Zeiten vor“, sagt die Künstlerin. Das künstlerische Procedere ist bei jedem Bild „verschieden“. So wurden beispielsweise die in Aquarelltechnik entstanden Bäume aus „Metamorphose“ ausgeschnitten, fotografiert, digital gescannt, wieder ausgeschnitten. Der Traum von den „Goldenen Zeiten“ ist aus vier verschiedenen Fotografien zusammengesetzt. Darin habe sie spezifische Elemente integriert, wie die schwarzen Schwäne. „Das ist, wie ich den Moment empfinde“, versucht Raith zu erklären, „eine Momentaufnahme“, die im Bild umgesetzt wird.

Durch ihre unverwechselbare Collagentechnik verleiht Raith ihren Bildern eine Tiefenwirkung, die den Betrachter geradezu einsaugt. Die Künstlerin selbst reicht dem Betrachter aus ihren bunten Bildwelten heraus die Hand und lädt ihn ein auf eine fantastische Reise jenseits der Realität.

Ode an das Leben

Kongenial verbunden sind die ausgestellten Bilder in einem aufwendig produzierten Musikvideo: „Mit diesem Musikvideo schließt sich der Kreis aus meiner Malerei und meiner Musik“, sagt Raith. Drei Jahre lang hat sie daran gearbeitet, begleitet und unterstützt von vielen Freunden, und natürlich von Andi Blaimer. Der Song zum Video, „Frei“, ist eine „Ode an das Leben“, aber auch an die Unerschütterlichkeit einer Liebe, die selten geworden ist.

„Farbflucht“

  • Ausstellung:

    Kulturhaus Fronfeste, Königsperger Straße 5 in Roding

  • Dauer:

    vom 7. März bis 12. April 2020

  • Öffnungszeiten:

    jeweils Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr

  • Info:

    www.raith-blaimer.de

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