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Tourismus

Zahl der Wanderer wird wachsen

Im zehnten Jahr hat der Goldsteig-Weg seinen Zenith noch nicht erreicht. Das belegen die Erfahrungen der Touristiker vor Ort.
Von Martin Hladik

Das Glaskreuz oberhalb von Furth im Wald ist einer der markanten Punkte auf dem Goldsteig in der Region. Foto: Tourismusbüro Waldmünchen
Das Glaskreuz oberhalb von Furth im Wald ist einer der markanten Punkte auf dem Goldsteig in der Region. Foto: Tourismusbüro Waldmünchen

Waldmünchen.Heuer feiert der Goldsteig-Wanderweg sein zehnjähriges Jubiläum. Wer den Wanderweg nicht auf eigne Faust erwandern will, kann über die Touristinfo in Waldmünchen Unterkünfte und den Gepäcktransport buchen – in Waldmünchen ist die offizielle Buchungsstelle für Unterkünfte und Tourenplanung entlang der gesamten Goldsteig-Strecke von Marktredwitz bis Passau. Wir wollten von Tanja Dietl wissen, was für Menschen die Goldsteig-Wanderer sind und welche Bedeutung der Wanderweg für die hiesige Wirtschaft hat.

„Heuer ist das Interesse am Goldsteig noch mal gewachsen“, sagt Dietl. Das liege zum einen am Jubliäum und der deswegen verstärkten Werbung, aber davon abgesehen, sei der Bekanntheitsgrad des Wanderweges mittlerweile deutschlandweit groß.

Junge Paare und ältere Wanderer

Und wer wandert am Goldsteig? Dietl macht drei Gruppen aus: einmal die älteren Wanderer, dann junge Paare und viele Einzel-Wanderer. Zunehmend haben die Wanderer auch einen Hund als tierischen Begleiter, was bei den Unterkünften zu berücksichtigen ist. Die meisten seien keine Anfänger beim Wandern und etliche buchten den Goldsteig auch mehrmals hintereinander, um die ganzen Goldsteig in Etappen von beispielsweise fünf Tagen Jahr für Jahr ein Stück weit zu erwandern. Die Zeit den gesamten Goldsteig in einem Zug zu begehen, hätten meist nur Rentner. „Letztes Jahr haben wir nur einen gehabt, der die gesamte Strecke von Marktredwitz bis Passau gegangen ist.“ Auch Wandervereine oder Gruppen von Wanderfreunden nutzen den Goldsteig. Wirklich große Gruppen gebe es selten. Allerdings habe sich 2018 erstmal eine Schulklasse angekündigt, die den Goldsteig begehen will.

Der Goldsteig-Wanderweg mit allen Etappen

Für den Tourismus sei der Wanderweg auf jeden Fall ein Erfolg, ist sich Dietl sicher. Allein über ihre Stelle habe es 2016 46 Buchungen gegeben. Dann seien das immerhin 737 Übernachtungen entlang der Wanderstrecke. Ein großer Teil der Wanderer dürfte ihre Etappen aber auf eigene Faust geplant und gebucht haben.

Mindestens zwei Wochen Vorlauf braucht die Buchungsstelle in Waldmünchen, um eine Wanderung auf dem Goldsteig zu planen. „Am Freitag anrufen, und am Sonntag wandern wollen, geht leider nicht“, sagt Tanja Dietl. Dafür zeige ihr aber das Feedback der Wanderer, dass sie mit der Auszeichnung, der Streckenführung und den gebuchten Gasthäusern sehr zufrieden sind.

Tanja Dietl kümmert sich in der Tourist-Info in Waldmünchen um Buchungen für den Goldsteig von Marktredwitz bis Passau.Foto: Hladik
Tanja Dietl kümmert sich in der Tourist-Info in Waldmünchen um Buchungen für den Goldsteig von Marktredwitz bis Passau.Foto: Hladik

Mittlerweile ist der Goldsteig zu einem Vorbild für andere Wanderwege geworden. Für Tanja Dietl ist das durchaus nachvollziehbar. Erst vor Kurzem habe die Strecke im Bereich Waldmünchen eine Nachklassifikation bestehen müssen. Dafür sei die Ausschilderung zum Teil erneuert worden. Die gute Auszeichnung der Strecke werde von allen Wanderern gelobt. Auch das Konzept, Teerstraßen zu meiden und die landschaftlich schönen Strecken auszuwählen, habe sich bewährt.

Die Steckenführung und Gestaltung des Goldsteigs hat mittlerweile auch Einfluss auf die örtliche Wegführungen. So habe man bei der derzeit laufenden Umgestaltung der Wanderwege in Waldmünchen, den Goldsteig im Hinterkopf gehabt. Unter anderem seien doppelte und dreifache Wegführungen auf der gleichen oder ähnlichen Strecken abgeschafft worden. So wurde das Wegenetz von 250 auf 150 Kilometer reduziert, berichtet Dietl. Das habe auch praktische Vorteile bei der Pflege der Wegstrecken.

Neue Zuwegungen zeigen Erfolg

Welchen Erfolg das Goldsteigkonzept habe, zeige sich mittlerweile an den vielen Zuwegungen mit der blauen Markierung. Hier beweise sich, dass auch andere Orte die Anziehungskraft des Premiumwanderweges nutzen wollten. Zudem gebe es mittlerweile Themenwanderwege wie die Goldene Bierwanderung oder die Waldnaab-Böhmerwald-Runde, die auf Teilstücken den Goldsteig nutzen. Wie groß die Anziehungskraft des Goldsteigs sei, zeige auch der Vergleich mit anderen buchbaren Wanderstrecken. Während der Goldsteig 2016 besagte 46 Buchungen gehabt habe, seien es beim Pandurensteig drei und beim Nurtschweg zwei Buchungen gewesen. „Das liegt sicher am Bekanntheitsgrad der Wege“, sagt Dietl.

Mit zehn Jahren habe der Goldsteig aber noch nicht seinen Höhepunkt erreicht. Seine Bekanntheit werde noch steigen, vermutet die Touristikerin. „Die Bedeutung des Goldsteigs wird weiter wachsen, mindestens aber das jetzige Niveau halten“, ist Dietl überzeugt.

Der Goldsteig

  • 660 Wanderkilometer

    660 Wanderkilometer machen den Goldsteig zum längsten Qualitätswanderweg Deutschlands. Bereits seit zehn Jahren gelangen Wanderbegeisterte auf abwechslungsreichen Pfaden von Marktredwitz durch den Bayerischen Wald nach Passau. Der Weg führt durch einen Nationalpark und fünf Naturparks, bietet faszinierende Natureinblicke und atemberaubende Ausblicke.

  • 38 Tage

    So lange lässt sich der Goldsteig wandernd erleben. Bereits bei seiner Eröffnung 2007 vom Deutschen Wanderverband als Qualitätswanderweg ausgezeichnet, feiert der Goldsteig heuer sein zehnjähriges Jubiläum. Wer auf dem Goldsteig wandert, kann zwischen zwei Varianten wählen und einen Nationalpark sowie fünf Naturparks kennenlernen.

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