mz_logo

Region Cham
Dienstag, 17. Juli 2018 27° 6

Finissage

Zauberhafte Lyrik und Klaviermusik

Mit Gedichten und Begleitmusik der kongenialen Pianistin Doris Mahl ging die Bilderausstellung von Helga Rackl zu Ende.

Die Protagonistinnen der blauen Stunde: Doris Mahl, Piano, und Helga Rackl, Malerin und Lyrikerin Foto: cjr
Die Protagonistinnen der blauen Stunde: Doris Mahl, Piano, und Helga Rackl, Malerin und Lyrikerin Foto: cjr

Furth im Wald. Ihre Gedichte sind ein wenig geheimnisvoll – so wie manche ihrer Bilder. Aber sie sind auch tief, unendlich zart und doch so kraftvoll und voller Poesie, die wahrhaftiger nicht sein kann. So empfanden es wohl die Zuhörer der Finissage am Sonntagnachmittag. Etliche der Gäste hatten sich sicherlich an die Empfehlung gehalten, „Bild und Wort“ in engem Zusammenhang zu genießen, und sie nutzten sogar noch die allerletzten Minuten der Bilderausstellung mit Werken von Helga Rackl im Alten Rathaus, bevor sie dann, ein Stockwerk höher im Rathaussaal sich einfanden, um sich eine gute Stunde lang von „Lyrik und Musik“ verzaubern zu lassen.

Unter das Motto „Poesie zu Gast“ hatte die Künstlerin ihre Lesung aus eigenen Gedichtsammlungen gestellt, und die kongeniale Pianistin Doris Mahl hatte dafür eine Begleitmusik ausgewählt, die passender kaum hätte sein können. Die beiden Künstlerinnen, Helga Rackl – Malerin, Zeichnerin und Lyrikerin auf der einen Seite und die Musikerin Doris Mahl als ideale Ergänzung dazu haben in der Vergangenheit schon mehrmals solche Programme gestaltet.

Karin Stelzer, die Leiterin des Further Kulturamtes, hatte auf die thematische Verbindung zu der zu Ende gehenden „Further Grünen Woche“ hingewiesen. Fünf Gedichtbändchen hat Rackl bisher veröffentlicht - „Weiblichkeiten – Mit leichten Sandalen – Raumteiler und Fahrwasser – Ein Himmel so weit, und Erdenlieder“, aus denen sie für diese blaue Stunde einige, in Themenkomplexen verbundene und jeweils von Klaviermusik eingerahmt, las.

Es gab wohl niemanden unter den Gästen, der sich von dieser intimen Stimmung nicht einfangen ließ – ein zarter Frühlingsblumenstrauß schmückte den schlichten Tisch, an dem Helga Rackl Platz nahm, ihr zur Seite – am Klavier – ihre einfühlsame Partnerin Doris Mahl. So eröffneten sie den Reigen mit Robert Schumann und dem Gedicht „Ich liebe die Sprache“. Man konnte und wollte sich dem Rhythmus der Worte – er spiegelte sich im Fluss ihrer Bilder –und dieser Musik nicht entziehen. Fühlte sich unmittelbar angesprochen von Worten und Klängen von Liebe und Träumen, ja träumte selbst beim ruhigen, sanftmütigen Klang der Erzählstimme und des Klaviers. Es ist ganz einfach schön nachvollziehbar für ein Publikum, wenn es Lyrik, von der Urheberin der Texte vorgetragen, hört.

Von der Sprache, der Liebe, Weiblichkeiten, Träumen, vom Süden, von der Heimat und der Schöpfung erzählen sie in der konzentrierten, fantasievollen Sprache. Sie singt ein hohes Lied auf das ewig Weibliche, Mütterliche, auf die Sprache an sich, sie lässt der Sehnsucht nach Griechenland Raum, oder bildet sich einen eigenen Heimatbegriff. Aber auch die große Sorge drückt sie aus über unseren so oft bedenkenlosen, krassen Umgang mit der Schöpfung. Beim letzten Gedicht „Das Märchen vom großen Zeitalter“ werden die Zuhörer allerspätestens wieder von den Sphären der Poesie herabgeholt in die harte Realität des Umgangs mit der Natur und den Grundlagen des Lebens. Es war fast schon mehr als Ironie, dass zum „Märchen“ das leise heimelige Klingeln des Glockenspiels vom Nachbarhaus herüberwehte. Aus dem riesigen Repertoire genau die passenden Klavier-Reminiszenzen auszusuchen, war Doris Mahl hervorragend gelungen. Eingangs eine aufgeweckte „Etude“ von Dimitri Kabalewski oder eine „romantische, gefühlvolle Ballade zum Themenbereich „Liebe“ oder kurz und bündig Robert Schumann zu „Weiblichkeiten“, eine zarte Aria von Giovanni Allevi – die Gefühlslagen von Text und Klavier waren absolut deckungsgleich. (cjr)

Weitere Meldungen aus Furth im Wald finden Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht