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Zeichen des Dankes an die Gottesmutter

Der Mai ist der Monat der besonderen Marienfrömmigkeit. Votivtafeln in den Wallfahrtskirchen sind Zeichen der Hilfesuchenden.
Von Edmund Speiseder

Maria hat geholfen – auf die Fürbitte Mariens hin erhoffen Gläubige Hilfe aus Not. In der Wallfahrtskirche Weißenregen befinden sich unzählige Votivtafeln.  Fotos: Christa Rabl-Dachs
Maria hat geholfen – auf die Fürbitte Mariens hin erhoffen Gläubige Hilfe aus Not. In der Wallfahrtskirche Weißenregen befinden sich unzählige Votivtafeln. Fotos: Christa Rabl-Dachs

Bad Kötzting.Der Monat Mai und der Monat Oktober rücken in der katholischen Volksfrömmigkeit die Marienverehrung in einen besonderen Mittelpunkt. Und so sind vielerorts auch in der heutigen Zeit diese Monate noch durch die Verehrung der Gottesmutter und Formen der Verehrung geprägt.

Auf die Fürbitte Mariens hin, erwarten die Menschen Hilfe aus Not, aus schwierigen Lebenssituationen und aus der Bedrängnis sowie Linderung und Hilfe. Im Mai – so sagt man oft – trägt die Natur ihr Festgewand. Viele Pflanzen blühen. Alles sprießt und wächst. Das empfinden die Menschen als schön, einfach schön. So ist eben der Mai in der christlichen Tradition auch eine Zeit der besonderen Marienverehrung geworden.

Kunst

Malte Wassily Kandinsky in Weißenregen?

Der Maler soll ein Ölbild von Wallfahrtskirche und „Klause“ sowie eine Bleistiftskizze von Kötzting hinterlassen haben.

Zeugnis von Volksfrömmigkeit und Marienverehrung in Weißenregen Foto: Rabl-Dachs
Zeugnis von Volksfrömmigkeit und Marienverehrung in Weißenregen Foto: Rabl-Dachs

Marienandachten wurden seit der ausgehenden Barockzeit im Zuge steigender Marienfrömmigkeit an jedem Tag des Monats Mai in den Familien und auch in den Pfarrgemeinden gehalten. Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war es im deutschsprachigen Raum üblich, auch zu Hause in den Familien und Häusern ein zusätzliches Ave-Maria (ein Gegrüßet seist du Maria) zum Morgen-, Tisch- und Abendgebet zu verrichten. Dazu wurde in den Familien auch ein eigener Marien- oder Maialtar errichtet. Das hieß, um eine Marienstatue wurden Blumen aufgestellt – meist waren es Fliedersträuße oder Maiglöckchen, die als schmückendes Beiwerk zu finden waren.

Maria unterm Kreuz

Was kommt aber in dieser Verehrung zum Ausdruck? Beten die Katholiken wirklich Maria an? Geht es bei der Marienfrömmigkeit wirklich um das Anbeten der Mutter des Herrn? Oder geht es hier um etwas ganz anderes, dessen Botschaft wir erst wieder neu entdecken müssen? Im Gedenkjahr der Reformation eine besondere Anfrage!

Votivtafeln in der Wallfahrtskirche Pilgramsberg Foto: Speiseder
Votivtafeln in der Wallfahrtskirche Pilgramsberg Foto: Speiseder

Bei dem Kreuze Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Kleopas und Maria aus Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: „Frau, siehe, dein Sohn!“ Dann sagte er zu dem Jünger: „Siehe deine Mutter!“ Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Papst Johannes Paul II. hatte in seinem Wappen das „M“, das für Maria steht, unter den Kreuzesbalken gestellt. Karol Wojtila, Johannes Paul II., lenkt mit diesem Bild auf den Kern der Marienverehrung.

Glauben

Aufregung nach Corona-Läuten

Glockenklänge am Donnerstagabend sorgten für Verwunderung. Ab Samstag folgen weitere ungewöhnliche Läut-Anlässe.

„Maria unterm Kreuz!“, das ist es, was einer Mutter wohl in einer äußersten Verzweiflung und in ihrem Elend widerfahren kann. Das eigene Kind scheitert und ist entblößt vor aller Öffentlichkeit zum Gespött geworden. Und Maria bleibt unter dem Kreuz, sie steht zu ihrem Kind. Für Papst Johannes Paul den II. der Urgrund jeder Marienfrömmigkeit, denn darin kann uns allen Maria Vorbild sein, zum eigenen Kind zu stehen, auch wenn es offenbar vor aller Welt verachtet wird, das lernen wir aus dieser Szene. Für Eltern in jeder Weise nachvollziehbar, was es heißt, zum Kind zu stehen.

Ein Vorbild für die Eltern

In guten Tagen ist das leicht, sich über die Erfolge des Kindes zu freuen, auf erbrachte Leistungen stolz zu sein. Und in wie vielen Familien läuft es doch nicht so, wie man das gerne hätte! All jenen Eltern gab der Papst damit eine Deutung dieses Geschehens unter dem Kreuz, sich Maria in dieser Haltung zum Vorbild zu nehmen und zum Kind zu stehen.

Die Wallfahrtskirche Weissenregen

  • Entstehung:

    1593 erbaute das Kloster Niederaltaich unter Abt. Bernhard III. Hilz in Weißenregen eine Kapelle, die 1611 von den Gemeinden Weißenregen und Hafenberg durch eine größere ersetzt wurde. 1750-1765 wurde die jetzige Wallfahrtskirche erbaut, nachdem die Kapelle zu klein und außerdem baufällig geworden war.

  • Patrozinium: Am 15. August (Die Weiheurkunde lautet allerdings auf „Unbefleckte Empfängnis“ am 8. Dezember). Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Wiezzenregen“ im 11. Jahrhundert. 1049 schenkte Kaiser Heinrich III. das Gut Weißenregen dem Kloster Niederaltaich und bestätigte ihm 1050 die Freiheit über Weißenregen.

  • Entstehung der Wallfahrt:

    Die Wallfahrt entstand im 16. Jahrhundert während der Reformationszeit. Das Gnadenbild soll der Legende nach beim kalvinischen Bildersturm aus Nabburg gerettet worden sein. Es war an einer Eiche aufgehängt und wirkte dort Wunderzeichen, die auf den beiden Gemälden im Chorraum der Kirche geschildert werden.

  • Das Gnadenbild:

    Beim Gnadenbild in Weißenregen handelt es sich um eine sitzende, schwangere Madonna. Die Holzfigur ist 45 Zentimeter groß und wird ins 14. Jahrhundert datiert. Sie befindet sich im Schrein des Hochaltares. Aus der sitzenden Madonna ist eine stehende mit Kind geworden.

Auf dieser Votivtafel ist die Weißenregener Kirche dargestellt. Foto: Rabl-Dachs
Auf dieser Votivtafel ist die Weißenregener Kirche dargestellt. Foto: Rabl-Dachs

Ursprünglich fanden die Andachten als private Frömmigkeiten nur im Kreis der Familie statt. Erst im 19. Jahrhundert begann sich dieser Brauch als Feier der Pfarrgemeinde durchzusetzen. Auch hier stand im Zentrum des Brauchs ein besonderer Marien- oder Maialtar. Der Ablauf einer Maiandacht ist nicht genau festgelegt. Unverzichtbarer Bestandteil sollte aber dennoch die Verkündigung des Wortes Gottes sein. Denn das Zeugnis der Schrift ist das Fundament, auf dem die Verehrung Mariens ja gründet. Und nachdem das Lob Mariens die Grundhaltung dieser Andachten bestimmt, gehört es zum Kern dieser Form der Anbetung, dass die Versammelten stets in das Loblied Mariens einstimmen, in den Lobgesang der Gottesmutter, in das Magnifikat. Dabei darf das Lob für die Heilstaten Jesu nicht fehlen. Den Kern der Marienverehrung finden wir für die heutige Zeit aber am deutlichsten im Wappen von Papst Johannes Paul II. (csp)

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