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Tradition

Zeichen gegen Krieg und für Frieden

Reichenbacher begingen den Volkstrauertag.
Ulrike Niklas

Bürgermeister Franz Pestenhofer gedachte der Opfer der Weltkriege und legte einen Kranz nieder. Die Blaskapelle spielte das „Lied vom guten Kameraden“.  Foto: Ulrike Niklas
Bürgermeister Franz Pestenhofer gedachte der Opfer der Weltkriege und legte einen Kranz nieder. Die Blaskapelle spielte das „Lied vom guten Kameraden“. Foto: Ulrike Niklas

Reichenbach.Reichenbach hat, gesäumt von Fahnenabordnungen der Vereine und Fackelträgern der Feuerwehr, am Kriegerdenkmal der Opfer der Weltkriege gedacht. Die musikalische Gestaltung übernahmen die Blaskapelle des Musikvereins Walderbach und der Kirchenchor. Ein Gottesdienst mit Pater Marek ging voraus.

„Heute gehört uns Deutschland, morgen die ganze Welt“: Man hätte voraussehen müssen, welche Folgen das Begeisterung auslösende Lied damals haben würde: ein Meer von Blut und Tränen. Das waren die Worte des Hausgeistlichen, der in seiner Predigt zum Erinnern anregte. „Heute leben wir in einem Wohlstand, von dem Generationen vor uns nicht zu träumen gewagt hätten. Aber leider zeigt der Zeitgeist von heute eine erschreckende Ähnlichkeit zu damals.“ Es gebe keine Werte mehr, bedauerte Marek. „Was wird noch auf uns zukommen?“, fragte er mahnend und forderte auf zu mehr Achtung der Menschenwürde und Verständigung. „Auch wenn die Erinnerungen verblassen, es muss uns eine Verpflichtung sein, sie wachzurufen.“

Gegen das Vergessen der Grabreihen auf Soldatenfriedhöfen appellierte auch Bürgermeister Franz Pestenhofer vor dem Kriegerdenkmal. Dabei rief er die schreckliche Vernichtungsaktion der Nationalsozialisten in Erinnerung, die Reichenbach in verheerender Weise getroffen habe. Als lebensunwert eingestuft wurden 405 Bewohner, die abtransportiert wurden, um in Gaskammern „entsorgt“ zu werden oder eines grausamen Hungertods zu sterben. Das unschätzbare Gut, seit Jahrzehnten in Frieden zu leben, scheine in Gefahr zu geraten, so Pestenhofer. Hunderttausende lebten unter menschenunwürdigen Bedingungen in Flüchtlingslagern, die Flüchtlingsströme rissen nicht ab und stellten Europa vor schwierige Aufgaben. „Ziehen wir die Schlüsse aus der Vergangenheit: gegen Krieg und Gewalt, für Frieden und Menschlichkeit. Bekennen wir uns zum Wert des Lebens, damit auch die künftigen Generationen in eine lebenswerte Zukunft blicken können,“ so der Bürgermeister. (run)

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