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Freizeit

Zu Besuch auf der blühenden Insel

Im Garten der Groths aus Roding entfaltet sich die Natur. Hier gibt es Wohlgefühl für Menschen, Pflanzen und Tiere.
Von Rupert Schlecht

Ursula Groth in ihrem Garten: Die Blüten- und Farbenpracht – hier ein Hibiskus – ist eine Wonne. Fotos R. Schlecht
Ursula Groth in ihrem Garten: Die Blüten- und Farbenpracht – hier ein Hibiskus – ist eine Wonne. Fotos R. Schlecht

Roding.Ihre Fotokamera hat sie stets griffbereit. Um Tiere und Pflanzen vor die Linse zu bekommen, müsste Ursula Groth nicht mal aus dem Haus. Dieses, vor 13 Jahren im Stadtsüden erbaut, gründet inmitten einer blühenden Oase, die sich Ursula Groth und ihr Mann Thomas geschaffen haben. Vom Wohnzimmer aus, je nach dem wie man’s sieht, weitet oder verdichtet sich der Blick aus den Fenstern. Es grünt, summt, duftet, zwitschert: Als da sind Wandelröschen, Hibiskus, Specht, Rainfarn, Eichhörnchen, Blutweiderich, Insekten, Königskerzen, Molche im Gartenteich, Schmetterlinge, Weintrauben, Igel und Libellen; wahrlich ein Flora-Fauna-Panorama.

Farben: Im Garten von Ursula und Thomas Groth geht es bunt zu. Das liegt sozusagen in der Natur der Sache. Da Ursula Groth einen grünen Daumen hat, blüht und schillert es sozusagen an allen Ecken und Enden. Hier gilt es ein Wandelröschen zu bestaunen. Fotos R. Schlecht
Farben: Im Garten von Ursula und Thomas Groth geht es bunt zu. Das liegt sozusagen in der Natur der Sache. Da Ursula Groth einen grünen Daumen hat, blüht und schillert es sozusagen an allen Ecken und Enden. Hier gilt es ein Wandelröschen zu bestaunen. Fotos R. Schlecht

Ursula Groth wuchs in Roding auf. Ihr Vater hatte einen Garten. Mit diesem, der zum Lebensunterhalt der Familie beigetragen hatte, wusste die Kleine aber so gut wie nichts anzufangen. Heute lächelt sie: „Als Kind habe ich Gartenarbeit gehasst“. Und als Erwachsene dann hatte sie quasi keine Zeit und Muse, um sich um einen eigenen Garten zu kümmern. Schließlich zog sie mit ihrem Mann zwei Kinder groß, dazu ihr Beruf als Lehrerin, unter anderem in Wald und Furth im Wald als Schulleiterin, und in Neubäu als Konrektorin. Folge: kaum bis kein Freiraum für einen Garten.

18 verschiedene Vogelarten

Gäste: Spechte (hier ein Mittelspecht, welchen Ursula Groth mit ihrer Spiegelreflexkamera „eingefangen“ hat) finden im Grothsch’en Garten ein Dorado vor. Sie fliegen an aus einem Biotop in der Nähe, wo sie mit Eichenbäumen einen idealen Lebensraum finden. Fotos R. Schlecht
Gäste: Spechte (hier ein Mittelspecht, welchen Ursula Groth mit ihrer Spiegelreflexkamera „eingefangen“ hat) finden im Grothsch’en Garten ein Dorado vor. Sie fliegen an aus einem Biotop in der Nähe, wo sie mit Eichenbäumen einen idealen Lebensraum finden. Fotos R. Schlecht

Umso mehr genießt die inzwischen Pensionierte den jetzigen Luxus. Der Garten, sagt sie, ist vor über zehn Jahren eigentlich von selbst entstanden ... Weil sie es zulässt, dass Samen, die anfliegen, aufgehen dürfen. Weil sie auch nichts dagegen hat, dass hier der Specht nach Futter pickt. Weil sie sich freut, wenn Igel, die zugegebenermaßen nicht gerade „terrassenrein“ sind, umhertippeln. Auch gut: „Ich zähle 18 verschiedene Vogelarten“.

Holzhäuschen: Summa summarum 17 Vogelunterkünfte bieten den gefiederten Freunden im Garten von Ursula und Thomas Roth ausreichend und komfortabel Unterschlupf. Manche der Häuschen sind selbst gebaut, andere, so wie dieses hier, ein Geschenk. Fotos R. Schlecht
Holzhäuschen: Summa summarum 17 Vogelunterkünfte bieten den gefiederten Freunden im Garten von Ursula und Thomas Roth ausreichend und komfortabel Unterschlupf. Manche der Häuschen sind selbst gebaut, andere, so wie dieses hier, ein Geschenk. Fotos R. Schlecht

Ursula Groth lässt aber nicht zu, dass aus ihrem Garten ein Dschungel wird. Wenn man den Garten trotz „Natur-Natur-sein-lassen“ nicht hegen und pflegen würde, gäbe es Wildwuchs. Oder, wie es ihr Ehemann beschreibt: „Er würde verkrauten“. Soweit soll es also nicht kommen, weshalb Groth als Gartenarbeiterin tüchtig zu tun hat. Und bald schon wird es wieder herbsteln. Dann wirbeln die Blätter zu Boden. Na und? Leuchtende Farben, würziger Geruch. Der Garten ist eine Ganz-Jahres-Wohlfühlzone. Blätter harken? – halb so schlimm!

Fellträger: Flink sind sie, die Eichhörnchen, die durch die Gartenlandschaft stromern und springen. Ursula Groth, die leidenschaftlich gerne fotografiert, hat diesen rötlich braunen Gesellen abgelichtet. Vor ihrer Linsen verlustieren sich aber auch dunklere Exemplare.  Fotos R. Schlecht
Fellträger: Flink sind sie, die Eichhörnchen, die durch die Gartenlandschaft stromern und springen. Ursula Groth, die leidenschaftlich gerne fotografiert, hat diesen rötlich braunen Gesellen abgelichtet. Vor ihrer Linsen verlustieren sich aber auch dunklere Exemplare. Fotos R. Schlecht

Frage an die (ehemalige) Lehrerin: Wie steht’s um der Kinder Befindlichkeit in Sachen Natur? – Groth malt nicht schwarz: Wenngleich Computer und Smartphone zweifelsohne Dominanz ausüben, lässt sich das Verständnis für die Pflanzen und Tiere durchaus wecken. „Es kommt nur darauf an, wie man etwas rüberbringt.“ Kinder werden neugierig, wenn man sie mit der Materie vertraut macht. Das gilt zum Beispiel auch für exakte Vogelnamen. Groth erzählt von ihrem Enkel, der als Zweieinhalbjähriger sie, die Oma, und dessen Kita-Leiterin verblüfft hat. Letztere habe einen Vogel als Vogel bezeichnet. Der kleine Bub habe die Große daraufhin eines Besseren belehrt: „Das ist kein Vogel, das ist ein Rotkehlchen“. Sicher, ein Bonmot, aber freilich auch eine klitzekleine Botschaft aus Kindermund.

Und Erwachsene? – Nicht jeder hat sonderlich viel für Umwelt übrig. Warum, darüber lässt sich spekulieren. Groth traut sich: Der Landkreis Cham besteht zu 42 Prozent aus Wald. „Vielleicht resultiert das Wurschtigkeitsgefühl gerade daraus, weil wir ringsum so viel Natur haben?“

Beobachten und fotografieren

Reben: Auch der Wein fühlt sich im Garten ausgesprochen wohl. Am Platz an der Sonne am Ufer des Gartenteichs nämlich gedeihen die Reben gar prächtig. Prall und von satter Farbe sind sie. Aus ihnen lässt sich 1a Traubensaft pressen. Ursula Groth freut sich schon. Fotos R. Schlecht
Reben: Auch der Wein fühlt sich im Garten ausgesprochen wohl. Am Platz an der Sonne am Ufer des Gartenteichs nämlich gedeihen die Reben gar prächtig. Prall und von satter Farbe sind sie. Aus ihnen lässt sich 1a Traubensaft pressen. Ursula Groth freut sich schon. Fotos R. Schlecht

Natur pur, die findet Groth in ihrem Dorado, ferner auf Touren in und um Roding herum mit ihrer Walkinggruppe. Dazu wandert sie im Bayerischen Wald und Böhmerwald. „In der Natur“, sagt sie, „bin ich einfach glücklich“. Dazu ihre Freude am Beobachten und Fotografieren. Ein schmuckes Motiv bildet ab und an der Mittelspecht, eine in Mitteleuropa relativ seltene Vogelart. Auf der Grünen Insel von Familie Groth scheint er gern zu landen, natürlich aus gutem Grund.

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