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Tradition

Zum 24. Mal hoch zu Ross nach Ast

Zahlreiche Reiter waren wieder von Waldmünchen aus unterwegs, um ein Zeichen für ihren Glauben zu setzen.

Jung und Alt waren bei der Pferdewallfahrt im Sattel. Foto: Christa Bucher
Jung und Alt waren bei der Pferdewallfahrt im Sattel. Foto: Christa Bucher

Waldmünchen.Zum 24. Mal fand am Sonntag die Pferdewallfahrt von Waldmünchen nach Ast statt. Der Ritt ist gelebtes Brauchtum. Damit führen die Reiter die Jahrhunderte alte Wallfahrer-Tradition der beiden Orte Waldmünchen und Ast fort.

Diese Reiter wurden für 20- und zwölfmalige Teilnahme geehrt. Foto: Bucher
Diese Reiter wurden für 20- und zwölfmalige Teilnahme geehrt. Foto: Bucher

Bereits am frühen Sonntagmorgen hatten sich viele Reiter auf ihren Rössern auf den Weg zum Waldmünchner Marktplatz gemacht, wo sich der Wallfahrertross versammelte. Vor der Pfarrkirche St. Stephan erteilte Stadtpfarrer Wolfgang Häupl den Reitern und ihren Pferden den Reitersegen, ehe sich der Wallfahrertross in Bewegung setzte. Unter Glockengeläut verließen die Teilnehmer am Dankesritt die Trenckstadt. Alois Schneider führte den Wallfahrertross als Kreuzreiter an, begleitet von seinen beiden Söhnen. Dahinter folgten traditionell die Kutsche, in der der Geistliche saß, der Standartenträger und die Mitglieder des Pferdewallfahrtsvereins um Vorsitzenden Michael Aumann.

1996 war der erste Ritt

Das gesegnete Brot wurde an die Pferde verteilt. Foto: Christa Bucher
Das gesegnete Brot wurde an die Pferde verteilt. Foto: Christa Bucher

Auch heuer waren es zahlreiche Teilnehmer, die an der Pferdewallfahrt teilnahmen und betend und singend durch die Fluren zogen und damit das alte Gelübde erfüllten. 1996 hatte der erste Wallfahrtsritt auf Initiative von Franz Lintl stattgefunden, im darauf folgenden Jahr wurde der Pferdewallfahrtsverein gegründet, der seitdem für die Organisation des Ritts verantwortlich zeichnet.

Jung und Alt im Sattel.
Jung und Alt im Sattel.

Die große Teilnehmerzahl war wiederum Beleg dafür, dass die Idee, die Wallfahrer-Tradition von Waldmünchen und Ast fortzusetzen und Gott für seine Schöpfung zu danken, kein Strohfeuer war. Auch Bürgermeister Markus Ackermann nahm selbst hoch zu Ross an der Wallfahrt teil. Am Flurkreuz bei Hocha sprach Stadtpfarrer Wolfgang Häupl ein kurzes Gebet, und an der Leonhardi-Kapelle in Schäferei legten Ross und Reiter eine Statio ein. Der Geistliche las aus den Sonnengesang des heiligen Franziskus vor. In diesem „Cantico delle Creature“ lobte er Gott als Schöpfer aller Kreaturen.

Stadtpfarrer Häupl segnete die Brote.
Stadtpfarrer Häupl segnete die Brote.

Beim Einritt in Ast erwarteten zahlreiche Zuschauer die Pferdewallfahrer. Die Reiter umrundeten mit ihren Pferden die Wallfahrtskirche „Zu Unserer Lieben Frau“ und ritten dann zum Gelände hinter der Gemeinschaftshalle, wo Stadtpfarrer Häupl ihnen den Segen erteilte. Anschließend feierte Häupl in Konzelebration mit Diakon Alfons sowie zahlreichen Gläubigen den Dankgottesdienst.

Mit dem Ritt hielten die Reiter eine langjährige Tradition aufrecht und brächten damit ihren Glauben und ihre religiöse Verbundenheit zum Ausdruck, sagte Häupl. Der Geistliche sprach ein Segensgebet über die Brote, die dann an die Tiere verteilten, wurden. Außerdem dankte er all den Helfern, die für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Josef Eiber begleitete den Gottesdienst auf dem Keyboard. Am Ende der Messe sang er traditionell mit seiner Tochter Elisabeth Bemerl das Lied "Muttergottes von Ast.

Fester religiöser Bestandteil

Bürgermeister Markus Ackermann schloss sich den Mitgliedern des Trenckvereins an.
Bürgermeister Markus Ackermann schloss sich den Mitgliedern des Trenckvereins an.

Bürgermeister Markus Ackermann betonte in seiner Ansprache, dass die Pferdewallfahrt auch nach 24 Jahren noch immer eine beeindruckende Demonstration gelebten Glaubens sei. Nach 24 Ritten könne man von Tradition sprechen. In einer Zeit, in der politische und moralische Werte veränderbar schienen und keine Stabilität mehr zu spüren sei, sei es wichtig, sich seiner Wurzeln zu erinnern. Sein Dank galt dem Pferdewallfahrtsverein für die Organisation des Ritts.

Der Ritt wurde von Kreuzträger Alois Schneider angeführt.
Der Ritt wurde von Kreuzträger Alois Schneider angeführt.

Dessen Vorsitzender Michael Aumann bedankte sich beim BRK und der Feuerwehr für die Begleitung der Wallfahrtsreiter sowie dem Schützenverein Ast, der für die Bewirtung sorgte. Sein Dank galt all jeden, die bei der 24. Pferdewallfahrt dabei waren und ehrte mit Bürgermeister Ackermann langjährige Teilnehmer. Sie erhielten Urkunden und – wie alle anderen Reiter – silberne Teilnahmeplaketten, die sogenannten Jahresbalken. Traditionell werden beim Pferdewallfahrtsverein Teilnehmer für zwölf- und 20-malige Teilnahme geehrt.

Pfarrer Häupl segnete Ross und Reiter. Foto: Christa Bucher
Pfarrer Häupl segnete Ross und Reiter. Foto: Christa Bucher

In diesem Jahr waren dies: Rita Windmaißer, Christoph Aumann, Marion Straßburger und Helmut Walter, die zum zwölften Mal mitritten, sowie Johann Stautner senior und Michaela Kärtner, die zum 20. Mal dabei waren. (wbf)

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