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Justiz

Zwang 25-Jähriger die Nachbarin zum Sex?

Ein Mann soll in seiner Unterkunft im Kreis Cham eine Frau mit Drohungen gefügig gemacht haben. Er bestreitet die Taten.
Von Marion von Boeselager

Der Angeklagte bestritt den Vergewaltigungsvorwurf. Foto: Armin Weigel dpa/lby
Der Angeklagte bestritt den Vergewaltigungsvorwurf. Foto: Armin Weigel dpa/lby

Cham.Wegen Vergewaltigung und Erpressung einer Mitbewohnerin und des Versuchs dazu steht seit Dienstag ein 25-jähriger Asylbewerber vor dem Regensburger Landgericht. Der Mann, der seit Juli letzten Jahres in U-Haft sitzt, soll seine attraktive Nachbarin in seiner Flüchtlingsunterkunft mehrfach bedroht, Geld von ihr gefordert und sie zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Der Angeklagte bestritt indes die Vorwürfe: Er habe die 36-Jährige nicht bedroht und kein Geld von ihr erpresst. Sie hätten Sex gehabt. Der sei aber „einvernehmlich“ gewesen, teilte Verteidiger Georg Karl für seinen Mandanten mit.

Laut Anklageschrift verlangte der Angeklagte von seiner blonden Nachbarin erstmals im Herbst 2017 „Geld oder Sex“. Andernfalls, so soll er gesagt haben, werde er sie oder ihre Kinder umbringen. Um die Drohung zu unterstreichen, habe er ein geöffnetes Butterfly-Messer mit der Klinge in ihre Richtung auf den Tisch der Frau gelegt und sinngemäß gesagt: „Wenn Du nicht machst, was ich will, wird Dir oder Deinen Kindern etwas zustoßen.“ Sie habe ihn auf später vertröstet.

Drohungen wiederholt

Einige Wochen später soll der Mann erneut „1000 oder 1500 Euro“ von ihr verlangt und die Drohungen wiederholt haben. Darauf sagte sie ihm zu, sich bei ihm zu melden. Eine Woche später stimmte sie dem Geschlechtsverkehr zu, so die Vorwürfe weiter. Während der Schulzeit ihrer Kinder kam der Angeklagte in ihr Zimmer. Laut Anklage zog sich die Frau aus, legte sich aufs Bett und sagte, sie wolle keinen Sex. Dennoch habe sich auch der Angeklagte entkleidet, sie geküsst und gegen ihren Willen seinen Penis eingeführt. Dann habe er sich selbst befriedigt, dem Opfer den Rücken gestreichelt und sei gegangen.

Es soll zu weiteren Geldforderungen des Angeklagten und zur Übergabe von 300 Euro gekommen sein. Der Mann habe gesagt, er wolle sich „teure Klamotten kaufen. Du wirst Dir nicht ausdenken können, was ich mit Dir mache, wenn Du mir das Geld nicht gibst.“ Da ging die Frau zur Polizei.

Sprachprobleme?

  • Aussagen

    Im Prozess um Vergewaltigung und Erpressung steht Aussage gegen Aussage.

  • Sprache

    Die Beteiligten kommen aus verschiedenen Ländern. Sie verständigten sich bisher offenbar mit ihren hier erlangten Deutschkenntnissen.

  • Vermittlung

    Um Missverständnisse auszuschließen, stehen ihnen vor Gericht Dolmetscher zur Seite.

Der Angeklagte, der damals als Küchenhelfer in einem Hotel arbeitete, bestritt indes sämtliche Vorwürfe. Tatsächlich habe er seiner damaligen Geliebten öfters Geld geliehen oder verauslagt. Er habe die Summen zurückverlangt, sei aber ständig vertröstet worden und habe nur einmal einen Teilbetrag erhalten.

Die Anzeigenerstatterin blieb im Zeugenstand bei ihren Vorwürfen der Drohungen und Geldforderungen. Sie ruderte aber teilweise von ihren Aussagen bei der Polizei zurück: Sie gab an, ihr Nachbar habe ihr seine Liebe gestanden und sie gegen ihren Willen geküsst. Er habe gesagt: „Ich will mit Dir schlafen“ und ihr gedroht. Deshalb habe sie schließlich zu ihm gesagt: „Du kannst kommen.“ Da sei es passiert.

Geldübergabe gefilmt

Zum Vergewaltigungsvorwurf hatte sie bei der Polizei gesagt, sie habe das Eindringen „deutlich gespürt“ und mit Daumen und Zeigefinger die Tiefe angedeutet. Vor Gericht meinte sie nun aber, er habe „es versucht“. Es habe aber „nicht geklappt“. Sie habe „nichts gespürt.“ Geld habe sie dem Angeklagten „öfters geliehen, wegen der guten nachbarlichen Beziehungen.“ Doch dann habe er welches von ihr gefordert. Eine Geldübergabe von 300 Euro wurde auf Bitten der Frau von einem anderen Flüchtling gefilmt. Der Angeklagte ist darauf aber mit den Worten zu hören: „Ich zahl es zurück.“ Der Prozess dauert an.

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