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Region Cham
Samstag, 22. September 2018 17° 3

Kolumne

Zwangsfreizeit dank WM und Fifa

Für Matthias Meier ist die WM der Super-Gau, es gibt für ihn nichts Langweiligeres, als sich Fußball anschauen zu müssen.
Von Matthias Meier

Cham.Der Super-GAU, der einem musikalischen „Wanderzirkusbetreiber“ passieren kann, ist eingetreten: Fußballweltmeisterschaft. Die Fifa unterbricht unsere Bierzelttour und katapultiert uns mit einer gelb-roten Karte ins vorläufige Aus. Statt Kabarett im Zelt gibt’s jetzt „Bierzelt-Viewing“. Statt dem langhaxaden Niederbayern, dem neuen Gäubüffel und mir werden auf den Leinwänden in Bayerns Bierzelten Lederbälle und keine Pointen versenkt.

Die Folge für uns: Zwangsfreizeit. Oh je, was mach ma denn da? Da ich als junger Bursche bereits schon mehr für die Bretter, die die Welt bedeuten, als für den Fußballrasen geeignet war, gibt es für mich nichts Langweiligeres, als ein Fußballspiel anschauen zu müssen. Ich probierte als Kind schon beim FC Raindorf das Fußballspielen aus. Das war jedoch für mich und besonders meine Mitspieler ein Fiasko.

An einen Moment kann ich mich noch gut erinnern, als wir gegen Furth im Wald 1:24 verloren hatten. Da hatte ich mein erstes und einziges Tor geschossen. Unmittelbar nach der Halbzeit verwandelte ich das Leder bei einem Konterangriff. Leider war an mir vorbeigegangen, dass es nach der Halbzeit einen Seitenwechsel gab. So blickte ich nur auf den Ball und schoss ihn unserem eigenen Torwart ins Netz. Der Versuch unseres Kapitäns, mich als seinen Spielkollegen noch rechtzeitig präventiv zu foulen, misslang leider. Hätte er dann eine gelbe Karte bekommen? Schon wieder saß ich nach kurzen fünf Spielminuten auf der Reservebank, um das Schlimmste zu verhindern. Nach einer schlimmen Verletzung konnte ich leider diesen Sport nicht mehr ausüben (als unser Torwart ausschoss, beobachtete ich gerade den Storch auf der Wiese, und der Ball traf mich am Kopf, dass ich kurz das Bewusstsein verlor, seitdem kann ich Schlagzeug spielen, hahaha).

Nicht nur das Leder ist rund, sondern auch die Trommeln eines Schlagzeuges, und so werde ich die spielfreien Kabaretttage in meiner vor kurzem eröffneten Schlagzeugwerkstatt verbringen. Über das, was ich da genau treibe, gibt es in Kürze noch Infos. An diesem Samstag geht es allerdings noch zu einem kabarettistischen Notfalleinsatz ins benachbarte Niederbayern. Ein Kollege hat um Unterstützung gebeten.

Der Storch bringt eigentlich Glück in Form von Babys und ist in Bayern, wohlverdient, sehr beliebt. Anders ist es mit „der Storch“. Das Parteimitglied Storch von der rechtsorientierten AfD hat sich dort im Landkreis Landau in ein Wirtshaus eingenistet. Sie wirft aber keine süßen Babys vom Himmel herab wie ihr männlicher Kollege, sondern es wird braune, schleimige und ekelhafte Verdauungsendprodukte hageln, die den Menschen schaden.

Der Bürger kann sich Gott sei Dank selber aussuchen, was er an diesem Samstag macht. Sollte jemand unverständlicherweise zu diesem falschen Vogel gehen, muss man das in einer Demokratie akzeptieren. Wir bieten den Menschen vor Ort eine Alternative zur Alternative, in Form eines Kabarettprogramms mit namhaften Künstlern, mit freiem Eintritt und Freigetränken. Es wäre falsch, gegen diese Veranstaltung zu wettern und den Leuten kein Pendant zu bieten. Das wäre der Super-GAU im Land, quasi der Supergauland. Ich freue mich schon auf die Menschen im niederbayerischen Eichendorf.

Nach der Sport-Zwangspause melde ich mich wieder. Bis bald, euer Meier!

Zur Kolumne: Matthias Meier ist Mitglied der Musikkabarettgruppe Da Huawa, da Meier und I. Einmal im Monat schreibt er einen satirisch-bissigen Beitrag für unsere Lokalausgaben, in dem er das Zeitgeschehen genauso aufs Korn nimmt wie private Ereignisse und Erlebnisse mit seiner Band.

Da Meier und sei Monat – hier lesen Sie weitere Kolumnen von Matthias Meier

Lesen Sie hier: Matthias Meier geht bei Videodreh baden – Für sein neues Musikvideo hat der Kabarettist in Bad Kötzting abgelegt. Sehr zum Leidwesen eines pinken Flamingos.

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