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Sport

Zwei Chamer US-Fans im Footballfieber

Für die L.A.-Chefs wird der Super-Sunday ein Fest der Superlative. LaBrassBanda bläst zum Sturm auf die Football-Tribüne.
Von Michael Gruber

Für Tanja und Jürgen Wittmann wird ein großer Star beim Super-Bowl 2018 abräumen: Tom Brady, Quarterback der New England Patriots.Foto: Gruber
Für Tanja und Jürgen Wittmann wird ein großer Star beim Super-Bowl 2018 abräumen: Tom Brady, Quarterback der New England Patriots.Foto: Gruber

Cham.Footballfans aus aller Welt zählen den Countdown bis zum Super-Sunday – das würde Jürgen Wittmann sicher auch tun, wenn er den großen Kick-off nur daheim vor dem Fernseher verfolgen würde. Als Inhaber des L.A. hat sein Lampenfieber aber andere Gründe. Wenn am Sonntagabend in Minneapolis das Leder zum Anstoß des Super-Bowl 2018 getreten wird, bekommen seine Gäste in Cham ein Staraufgebot präsentiert, das sich vor dem US-Original nicht verstecken muss.

„Den Umbau der Bühne müssen wir in 45 Minuten hinbekommen“, kalkuliert Wittmann den Zeitplan durch, „um Viertel nach Zwölf müssen die Stühle stehen, damit wir es bis zur Nationalhymne schaffen“. 400 Gäste werden am Sonntagabend zur großen Super-Bowl-Party mit LaBrassBanda in seine Veranstaltungshalle pilgern – die Tickets sind fast ausverkauft. Auch die 150 Plätze im Cafébereich, wo das Finalspiel der NFL auf kleineren Flatscreens übertragen wird, sind seit Weihnachten ausgebucht.

Ministadion im L.A.

So stolz Wittmann auch ist, mit LaBrassBanda ein musikalisches Großkaliber an Land gezogen zu haben – beim Super-Bowl wird seine ganze Mannschaft schwitzen. „Letztes Jahr haben sie im Olympiastadion vor 14 000 Menschen gespielt – das ist quasi ganz Cham“, sagt Wittmann. Ab 19 Uhr werden die Türen zur Bühne geöffnet, wo Stefan Dettls Truppe die Fans bis 22:30 Uhr aufwärmt. Dann soll sich die Halle bis zum Spielbeginn um 00:30 Uhr in ein Ministadion verwandeln, mit Großleinwand, eigenem Hot-Dog-Stand zur stilechten US-Verpflegung und 220 Plätzen für alle, die das Duell der beiden Finalmannschaften, die New England Patriots gegen die Philadelphia Eagles live verfolgen wollen. Warum dort auch die Bandmitglieder von LaBrassBanda sitzen werden, hat mit einem Super-Bowl-Banner im L.A. zu tun und einem glücklichen Zufall.

„Vor ihrem Auftritt beim Feuerwehrjubiläum in Chammünster war die Band letztes Jahr bei uns. Der Bandchef Stefan Dettl hat von unserer Party erfahren und wie sich herausgestellt hat, sind die alle große Footballfans“, erklärt Betreiberin Tanja Wittmann. „Beim Gehen haben sie dann gesagt: Wir sehen uns im Februar! Wir konnten’s noch nicht ganz glauben, bis die Bestätigung von der Bookingagentur kam.“

„Aus sportlicher Sicht wird das in diesem Jahr nur schwer zu toppen sein“

Tanja Wittmann

Was den sportlichen Höhepunkt des Abends angeht, hat Jürgen Wittmann seinen Gewinner schon gefunden: „Ich denke, Tom Brady wird wieder einen Rekord nachlegen“. Der 40-jährige Star-Quarterback der New England Patriots hat bisher fünf Super-Bowl-Titel geholt und gilt als einer der besten Footballer der NFL. Das spektakuläre Finale im letzten Jahr hatte nicht nur die Fans im L.A. vom Hocker gehauen: Im letzten Quarter holten die New England Patriots mit einem Rückstand von 3:28 Punkten zu einer Aufholjagd aus und siegten nach der Verlängerung gegen die Atlanta Falcons. „Aus sportlicher Sicht wird das in diesem Jahr nur schwer zu toppen sein“, sagt Tanja Wittmann. Auch wenn sie die Fachkenntnis über den Sport eher bei ihrem Mann Jürgen sieht, der schon beim ersten Rendezvous kein Geheimnis aus seinem Spleen für das ovale Leder gemacht hat. „Seitdem weiß ich, wie viel Versuche eine Mannschaft für zehn Yards hat“, sagt Witmann mit einem Schmunzeln, „mitgehangen, mitgefangen.“

Lesen Sie hier: Der ASV Cham und seine 150 Räuber – Thorsten Hastreiter ist Abteilungsleiter der Raiders Cham. Pünktlich zum Super-Bowl ist die Football-Gründung ein Erfolg.

Im Herzen ein Chamer 89er

Lange vor seiner Zeit als Wirt boxte sich Wittmann für die erste Chamer Footballmannschaft über das Feld. Gemeinsam mit anderen Footballfans rief er die Chamer 89ers ins Leben, stand mit 19 Jahren zunächst als zweiter Quarterback, später dann als Kicker auf dem Spielfeld. Wenn der Gastronom heute daran denkt, muss er lachen: „Mei“, sagt Wittmann, „jetzt würde ich es höchstens zum Lineman bringen.“ Jene Spieler also, die in der ersten Linie beim Tackling vor allem mit Masse punkten. Aktiv am Feld stand der US-Fan aber seit 1991 nicht mehr. Ein schwerer Oberschenkelbruch nach einem Autounfall beendete seine Laufbahn.

„Football ist ein friedlicher Sport. Ausschreitungen von Hooligans, die sich im Namen ihres Teams prügeln, gibt es nicht.“

Jürgen Wittmann

Was den Reiz des US-Sports für ihn ausmacht? „Das Schöne am Football ist, dass 18- bis 40-Jährige gemeinsam als Spieler auf dem Feld stehen und es egal ist, ob Du dünn bist oder ein bisschen dicker“, findet Wittmann. Noch mehr als beim Fußball zähle die richtige Strategie bei den Spielzügen, um das Leder hinter die Linie zu bekommen. In den Zuschauerrängen von US-Stadien gibt es zudem keine Trennung zwischen den Fanblöcken, was aus Wittmanns Sicht einen weiteren wichtigen Unterschied macht: „Football ist ein friedlicher Sport. Ausschreitungen von Hooligans, die sich im Namen ihres Teams prügeln, gibt es nicht.“

Lesen Sie hier: Bei Chamer Fans sind Patriots chancenlos – Was LaBrassBanda und die Chamer Raiders gemeinsam haben? Beim Super-Bowl 2018 gehört ihr Herz den Underdogs aus Philadelphia.

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