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Region Cham
Sonntag, 23. September 2018 23° 7

Geschichte

Zwei Großbrände im Angerviertel

1935 und 1941 brannten in Miltach Häuser, Scheunen und Schuppen bei Brandereignissen ab, die große Ausmaße hatten.
Von Erwin Vogl

  • Bei den beiden Buben handelte es sich um Leo Ludwig („Lackerbauer“) und Willi Elsner („Postbote“). Auf der Ruine zwei Feuerwehrmänner mit ihren Messinghelmen. Fotos: Hugo Bretzl/Repro: kvg
  • Auch damals gab es schon die „Gaffer“, die aus den Nachbarorten mit Fahrrädern in Sonntagskleidung nach Miltach kamen. Links steht das kleine Feuerwehrhaus, in der Bildmitte der Brunnerwirt, weiter rechts das Lebensmittelgeschäft Bretzl (jetzt Pizzeria). Fotos: Hugo Bretzl/Repro: kvg

Miltach.Am zurückliegenden Wochenende erhielt das am 27. Februar 2018 in Dienst gestellte Löschfahrzeug vom Typ HLT 20 den kirchlichen Segen. Hätten die Kameraden vor Jahrzehnten über diese technischen Ausstattungen verfügt, wären die beiden Großbrände im Ortszentrum sicher schnell zu löschen gewesen. Es war 1935 und 1941, als im sogenannten Angerviertel schlimme Feuer wüteten und Einiges vernichteten.

Der Fotograf stand auf der kurz zuvor fertiggestellten Perlbachbrücke. Am linken Rand ist die Ruine des Pfeilschifterhauses zu sehen. Weiter vorne rechts das in Mitleidenschaft gezogene Gerätehaus  Fotos: Hugo Bretzl/Repro: kvg
Der Fotograf stand auf der kurz zuvor fertiggestellten Perlbachbrücke. Am linken Rand ist die Ruine des Pfeilschifterhauses zu sehen. Weiter vorne rechts das in Mitleidenschaft gezogene Gerätehaus Fotos: Hugo Bretzl/Repro: kvg

Nach der Feuerwehrchronik besaß damals die Gemeinschaft zur Brandbekämpfung lediglich eine handbetriebene Feuerspritze, einige Schläuche und Holzleitern. Damit war gegen das wütende Feuer, das starker Wind anfachte und bei den engstehenden Gebäuden rasch neue Nahrung fand, schwer anzukämpfen. Die Brandursachen konnte man in beiden Fällen nicht ermitteln. War es Selbstentzündung der eingelagerten Futtervorräte, was im Mai eher unwahrscheinlich ist, oder waren es zündelnde Jugendliche? Bemerkenswert dazu ist die Tatsache, dass es im Zeitraum von 1921 bis 1941 allein im Bereich Miltach-Oberndorf öfter brannte: 15 Brände sind aufgelistet. Es war am Muttertag, 19. Mai 1935, als in Miltach im Angerviertel am Vormittag ein Großbrand wütete und großen Sachschaden anrichtete. Betroffen waren die Scheune von Heinrich Welter, Wohnhaus und Scheune von Xaver Pfeilschifter, die Scheune von Ludwig Brunner, Schuppen von Ludwig Röhrl und das Gerätehaus der Feuerwehr. Kommandant war Ludwig Weber, senior. Von der Katastrophe gibt es einige Fotos, die der damals 14-jährige Hugo Bretzl anfertigte und dessen Sohn Michael sie jetzt zur Verfügung stellte. 1941 kam es im gleichen Ortsteil zu einem erneuten Großbrand, wobei die Scheune von Heinrich Mühlbauer, das Wohnhaus und die Scheune von Josef Zistler und ein Schuppen von Heinrich Welter vernichtet wurden. Die Fotodokumentation erinnert an das Geschehen vor Jahrzehnten.

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