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Zwei Priester aus Unterlintach

Die Brüder Michael und Johann Baptist Niklas folgten ihrer Berufung und wurden Geistliche. Michael starb drei Jahre später.

  • Die Pfarrkirche im Markt Wallersdorf (Foto links) wurde auf Veranlassung von Pfarrer Johann Baptist Niklas erbaut. Eingeweiht wurde sie im Jahr 1859. Zum Dank setzte man Pfarrer Niklas ein Grabdenkmal im inneren der Friedhofskirche. Foto: Ludwig Weber
  • Zum Dank setzte man Pfarrer Niklas ein Grabdenkmal im inneren der Friedhofskirche. Foto: Ludwig Weber
  • ohann Baptist wurde 1813 zum Priester geweiht. Foto: Ludwig Weber

Roding.Unter dem Titel „Berufen zum Diener Gottes“ erinnerte der Förderverein Alte Wehrkirche Obertrübenbach in einer seiner früheren Ausstellungen an Priester und Ordensleute rund um Obertrübenbach, Kalsing, Unterlintach und Umgebung, die hier hervorgegangen sind.

Die Brüder Michael und Johann Baptist Niklas: Die Eltern waren Georg und Ursula Niklas, geborene Hauser aus Grub bei Stamsried, laut Kataster von 1808 auf dem Unterlintacher Anwesen Hs.Nr.18 (früher 3) heute Deiminger, „Hausname Fischer“. Michael Niklas wurde am 23. Februar 1781 in Unterlintach geboren und am 30. August 1807 zum Priester geweiht. Er war Kooperator in Winhöring, Landkreis Altötting, und im Bistum Passau. Er starb am 6. Dezember 1810 im Alter von nur 29 Jahren und nur drei Jahre nach seiner Priesterweihe.

Johann Baptist Niklas wurde am 23.Dezember 1787 geboren und am 3. April 1813 zum Priester geweiht. Über sein Wirkungsfeld und seine Verwendung ist bis zum Jahr 1821 nichts bekannt. Im November 1821 schickte das Stift St. Johannes in Regensburg den „jungen Kanonikus“ Johann Baptist Niklas nach Wallersdorf in Niederbayern.

Ungeliebtes Amt

Aus einer Abschrift aus eigenen Aufzeichnungen von Johann Baptist Niklas aus der Chronik „Wallersdorf von Gestern bis heute“: „Ich hatte dieses Provisoriat nur ungern und nur aus Achtung gegen Titl. Herrn von Riccabona (sehr hochgeschätzter Vorgänger) übernommen. Ich erwartete von Woche zu Woche die Ankunft eines Pfarrers. Denn die Pfarrey war schon einige Wochen vorher zur Bewerbung öffentlich von der k. Regierung ausgeschrieben worden. Aber nun nahm die Sache auf einmal eine andere Wendung. Das Stift zu St. Johannes in Regensburg reklamierte das ihm entzogene Nominationsrecht, erhielt selbes auch und ernannte mich, auf Verwendung des damaligen Domkapitulars und nachmaligen Bischofs Sailer so wie auch der hiesigen Gemeinde zum Pfarrer.“

Eine Seuche rückte näher

Weitere Aufzeichnungen von 1831 ergeben „die herannahende orientalische Cholera Morbus oder auch asiatische Brechruhr, die in diesem Augenblick, da ich (Pfarrer Niklas) dies schreibe, schon nahe an die Gränze unseres Vaterlandes und im Norden über Hamburg nach Emgland vorgedrungen ist. Ob und wann sie auch zu uns kommen wird, weiß nur Gott allein. Ich, Johann Baptist Niklas, möchte noch manches in Ordnung bringen, und ich weiß nicht, ob ich zu jedem Geschäfte noch die nötige Zeit haben werde.“ Die Seuche ging an Wallersdorf vorbei. Eine Katastrophe anderer Art brach über den Ort herein, als 1849 durch Brandstiftung große Teile Wallersdorfs und die Barockkirche eingeäschert wurden.

Ein Originalzitat aus der Wallersdorfer Chronik: „In erster Linie bemühte sich Pfarrer Niklas, der Not der vielen Brandleider abzuhelfen. Dann aber setzte er alle seine Kräfte ein, um die Mittel für den Bau einer größeren Kirche zu bewerkstelligen. Im Jahr 1858 war das Gebäude im neugotischen Stil im Großen und Ganzen fertiggestellt, damit es endlich am 28. Juli 1859 geweiht werden konnte. Der Pfarrer und Dechant verstarb aber am 25. Juni 1859, einen Monat vor der Einweihung. Es war ihm also nicht mehr vergönnt, die Freude über sein gelungenes Bauwerk mit seiner Gemeinde zu begehen. Als Dank setzten ihm seine Pfarrkinder ein schönes Grabmal im inneren der Friedhofskirche.“ (rjk)

Hintergrund

  • Todestag:

    Pfarrer Johann Baptist Niklas starb am 25. Juni 1859 im Alter von 71 Jahren.

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