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Menschen

Zwischen Management und Ehrenamt

Eigentlich ist Michael Marr aus Lederdorn nun bei VW in Wolfsburg. Dem Rettungsdienst der Heimat hält er aber die Treue.
Von Karl Pfeilschifter

Dr. Michael Marr (l.) als ehrenamtlicher BRK-Rettungssanitäter mit Notfallsanitäter Kai Hermann im Einsatz Foto: Karl Pfeilschifter
Dr. Michael Marr (l.) als ehrenamtlicher BRK-Rettungssanitäter mit Notfallsanitäter Kai Hermann im Einsatz Foto: Karl Pfeilschifter

Cham.Wie ein Ehrenamt einen jungen Menschen prägen kann, wie erfüllend es sein kann, wie wichtig es für Freundschaften und Heimatgefühl ist, zeigt das Beispiel von Dr. Michael Marr. Trotz beruflicher Karriere bis zum Leiter IT Aftersales des großen Volkswagen- Konzerns in Wolfsburg, wo er dafür verantwortlich ist, dass in sämtlichen Werkstätten auf der ganzen Welt aller dem Konzern angehörenden Automarken wie Audi, VW, Skoda, Seat und und und….. die IT-Systeme laufen und erneuert werden, ist er dem Roten Kreuz im Landkreis treu geblieben. Er versieht hier bei seinen Heimatbesuchen ehrenamtlichen Dienst in den Rettungswachen, wie zuletzt in Lam und Bad Kötzting.

Michael Marr wuchs in Lederdorn auf und besuchte das Benedikt-Stattler-Gymnasium in Bad Kötzting. Nach dem Abitur begann er seinen Zivildienst beim BRK in Bad Kötzting, absolvierte die Ausbildung zum Rettungsdiensthelfer und nannte das Zivi-Jahr einen „Volltreffer“ für seine Zukunft. Nach dem Zivildienst begann er sein Studium in Erlangen. Sein Bestreben war es, dem Ehrenamt treu zu bleiben. Obwohl er beim Erlanger BRK Anschluss fand und dort aktiv war, zog es ihn immer wieder in den Landkreis Cham und er absolvierte neben dem Studium an vielen Wochenenden den Lehrgang zum Rettungssanitäter.

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Verantwortungsvolle Position

Was liegt bei so viel Affinität für Rettungsdienst näher als die Frage nach dem Arztstudium. Der 35-Jährige hat hier eine klare Antwort. Dem Krankenhaus- und Klinikalltag mit seinen Schichtmodellen könne er nichts abgewinnen, so dass er seinen Doktortitel im IT-Ingenieurbereich erwarb. Beruflich zog es ihn in eine verantwortungsvolle Position nach Wolfsburg, wo er Verantwortung für mehrere Hundert Mitarbeiter und ein Budget von über 100 Millionen Euro trägt.

„Ich kann mit dem Betreten der Rettungswache wie sonst nie auch vom regulären Arbeitsstress abschalten.“

Dr. Michael Marr, Rettungssanitäter im Ehrenamt

Wann immer es die Zeit von Dr. Marr – trotz eines 60-plus-Stunden-Jobs – erlaubt, nimmt er beim BRK in Wolfsburg an Aus- und Fortbildungen teil, so zuletzt für Einsatzlagen am Klinikum Braunschweig oder auch im Hinblick auf den Anschlag am Berliner Breitscheidplatz am Klinikum Hildesheim. Trotz seines Arbeits- und Lebensmittelpunkts Wolfsburg ist der 35-jährige Lederdorner dem BRK im Kreis Cham treu geblieben und werde, wie er ausdrücklich betont, dies auch in Zukunft sein. Mehrmals im Jahr komme er mit seiner Ehefrau, die aus Warmleiten, Gemeinde Arnschwang, stammt, und seinen beiden Kindern (2 bzw. 4 Jahre) „heim“.

Mit dem „Segen der Familie“ falle es ihm leichter, Schichten, die zwölf Stunden dauern, zu übernehmen. Als Motivation für das nicht selbstverständliche Ehrenamt nennt er die Kollegen und den Spaß an dem ganzen Wirken. „Es ist einfach eine Supergemeinschaft, in die man reinwächst und mit der man gerne Zeit verbringt“, sagt der IT-Ingenieur und nennt es „ein tolles Gefühl, Teil einer ganz speziellen Rotkreuzgemeinschaft zu sein, bei der man auch nach mehreren Monaten der Abwesenheit sofort wieder ein Teil des Ganzen ist“.

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BRK Bad Kötzting „guter Anker“

„Ich kann mit dem Betreten der Rettungswache wie sonst nie vom regulären Arbeitsstress abschalten“, erklärt Dr. Marr und freut sich, beim BRK in Bad Kötzting einen guten Anker zu haben, den er auch nach mehreren Monaten immer wieder finde. Mit einem Lächeln im Gesicht und einem Augenzwinkern sagt er zu seinen BRK-Kollegen: „Was Ihr Arbeit nennt, ist für mich als Manager Urlaub!“ Der 35-Jährige ist ein Beispiel dafür, dass Ehrenamt nicht nur sinnvoll ist, sondern auch richtig Spaß macht.

Überhaupt scheint der Manager eine Vorbildfunktion in Sachen Führungskräfte in der Industrie, die eng mit einem Ehrenamt in der Heimat verbunden sind, einzunehmen. Neben Dr. Marr seien der langjährige Kreisbrandrat des Landkreises und Vorstandsvorsitzende der Zollner AG, Johann Weber, und der langjährige FW-Kommandant und Geschäftsführer einer Elektronikfirma in Baden-Württemberg, Matthias Klein, genannt.

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