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Wahlkampfauftakt

Zwölf Punkte für eine schönere Stadt

Die SPD mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Manfred Ruhland will nicht gegen etwas sein, sondern Lösungen anbieten.
Von Petra Schoplocher

Jetzt kann es richtig losgehen: Die Kandidaten, Michael Dirscherl ist einer von ihnen, erhielten ein Starterpaket und eine Menge Informationen. Foto: Schoplocher
Jetzt kann es richtig losgehen: Die Kandidaten, Michael Dirscherl ist einer von ihnen, erhielten ein Starterpaket und eine Menge Informationen. Foto: Schoplocher

Waldmünchen.Mit einem Zwölf-Punkte-Programm, angereichert und flankiert von konkreten Vorschlägen, aber auch Visionen, Ideen sowie Leitsätzen, möchte die SPD Waldmünchen die Wähler am 15. März überzeugen. Beim Wahlkampfauftakt ist das schon einmal gelungen: Für die vorgestellten Ziele gab es jedenfalls eine Menge Lob.

Ortsvorsitzender Stefan Wanninger betonte, dass sich die Sozialdemokraten eine andere Herangehensweise auf die Fahnen geschrieben hätten: „Wir sind nicht gegen etwas, sondern bieten Lösungen an“, betonte er. Wanninger zeigte sich aber nicht nur beeindruckt von dem auf einer Klausur erarbeiteten Programm.

„Sehr stolz auf die Liste“

Auf die Liste sei er „wirklich sehr stolz“. Die Mischung aus Nachwuchs- und erfahrenen Kräften, die bewiesen hätten, dass sie ihren Mann oder ihre Frau stehen, biete jedem Wähler passende Pendants. Vom Arzt bis zur Teilzeitkraft werde zudem ein breites gesellschaftliches Spektrum abgedeckt, fügte er erfreut an.

Programmpunkte und Statements kommen gut an: Irma Eiber und Stefan Schröpfer sind zufrieden mit den Flyern. Foto: Schoplocher
Programmpunkte und Statements kommen gut an: Irma Eiber und Stefan Schröpfer sind zufrieden mit den Flyern. Foto: Schoplocher

Jeder von ihnen bezog über die zwölf Punkte hinaus, die das gemeinsame Programm von Bürgermeisterkandidat und Liste bilden, noch für eine bestimmte Sache Stellung, was die Vorstellung auflockerte. Stefan Schröpfer brach eine Lanze für mehr politische Aufklärung von jungen Leuten, etwa in Form von Schnupperstunden, um ihnen Grundwerte wie Gerechtigkeit und Toleranz zu vermitteln. „Dann kann es nicht passieren, dass bestimmte Kräfte in unserem Land stark werden.“

Linda Ruhlands Steckenpferd ist ur-sozialdemokratisch der Einsatz für die kleinen Leute. Zudem regte sie Rathaus-Öffnungszeiten für (auswärts) Berufstätige an einem Samstag an. Konkret wurde auch Lisa Wittmann, die Mitarbeiterparkscheine forderte, um die Parkplatzsituation im Stadtkern zu verbessern.

Daumen hoch: Die SPD Waldmünchen um Bürgermeisterkandidat Manfred Ruhland (Mitte) startet gut ausgestattet und optimistisch in den Wahlkampf. Foto: Schoplocher
Daumen hoch: Die SPD Waldmünchen um Bürgermeisterkandidat Manfred Ruhland (Mitte) startet gut ausgestattet und optimistisch in den Wahlkampf. Foto: Schoplocher

„Viel Müll, wenig Eimer“, leitete Monika Hernadi ihren Wunsch ein, die Erlebnisräume in der Natur noch attraktiver zu machen, um die hohe Freizeitqualität weiter zu erhöhen. Silvia Wanninger möchte dafür sorgen, dass soziale Berufe mehr Ansehen genießen. Im Kindergarten – sie arbeitet als Erzieherin – solle mehr auf die Kinder als auf Zahlen geschaut werden.

Bernd Pirner liegen schon von Berufs wegen als Leiter des Pflegestiftes Senioren am Herzen. Die wegrationalisierte Stelle des Friedhofgärtners müsse ausgeglichen werden, forderte Michael Dirscherl. Karl-Heinz Hendl, der über 25 Jahre im Stadtrat sitzt, verwies auf seine Motivation: Die Menschen hier seien es wert, dass man sich einbringe.

Die einzelnen Punkte

Genau an diesen Menschen vorbeigeplant sei das neue Rufbussystem, das „man uns als den großen Wurf vormachen will“, monierte Manfred Ruhland. Der Zielgruppe nützten die paar Haltestellen nichts, hinzu komme ein „hakeliges Verfahren“. Die SPD fordert ein Ruftaxi von Haus zu Haus und ist überzeugt, dass dies auch – unter Einbeziehung von Ehrenamtlichen – umsetzbar ist. Indem die Stadt Leerstände aufkauft und herrichtet, könnte neues, urbanes Leben entstehen, verdeutlichte der Kandidat.

Das Wahlprogramm

  • Punkt 1:

    Zeitgerechte und bezahlbare Wasserver- und entsorgung

  • Punkt 2:

    Mehr Wohnungsangebote und Umwandlung von Leerständen im Stadtkern und in den Gemeinden

  • Punkt 3:

    Ein Ruftaxi von Haus zu Haus

  • Punkt 4:

    Weiterer Ausbau regenerativer Energien einschließlich genossenschaftlicher Bürgerwindanlagen

  • Punkt 5:

    Schnelles Internet für alle Bewohner, auch für die Menschen im Stadtzentrum

  • Punkt 6:

    Eintreten für mehr Sauerbkeit und Ordnung in der Stadt

  • Punkt 7:

    Mehr Transparenz in der Stadtratsarbeit

  • Punkt 8:

    Mehr Bürgerbeteiligung und Einführung einer Bürgersprechstunde

  • Punkt 9:

    Steigerung des sanften Tourismus

  • Punkt 10:

    Erneuerung und Ausbau von Straßen und Errichtung barrierefreier Gehwege im Stadtgebiet

  • Punkt 11:

    Unterstützung und Stärkung der Einzelhandelsgeschäfte und Gewerbetreibenden durch gezielte Fördermaßnahmen und gezielte Aktionen

  • Punkt 12:

    Etablierung einer Ausbildungsplatzbörse am Ort in Zusammenarbeit mit Schulen und Betrieben

Ein großes Manko machte er bei der Transparenz der Stadtratsarbeit – seiner Meinung nach sei der Ausschluss der Öffentlichkeit häufig nicht nachvollziehbar –und der Bürgerbeteiligung aus. Bei der Wasserversorgung sah Manfred Ruhland den Stadtrat auf dem richtigen Weg, allerdings sei es dringend geboten, dass die Bürger erführen, was auf sie finanziell zukomme. Schließlich stünden Beträge im vierstelligen Bereich im Raum. Zum Thema Breitband wolle man keine Neiddiskussion lostreten, allerdings müsse die Ungleichbehandlung aufhören.

Der doppelte Manfred: „Ich und wir sind bereit“, betonte der Bürgermeisterkandidat. Die zwölf Punkte sind nicht nur seine, sondern auch die Zielpunkte der Sozialdemokraten. Foto: Schoplocher
Der doppelte Manfred: „Ich und wir sind bereit“, betonte der Bürgermeisterkandidat. Die zwölf Punkte sind nicht nur seine, sondern auch die Zielpunkte der Sozialdemokraten. Foto: Schoplocher

„Wenn wir die Energiewende hinbekommen wollen, müssen wir auf alle Felder setzen“, da reiche es nicht, dass „die Offiziellen feiern, wie toll wir im Landkreis und Waldmünchen sind“. Das mache ihn ein Stück weit wütend, zumal, wenn die Betreiber von steuerlich längst abgeschriebenen Kohlekraftwerken vier Milliarden Euro Entschädigungen erhalten – Steuergelder, die CDU und CSU für die Grundrente (dafür wären 1,5 Milliarden nötig) nicht ausgeben wollen.

Hotel mit Zugang zum AquaFit

Den „schmuddeligen und ungepflegten“ Stellen im Stadtgebiet wollen die Genossen ebenso den Kampf ansagen, unter anderem mit täglicher Reinigung. „Wir haben so wunderschöne Dinge und daneben sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa!“ Handlungsbedarf sehe er bei Straßen („mit die schlechtesten im Landkreis“) und der Stärkung des Einzelhandels.

Der Marktplatz einer Geisterstadt

Manchmal sei es geradezu beängstigend ruhig am Marktplatz, beinahe geisterstadtähnlich. Energie müsse zudem aufgebracht werden, um ein hochwertiges Hotel anzusiedeln, Ruhland brachte den Perlsee oder eine Anbindung ans AquaFit ins Gespräch. „Man muss auch Visionen denken dürfen“, unterstrich der 62-Jährige.

„Wir haben die richtigen Ideen für den Landkreis Cham“: Landratskandidat Sebastian Meier (rechts) hielt eine mitreißende Rede und gratulierte den Waldmünchnern zu ihrer Liste. Foto: Schoplocher
„Wir haben die richtigen Ideen für den Landkreis Cham“: Landratskandidat Sebastian Meier (rechts) hielt eine mitreißende Rede und gratulierte den Waldmünchnern zu ihrer Liste. Foto: Schoplocher

Mit dem Hinweis auf die sieben Waldmünchner, die sich über ein Kreuz auf der SPD-Kreistagsliste freuen würden, machte Manfred Ruhland seinem Ärger über „die bewusste Falschinformation“ durch die CSU und ihrer angeschlossenen Listen zur Kreistagswahl Luft. Es stimme schlicht nicht, dass Kandidaten aus Waldmünchen nur über die Altlandkreisliste in den Kreistag kommen könnten. Er selbst habe 2002 das Gegenteil bewiesen.

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