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Kultur

1175 Jahre Kirchengeschichte

Kirchen in Roding und ihre Patrone – die Ausstellung in der Alten Wehrkirche Obertrübenbach wird am 23. Juni eröffnet.
Annette Muhr

Diese alte Darstellung zeigt den ehemaligen Klostergarten in Roding. Bildquelle: Geschichte des Marktes Roding
Diese alte Darstellung zeigt den ehemaligen Klostergarten in Roding. Bildquelle: Geschichte des Marktes Roding

Roding.Der Förderverein Alte Wehrkirche Obertrübenbach hat heuer im Jubiläumsjahr der Stadt Roding eine spezielle Ausstellung erarbeitet. „Mit Gallus und Pankratius unterwegs – mehr als 1175 Jahre Kirchengeschichte“ wird die Bedeutung der Kirchenpatrone, aber auch die religiöse Entwicklung bis in die heutige Zeit veranschaulicht. Die beiden Hauptautoren Ludwig Weber und Michael Fleck haben viel Freizeit und persönliches Engagement in die Recherche und Dokumentation investiert. Beiträge lieferten auch Stadtpfarrer Holger Kruschina und Vorstandsmitglieder des Fördervereins Alte Wehrkirche Obertrübenbach.

Am Sonntag, 23. Juni, findet um 16 Uhr die offizielle Eröffnung der Ausstellung in der Alten Wehrkirche Obertrübenbach statt. Bei schönem Wetter sind zu Beginn die Redebeiträge im Außenbereich geplant. Als Alternative wird bei Regenwetter zunächst ins Alte Dorfwirtshaus eingekehrt. Die Ausstellung gewährt umfangreiche Einblicke in eine bewegte religiöse Historie, die Interesse verdient.

Mehr als 1175 Jahre – wie der Titel verspricht – sei etwas gewagt, denn es gebe im Gegensatz zu Chammünster keine schriftliche Kunde aus dieser frühen Zeit in Roding, gibt Ludwig Weber zu bedenken. Aber die Indizien sprechen deutlich dafür.

Iroschottische Mönche in Bayern

Der heilige Gallus, ein Missionar aus dem Iroschottischen Mönchstum wurde der erste Patron der Rodinger Kirchengemeinde. Diese Missionierung durch Iroschottische Mönche in Bayern endete bereits vor dem 8. Jahrhundert. So entstand vor oder kurz nach dem Jahr 700 in Roding eine dem heiligen Gallus geweihte Kirche für das Volk, eine frühe Pfarrkirche. Der „Gallistift“, eine Pachtzahlung von vielen Bauernanwesen im Rodinger Pfarrgebiet an den Pfarrer in Roding, bietet ein weiteres Indiz.

Von Pankratius dagegen ist durch eine Urkunde aus dem Jahr 896 konkretes Wissen vorhanden. Kaiser Arnulf ließ in Roding eine königliche Kapelle errichten und diese mit Reliquien des Pankratius ausstatten. Dieses Gebäude war ein Gotteshaus für den König und sein Gefolge, keine Volkskirche. Der Weihbischof von Simmern erkannte bei seinem Besuch nach dem großen Marktbrand in Roding im Jahr 1755 die Josefikapelle als eine der fünf ältesten Kirchengebäude im ganzen Bistum an und identifizierte sie als frühe Taufkapelle.

Als 1950 die Fresken im Obergeschoß der Josefikapelle von Karl Schwarzfischer und Ludwig Dieß gefunden und freigelegt wurden, erkannte man die historische Bedeutung des Bauwerkes. Weiteres Licht ins Dunkel der kirchlichen Frühgeschichte von Roding brachte der Abbruch des alten Lindinger-Gebäudes im Jahr 1980 mit der kurzfristigen Freilegung der Ostmauer von Josefi- und Annakapelle.

In der Ausstellung werden den Besuchern die Erkenntnisse aus dieser Zeit zusammen mit dem Wissen über die Kirchenpatrone Gallus und Pankratius und die Weiterentwicklung der Pfarrei auf den ersten fünf Tafeln präsentiert.

Kirchen und Vereine im Blick

Eine weitere Tafel widmet sich den seit dem 13. Jahrhundert in Roding tätigen Pfarrherren. Mit Hilfe des Grundrisses der Josefi- und Annakapelle wird die Platzierung der dort befindlichen Fresken und ihre Bedeutung erklärt. Die Entwicklung der nacheinander errichteten Pfarrkirchen aus der Zeit nach der Jahrtausendwende bis zur heutigen Neugestaltung bildet einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung.

Neben dem Heilbrünnl und der Expositur Trasching gehören die Filialen Wetterfeld und Kalsing sowie zahlreiche Nebenkirchen und Kapellen wie in Regenpeilstein, Zenzing, Zimmering, Unterlintach, Nanzing, Heide und weitere Kapellen zum großen Gebiet der Pfarrei Roding. Sie alle findet man mit der Beschreibung ihrer Patrozinien in der Ausstellung. Ergänzend zu den geschichtsträchtigen Dokumentationen werden auch die elf kirchlichen Vereine in der Pfarrei Roding aufgezeigt. Die Pfarrkirche Neubäu, die Filialkirche Fronau sowie die Expositur Strahlfeld mit dem Kloster der Missionsdominikanerinnen runden die Ausstellung ab. (rom)

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