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Volksfest

A Schmaatz und a Maß Bier

Der Volksfestverein lud die Chamer Senioren zu einer Brotzeit ein – und aus allen Himmelsrichtungen kamen sie angereist.
Von Claudia Peinelt

  • Die 82-jährige Theres und der 90-jährige Josef genießen die Volksfestmaß.

Cham.Es ist Freitagnachmittag kurz vor 14 Uhr. Die ersten älteren Herrschaften suchen sich die besten Plätze im Festzelt aus. Es ist wieder soweit. Der Volksfestverein hat die Chamer Senioren zu einer Wies’nbrotzeit eingeladen.

Die Bedienung bringt die erste frische Maß Aldersbacher Bier an den Tisch, wo drei ältere Männer und zwei Frauen Platz genommen haben. Als die Bedienung kassieren will, schaut einer der Männer etwas ratlos. „I hob ma denkt, mir sama heid eiglon?“ Das stimmt schon, doch die Freibier- und Essensmarken werden erst ab 15 Uhr verteilt. „Noja, dann wort ma hold no“, meint der Mann mit dem Hut auf dem Kopf.

Und dann ist es endlich soweit: Stadtkämmerer Christian Plötz, Bürgermeisterin Karin Bucher, Stadtwerkechef Stefan Raab und Reinhard Lesinski kommen mit ihren Leinentaschen. Darin haben sie ihre Freibier- und Essensmarken verstaut. Und dann geht es los. Jeder der vier bekommt einen Teil der Tische zugeteilt. Mit einem Lächeln verteilt das Quartett die Seniorenbrotzeiten. „I find’s scho schee, dass der Volksfestverein des mocht“, meint die ältere Oma, die mit ihrer Nachbarin zum Seniorennachmittag gefahren ist.

Auch Theres und Josef aus Waffenbrunn sind wieder da. Theres ist 82 Jahre und Josef 90. „Wir kommen schon einige Jahre hierher und freuen uns über die Maß Bier und die Brotzeit. „Früher, ja da war alles ganz anders“, erzählt Theres. Da gab’s nur a Gockerl mit Brez’n, sonst nix. „Des is einem dann scho bis oben g’estand’n. Da is des jetzt scho viel besser.“ Am anderen Tisch sitzt eine Runde Männer, die aus Richtung Waldmünchen in die Kreisstadt gekommen ist. „Es ist halt gemütlich hier. Und jedes Jahr treffen wir uns immer am Chamer Seniorentag und lassen es uns so richtig gut gehen“, sagen sie.

Barbara wird bald 93 Jahre alt. „Jetzt, wo wir a bisserl mehr Geld haben, können wir nicht mehr so oft weg, und auch aufs Volksfest gehts nur einmal. Da freu i mi scho des ganze Jahr drauf. Früher, als i no gut auf de Füß war, hama koa Geld ghabt, dass ma uns amol a Maß Bier und a Brotzeit leisten ham können“, sagt sie. Und da ist noch der Ferdl, den sein Enkel Lukas seit zwei Jahren zum Chamer Volksfest fährt. „Etz, wo er den Führerschein hod, fohrt er mi immer eine und hold mi dann a wieder ob. Dafür steck eahm immer mol an Zwanzger zu“, erzählt der Ferdl und zwinkert. „De junga Leid kinna immer a bisserl a Zugeld braucha“.

Und so sitzen sie da, die „Chamer“ Senioren, lachen, schunkeln und führen Gespräche – Gespräche mit den Menschen, die sie kennen, aber auch oft mit ganz fremden Menschen. Dazu spielen die Feieromd Musikanten zünftig auf.

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