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Wallfahrtsmuseum

„Am Samstag vor Martini 1419…“

Die neue Ausstellung bietet Einblicke in „600 Jahre Gnadenbild „ in Neukirchen b. Hl. Blut.

  • Brunnen: Darstellung des Gnadenbildes auf dem Wallfahrerbrunnen am Marktplatz
  • Darstellung des Gnadenbildes auf einem Stuhltäfelchen in der Wallfahrtskirche.
  • Gestickte Darstellung des Gnadenbildes auf der Jubiläumsfahne vom Jahr 1952 Fotos: Günther Bauernfeind

Neukirchen b Hl Blut.Das Gnadenbild der Wallfahrt Neukirchen b. Hl. Blut, eine geschnitzte und gefasste Marienfigur, stammt nach der gängigen Legendenfassung aus Loucim/Lautschim in Böhmen, gut 20 Kilometer von Neukirchen entfernt. Das Jubiläumsdatum 1419 wird aus der Loucimer Legenden-Version abgeleitet.

In einem „Notandum“ im „Liber memorabilium“ in Loucim/Lautschim ist unter 1772 eingetragen, dass das Neukirchener Gnadenbild früher in Loucim verehrt worden sei. Es stand in der Kirche von Loucim, sei während der Hussitenkriege entfernt und nach Neukirchen gebracht worden: „Frau Susanna Halada begab sich nun im Verein mit mehreren Personen auf die Suche, um einen geeigneten Platz zu finden. Sie suchten lange, bis sie auf bayerischem Boden eine alte hohle Linde entdeckten, die ihnen zu einem Versteck als geeignet erschien. Am Samstag vor Martini 1419 wurde vor der Muttergottes der letzte Gottesdienst gehalten.“

Mitte des 15. Jahrhunderts entdeckt ein Hussit diese Marienfigur in Neukirchen. Er wirft sie in den nahegelegenen Brunnen, sie kehrt jedoch auf ihren Platz zurück. Schließlich versucht der Hussit, die hölzerne Marienfigur mit seinem Säbel zu zerschlagen. Er spaltet das Haupt, aus der Wunde fließt Blut. Der Hussit will fliehen, das Pferd bewegt sich jedoch nicht von der Stelle; der Hussit wird bekehrt. Auch der „Übeltäter“ kam also aus Böhmen. Nach einem Bericht von 1590 war es „ein gottloser Beheim“, 1611 „ain Böham, wellicher sich im Marckht bezecht hat“. Roman Sigl bezeichnet ihn 1640 als „Kötzerische[n] gar vollgetrunckne[n] Böhamb“, und besonders ausdrucksstark wird er im Neukirchener Mirakelbuch von 1671 beschrieben: „ein gottloser Mensch, seiner Nation ein Böhamb, seines Irrthumbs ein Hussit, seiner Sitten ein Barbar und seiner Aigenschafften ein Bößwicht“. 1751 kommen Beruf und Herkunftsort hinzu: „ein gewisser Baurs-Mann, gebürtig in Böheim, aus der Pfarr Ransperg von dem Dorff Wottawa, seines Irr-Glaubens ein Ketzerischer Hußit“. Etwa ein Jahrhundert später ist die Rede vom „Dorfrichter“ in Wottawa. Die Verletzung durch den Säbelhieb und das Blutwunder in Neukirchen wurden schnell bekannt und die Wallfahrt besaß von Beginn an große Anziehungskraft.

Die Ausstellung im Wallfahrtsmuseum präsentiert Fotografien mit diversen Darstellungen des Gnadenbildes in der Wallfahrtskirche: das Original, bekleidet und bekrönt, Gemälde an der Orgelempore und an den Oratorien, Darstellungen auf Leinwandgemälden, auf Stuhltäfelchen und Votivkerzen. Aufgenommen wurden auch weitere Darstellungen im Umfeld der Kirche und im Ort, etwa als Wandgemälde, als Hausnischen- oder Brunnenfigur.

Ausgestellt sind zudem die Jubiläumsfahne von 1952 mit der aufgestickten Darstellung des Gnadenbildes, Skulpturen, Wallfahrtsmedaillen, Andachtsbildchen und Bücher. Eine Zusammenstellung verweist auf die vielen Gnadenbild-Darstellungen in der ständigen Ausstellung des Museums.

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