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Kommune

Bad Kötzting auf der Suche nach Wasser

In nicht öffentlicher Sitzung beschäftigte sich der Stadtrat auch damit, wie neue Quellen erschlossen werden können.
Von Stefan Weber

Die Stadt macht sich auf die Suche nach neuen Wasserquellen, um den Eigenanteil wieder zu erhöhen.
Die Stadt macht sich auf die Suche nach neuen Wasserquellen, um den Eigenanteil wieder zu erhöhen.

Bad Kötzting.Am Dienstagabend ging es in nicht öffentlicher Sitzung unter anderem auch darum, dass die Stadt ihren Eigenwasser-Anteil wieder erhöhen möchte. Hintergrund sei, dass der Verbrauch seit Jahren steige und die Stadt deshalb immer mehr Fernwasser beziehen müsse, wie Bürgermeister Markus Hofmann und Stadtbauamtsleiter Christian Kopf am Mittwoch erklärten. Die Stadt müsse jedes Jahr den geschätzten Verbrauch melden und zahlen pro Kubikmeter 1,18 Euro netto. 260 000 Kubikmeter seien für 2019 gemeldet worden - doch das habe nicht gereicht.

Bis zu 20 000 Euro pro Bohrung

Die Bürger der Stadt hätten aber 306 000 Kubikmeter Wasser zusätzlich zu der vorab gemeldeten Menge benötigt, wie der Bürgermeister erklärte. Das bedeute nicht nur Mehrkosten durch den Verbrauch, sondern auch Aufschlagszahlungen. Das liege auch daran, dass die stadteigenen Quellen jedes Jahr weniger Wasser lieferten, wie Kopf sagte. Darum wurden die Hydrobiologen der Firma Anders und Raum aus Velden damit beauftragt, nach neuen Quellen zu suchen. Den Auftrag vergab der Stadtrat am Dienstagabend. Vorgesehen sind bis zu sechs Bohrungen, von denen eine zwischen 15 000 und 20 000 Euro kosten werde, so Kopf.

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Verhältnis war früher 50/50

Dabei gebe es viele Vorgaben einzuhalten, wie der Stadtbauamtsleiter weiter erklärte – so etwa, dass die Quelle schon in einem Schutzgebiet liegen sollte. „Darum suchen wir erst einmal rund um bereits bestehende Quellen“, sagte Christian Kopf. Stoße eine Bohrung auf eine Quelle, die ergibig genug sei, könne die dann auch gleich genutzt werden. Normalerweise sei ein Verhältnis von zur Hälfte Eigenwasser und zur Hälfte Fernwasser in Bad Kötzting normal; „Im Moment steigt der Anteil des Fernwassers aber deutlich gegenüber dem Eigenwasser an“, erklärte Kopf.

Fassaden werden gefördert

Dem Stadtrat lagen außerdem noch zwei Anträge von Anwohnern der Marktstraße auf Förderung nach dem kommunalen Fassadenprogramm vor. Sie können auf 30 Prozent Zuschuss für ihre Kosten auf eine Summe von bis zu 15 000 Euro bauen - das gelte übrigens für alle Anwesen rund um den Stadtkern, wie Bürgermeister Markus Hofmann erklärte.

Spielbank übertrifft Erwartungen

Sehr gute Nachrichten gibt es von der Bayerischen Spielbank: Nachdem die Casinos auf tschechischer Seite seit zwei Jahren strengeren Vorschriften unterworfen sind (zum Beispiel Rauchverbot und strengere Einlasskontrollen), konnte das Haus an der Unteren Au die Besucherzahlen wieder deutlich steigern, und damit auch den Brutto-Spielertrag. Von dem Führt die Spielbank 30 Prozent immer an den Freistaat Bayern ab, der die Hälfte an die Stadt überweist. Erfreulich: Mit 350 000 Euro für den Stadtsäckel hätte die Spielbank ihre Erwartungen erfüllt; „Ende November lagen wir aber schon bei 550 000 Euro“, freute sich der Bürgermeister.

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Verwendung der Stabilisierungshilfe

Bereits im öffentlichen Teil der Sitzung hatte sich der Stadtrat mit einer weiteren finanziellen Angelegenheit zu beschäftigen: Mit der Stabilierungshilfe. 1,35 Millionen Euro hat die Stadt wieder vom Freistaat zugesagt bekommen. Allerdings nicht wie in den Vorjahren üblich, zu 90 Prozent für die Schuldentilgung zu verwenden, wie Kämmerer Florian Heigl erklärte. Lediglich 500 000 Euro dürfen dieses Mal in den Abbau der mit über zehn Millionen Euro immer noch hoch verschuldeten Kommune fließen. Der Rest - 850 000 Euro - muss als Hilfe für notwendige Investitionen vorgesehen werden.

Anfragen der Stadträte

  • Dr. Dominik Reithner:

    Der CSU-Stadtrat brachte am Ende der öffentlichen Sitzung vor, dass er mehrfach - auch von seinem eigenen Vater - auf die Neugestaltung der Fassade des neuen Rathauses angesprochen worden sei.

  • Hinweis:

    Er bat darum, die vor 50 Jahren aufgebrachte Fassade in Grün-Weiß nicht weiter als „Deko-Malerei“ zu bezeichnen - schließlich hätten die Bürger sich damals selbst für diese Gestaltung eingesetzt und auch mit dem Denkmalamt abgesprochen.

  • Zusage:

    Bürgermeister Hofmann forderte eine sachliche Diskussion zu dem Thema, das ohnehin nicht in nächster Zeit, sondern erst in ein oder zwei Jahren anstehen werde.

  • Franz Hackl:

    Der Stadtrat aus Wettzell bat darum, Dornensträucher hinter dem Fußballtor auf dem Spielplatz entfernen zu dürfen und dafür die Unterstützung der Stadt zu bekommen. Die neue Bepflanzung werde als Belohnung für den Sieg von „Unser Dorf hat Zukunft“ gestellt werden. Auch fragte er an, ob an der Kaitersbachstraße und an der Straße Richtung Wiesing ein Gehweg gebaut werden könnte - die Verwaltung wird das nun prüfen.

Neues Auto für den Bauhof

Zu guter Letzt ging es in der Sitzung auch noch um zwei Fahrzeuge für den städtischen Bauhof. Bei einem läuft nach vier Jahren das Leasing aus, die Stadt übernimmt es zum Preis von 10 000 Euro. Dafür wird ein 13 Jahre altes Fahrzeug über die Zollauktion verkauft, wie der Bürgermeister und der Bauamtsleiter erklärten.

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