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Darum läuteten die Further Glocken Sturm

15 Minuten lang schallte am Freitag das Geläut von vier Further Türmen. Dahinter verbarg sich eine besondere Botschaft.

Florian Lehminger (links) und Stefan Seidl brachten die Glocken des Stadtturms zum Klingen. Foto: fde
Florian Lehminger (links) und Stefan Seidl brachten die Glocken des Stadtturms zum Klingen. Foto: fde

Furth im Wald.Vielleicht hat es am Freitag zwischen 18 und 18.15 Uhr doch jemand gehört in Furth im Wald und sich gewundert? Für 15 Minuten läuteten die Glocken der Stadtpfarrkirche, der Kreuzkirche, der Leonhardikapelle, der Zachäus-Kirche und die vom Stadtturm. Grund war ein europaweites Glockenläuten anlässlich des Internationalen Friedenstags. Auch das Kulturamt der Stadt Furth hat sich dieser Initiative angeschlossen und sowohl bei der katholischen wie auch bei der evangelischen Pfarrei Unterstützer gefunden.

Ab 17.30 Uhr war der Stadtturm geöffnet, um von dort die Glocken zu hören. Kulturamtsleiterin Karin Stelzer freute sich über die vielen Besucher auf der Plattform des Further Wahrzeichens. Stadtarchivar Werner Perlinger gab interessante Informationen zu den Further Glocken.

Im Glockenstuhl der Kreuzkirche von 1673 hängt eine in Straubing gegossene Glocke aus dem Jahr 1631. Von der Leonhardikapelle erklingt eine Glocke von 1757. In der 1903 gebauten evangelischen Kirche gab es ursprünglich drei Glocken, die aber Opfer der Weltkriege wurden. Heute erklingt dort seit 1952 eine historisch undatierte Glocke, die 1733 restauriert wurde.

Die beiden Glocken im Stadtturm wurden 1790 in Straubing gegossen und stammen aus der Stadtpfarrkirche. Im Dritten Reich mussten alle Glocken abgeliefert werden, und von den vier Glocken der Stadtpfarrkirche kamen später wieder eben diese zwei Glocken zurück. Die Pfarrkirche hatte dann 1949 ein komplett neues Geläut bekommen. Perlinger hob besonders die sogenannte „Hof-Glocke“ von 1450 vom Schloss hervor. Dieses gehörte zum herzoglichen Hof zu Straubing. Durch den verheerenden Stadtbrand von 1863 wurde diese Glocke allerdings vernichtet.

Unter den vielen Gästen auf dem Stadtturm war auch Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl, der im Anschluss im Georgssaal einige Gedanken zur christlichen Bedeutung der Glocke vermittelte. Den Anfang des Further Geläutes machten die beiden im Stadtturm hängenden Glocken. Diese mussten wie zu alten Zeiten per Hand zum Klingen gebracht werden. (fde)

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