MyMz
Anzeige

Festspiel

Das Mädchen für alles beim Drachenstich

Früher spielte Heinz Winklmüller den Chamerauer. Nun sorgt er in Furth im Wald dafür, dass beim Festspiel alles glatt läuft.
Von Evi Paleczek

Bis 2016 hatte Heinz Winklmüller viele Jahre lang als Chamerauer eine der Hauptrollen im Drachenstich-Festspiel. Foto: Archiv/Benjamin Franz
Bis 2016 hatte Heinz Winklmüller viele Jahre lang als Chamerauer eine der Hauptrollen im Drachenstich-Festspiel. Foto: Archiv/Benjamin Franz

Furth im Wald.Viele Jahre lang ist Heinz Winklmüller als Chamerauer für das Böse im Drachenstich-Festspiel verantwortlich gewesen, nun sorgt er dafür, dass alles glatt läuft bei den Vorstellungen. Im vergangenen Jahr noch zusammen mit seinem Vorgänger Gerd Maier hatte er heuer zum ersten Mal allein die Rolle des Inspizienten inne. Und das bedeutet, „Mädchen für alles“ zu sein hinter der Bühne, sagt er im Gespräch mit unserem Medienhaus. Das ist anstrengend, macht ihm aber auch Spaß. Herzblut für den Drachenstich ist ja auch nach der Zeit als Hauptdarsteller noch da, betont er, und so fühlt er sich auf andere Art weiter zugehörig zur Spielschar.

In seinem „Kammerl“ hat der Inspizient alles im Blick. Fotos: fwa
In seinem „Kammerl“ hat der Inspizient alles im Blick. Fotos: fwa

Dass die Darsteller den 61-Jährigen so gut kennen, war mit ein Grund für seine Wahl als Inspizient, hatte Bürgermeister Sandro Bauer im vergangenen Jahr erklärt. „Weil sie mich kennen, kommen sie alle zu mir, wenn irgendwas ist“, sagt Winklmüller heute. In seiner neuen Rolle ist er für viele Anliegen und Probleme der Spieler erste Anlaufstelle. Bei den meisten Dingen kann er selbst helfen, anderes gibt er weiter an die Drachenstich-Geschäftsführer oder Regisseur Alexander Etzel-Ragusa.

Fertige Kulisse

Er ist für alles da, was hinter der Bühne passiert, sagt Winklmüller über seine Aufgaben. Er koordiniert den Ablauf des Stücks, also die Einsätze der jeweiligen Darsteller und Wagen. Der 61-Jährige ist dafür zuständig, dass die Tore zur richtigen Zeit aufgehen und kümmert sich um die Sicherheit in und hinter der Arena. Wenn Requisiten nicht auffindbar sind, ist der Heinz Ansprechpartner, außerdem wenn sich wieder mal jemand aufgeschürft hat und ein Pflaster braucht. Die Eimer für die Fackeln müssen parat stehen, außerdem kümmert er sich darum, dass genügend Getränke für die Darsteller vorhanden sind. Zum Start des Festspiels muss bei den Kulissen alles passen: Er beauftragt den Bauhof, die Bühnen abzukehren und wässert die Arena, damit der Sand nicht zu staubig ist.

Das war die Tagauffühung beim Drachenstich

Ein Betrieb mit 500 Leuten

Auf was es alles zu achten gilt, hat ihm im vergangenen Jahr sein Vorgänger Gerd Maier gezeigt, ist Winklmüller dankbar. Es gibt so viele Kleinigkeiten zu wissen: wo Steckdosen, Sicherungskasten und Requisiten sind etwa, und wann was wohin gebracht werden muss. Unterstützt wird er außerdem von Sven Reitmeier, der die Fackeln tränkt und allgemein immer die Augen offenhält, sagt Winklmüller. Zudem helfen Reitmeier und Heinz Kummert täglich beim Aufräumen.

Förderverein spendet Kameras

  • Sicherheit

    Auf Anregung von Heinz Winklmüller hat der Drachenstich-Förderverein vor der diesjährigen Saison 3400 Euro in die Sicherheit bei den Vorstellungen investiert.

  • Aufnahmen

    Die Bildübertragung einer alten Kamera auf die Bildschirme des Ton- und Inspizientenhäusls war schlecht, so dass das Geschehen nur schwer im Detail beobachtet werden konnte. Von dort müssen jedoch die Signale gegeben werden, wann etwa die Tore zu öffnen sind.

  • Verbesserung

    Damit man auch hinter den Kulissen weiß, was in der Arena passiert, braucht man gute Kameras. So hat der Förderverein zwei neue Kameras angeschafft, die mittels Netzwerkkabeln betrieben werden und jederzeit erweiterbar sind.

  • Kameras

    Die eine, lichtempfindliche Kamera liefert auch bei Dunkelheit noch ein sehr gutes Bild an den Bildschirm. Die zweite Kamera bietet dem Inspizienten die Möglichkeit, auch das hintere Tor der Arena einzusehen, was bislang nicht der Fall war.

  • Vorfall

    Und die Investition hat sich bereits ausgezahlt. Die neue Kamera erwies sich heuer hilfreich, weil das Kippen der Hussitenkutsche beobachtet und reagiert werden konnte.

  • Bildschirm

    Es wurde ein weiterer Bildschirm angeschafft, der hinter der Bühne für die Spielschar angebracht wurde. Dadurch können die Darsteller den Ablauf des Stücks verfolgen und auf ihren Einsatz warten, ohne das Ton- oder Inspizientenkammerl „besetzen“ zu müssen. (fwa)

Ein bisschen hat er schon überlegt, als er gefragt wurde, ob er den Inspizienten-Job übernimmt, erinnert sich der 61-Jährige. Es ist viel Arbeit, und er braucht auch zwei Wochen Urlaub in der Drachenstichzeit, aber Herzblut für das Spiel ist noch da, und auch seine Familie ist ja eingebunden. Seine Frau ist Ordnerin, die Kinder Andrea und Tobi sind Mitwirkende im Stück.

Damit es nicht so staubt, wird der Sand in der Arena befeuchtet. Foto: fwa
Damit es nicht so staubt, wird der Sand in der Arena befeuchtet. Foto: fwa

Im Großen und Ganzen hat alles gut geklappt in dieser Saison, freut sich Winklmüller. Alle ziehen an einem Strang, und viele Rädchen greifen ineinander, damit alles klappt. Er kann sich lediglich um den Gesamtablauf kümmern, erklärt der Inspizient, für Details sind die Gruppenführer zuständig. Das Drachenstich-Festspiel sei ein Riesenunternehmen mit bis zu 500 Leuten, die koordiniert werden müssen. Im Nachhinein wird es nun ein Gespräch im Spielerrat geben, bei dem es hauptsächlich um die Verbesserung der Sicherheit und alle Dinge geht, die während der Saison aufgefallen sind.

Michael Cizek fotografiert den Drachenstich

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham lesen Sie hier

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht