MyMz
Anzeige

Drachenstich

Das war der Drachenstich fürs Ritterpaar

Laura Lehminger und Matthias Schweitzer standen im Mittelpunkt des Further Volksschauspiels: „Eine saugeile Erfahrung“.
Von Evi Paleczek

Die Ritterin will sich opfern und zum Drachen gehen, das lässt Udo nicht zu – und entscheidet sich für den Drachenkampf. Foto: Simon Tschannerl
Die Ritterin will sich opfern und zum Drachen gehen, das lässt Udo nicht zu – und entscheidet sich für den Drachenkampf. Foto: Simon Tschannerl

Furth im Wald.„Ganz schön war’s. Eine saugeile Erfahrung.“ Im Gespräch mit unserem Meidenhaus blicken Laura Lehminger und Matthias Schweitzer zurück auf ihre Zeit als Ritterpaar und finden nur Worte der Begeisterung. „Ein Muss für jeden echten Furtherer“, meint Matthias, und: „Ich möchte das nicht missen in meinem Leben“, betont Laura.

Nachdem Ritterin zu werden, wie für viele Further Mädchen auch für sie von Kindesbeinen an bis ins Jugendalter ein Traum war, ist der Wunsch erst mal in den Hintergrund getreten, als Berufswahl und Studium wichtig wurden. Es war einfach nicht klar, ob es zeitlich mal passen würde, auch im Hinblick auf die Örtlichkeiten erklärt die Münchner Studentin; außerdem ist das Ganze ja auch mit einem Haufen Arbeit und Kosten verbunden. Aber dann hat es in diesem Jahr einfach gepasst. Sie hatte Respekt vor allem, gesteht Laura, aber auf einmal hatte sich alles gefügt, und die Ritterin 2018 zu werden, war definitiv die richtige Entscheidung. „Es hat sich alles rentiert“, betont die Further Bäckerstochter.

Das war der Auftakt zum Drachenstich 2018

„Warum eigentlich ich?“

Für ihren Ritter war es immer klar, dass er mal den Further Drachen töten wollte, sagt Matthias. Und als seine Partnerin hat er sich dafür die richtige ausgesucht: „Ich würde die Laura wieder nehmen“, sagt er und lacht. Aber warum hat er eigentlich mich genommen? Das hat sie sich am Montagabend auf einmal gefragt, als sie nach dem letzten Volksfestabend und damit dem Ende ihrer Zeit als Repräsentantin der Stadt während der Drachenstich-Zeit in ihrem Bett lag. Es ist einfach cool, dass er mich ausgewählt hat, hat sie sich gesagt. Und Matthias lacht: „Das ist schon toll, als Ritter hat man in Furth einmal die Möglichkeit, sich aus einem ganzen Katalog eine Frau zu bestellen.“

Das war die Tagauffühung beim Drachenstich

Es ist gut, dass sie sich über die Bergwacht schon gekannt haben, sagen beide im Nachhinein. Da gibt es nicht so viele Berührungsängste. Und natürlich ist man sich auch mal uneinig, aber im Großen und Ganzen haben sie gut harmoniert, meinen Laura und Matthias, und werden jetzt ihr Leben lang besondere gemeinsame Erinnerungen haben. Und es muss dann auch einfach funktionieren miteinander, betonen sie, weil es ja nicht in erster Linie darum geht, dass sie beide in ihren Rollen ihren Spaß haben, sondern weil sie die Stadt repräsentieren und Tausende Zuschauer auf den Tribünen für ein gutes Festspiel Geld bezahlen.

Man lernt sich kennen und reift

Es geht nicht darum, als Person im Mittelpunkt zu stehen, sagt Laura, aber wenn es im Nachhinein passt, dann ist es ein schönes Erlebnis gewesen, für das man viel gearbeitet hat – bei den Proben und etwa beim Schmücken der Häuser. So etwas kann ein normaler Mensch eigentlich gar nicht erleben, wenn man kein Star ist, freut sich die Ritterin über die wunderbare Erfahrung, die sie machen durfte. Man reift daran, ist sie sich sicher. Und lernt sich besser kennen, auch in Extremsituationen. Und das immer in dem Wissen, dass man nicht nur für sich da auf der Bühne steht, sondern für die Stadt.

„Dieses Erlebnis kann Dir keiner mehr nehmen!“

Laura Lehminger, Ritterin 2018

Potenziellen Nachfolgern raten Laura und Matthias, Ehrgeiz und Leidenschaft mitzubringen. „Man muss sich Vollgas reinhängen“, sagt der Ritter. „Die Leute merken, wenn man richtig Bock hat.“ Und nur wenn das der Fall ist, dann ist das Ganze auch „eine saucoole Erfahrung“. Und sie sollen das Festspiel zu ihrem Drachenstich machen und nicht sein wie irgendjemand vor ihnen. Sie beide hätten das gemacht, betonen Laura und Matthias, da ist etwas zwischen ihnen entstanden. „Das war unser Jahr!“, sagen sie.

Die Lieblingsszenen des Ritterpaars beim Drachenstich können Sie in unserer Slideshow sehen

Und noch einen Rat gibt es vom Ritter: Immer zu 1000 Prozent auf Rittertrainer Willi hören. Bei ihm bedankt er sich besonders für die Unterstützung, ebenso bei seinen Arbeitskollegen, der Drachenmannschaft und seiner Familie. Bergwacht, Familie, und Freunde, fügt Laura hinzu. Der Dank gilt allen, die sie in irgendeiner Weise unterstützt haben, sich für sie gefreut haben und sie als Ritterpaar in Erinnerung behalten. „Jetzt wüssten wir alles“, sagt Laura, man wächst hinein in die Rolle. Aber noch einmal Ritterpaar zu sein, wäre nicht richtig. Das Spontane, das von ihnen kommt, ist schließlich das Schöne.

Michael Cizek fotografiert den Drachenstich

„Alle waren so voller Energie“

Der Höhepunkt seiner Drachenstich-Zeit war für ihn der Festsonntag, sagt Matthias, der Umzug und die beiden Festspiele. Für Laura war es die Vorstellung am Premieren-Samstag. „Alle waren so voller Energie“, erzählt sie begeistert. „Ich bin mit dem Uli nur noch über die Bühne geflogen.“ Vielleicht hat es sich so angefühlt, weil sie alle in den Zuschauerrängen saßen, ihre Eltern und die ehemaligen Ritterpaare. Und am Ende bei ihrer Umarmung waren sie und Matthias so stürmisch, dass sie sogar auf dem Tisch hingefallen sind, erinnert sich die Ritterin.

Lesen Sie hier: Applaus nach letztem Drachenstich-Spiel

Letztes Drachenstichfestspiel in Furth im Wald

Beide hatten im Vorfeld nicht die großen Vorstellungen von ihrer Rolle als Ritterpaar. Man hört viel aus Erzählungen, aber was man dann erlebt, das ist einfach etwas, das einem keiner mehr nehmen kann, sagen sie.

Und natürlich haben sie sich auch selber etwas bewiesen: „Ich wollte das nicht wegen den Leuten machen, sondern weil ich mir zeigen wollte, dass ich den Drachenkampf schaffe, auch wenn ich vorher noch nicht reiten konnte“, sagt Matthias. „Und ich wollte gut spielen“, fügt Laura hinzu. Und nach dem, was die beiden an Rückmeldungen bekommen haben, hat das gepasst, und dann können sie voll zufrieden sein, meint die Ritterin. Sie ist dem Regisseur dankbar, dass er so viel Vertrauen in sie hatte, dass sie kurzfristig Neues ausprobiert haben, obwohl sie wegen ihres Studiums nur an den Wochenenden proben konnte. „Es war cool, dass er das mit mir so durchgezogen hat“, freut sich die Ritterin.

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham lesen Sie hier

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht