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Gesundheit

Demenzerkrankung: Was tun?

Es gibt einige Möglichkeiten der Diagnose, aber (noch) keine Heilung. Dr. Matthias Dobmeier erläuterte die Auswirkungen.

Wolfgang Rießelmann, Geschäftsführer der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft im Landratsamt Cham, und Referent Dr. Matthias Dobmeier (re.)  Foto: Franz Bucher
Wolfgang Rießelmann, Geschäftsführer der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft im Landratsamt Cham, und Referent Dr. Matthias Dobmeier (re.) Foto: Franz Bucher

Rötz.„Wenn das Gedächtnis nicht mehr will“, lautete ein weiterer Vortrag in der Reihe „Seelische Gesundheit im Alter“. Nervenarzt Dr. Matthias Dobmeier referierte am Mittwoch im Fürstenkasten vor 50 Zuhörern.

Demenz zählt laut Dobmeier zu den häufigsten Gesundheitsproblemen im höheren Lebensalter. In Deutschland gibt es 1,7 Millionen Betroffene. 25000 davon sind unter 65 Jahre alt. Als Demenz ist ein Zustand, bei dem allmählich immer mehr Nervenzellen und -kontakte zugrunde gehen. Dadurch werden Denken, Orientierung und Sprache beeinträchtigt. Oft kommt es auch zu Veränderungen von Verhalten und Antrieb.

Demenz-Erkrankungen können viele Ursachen haben, die häufigste ist die Alzheimer-Krankheit (60 Prozent). Viele Menschen haben Angst, an einer Demenz zu erkranken. Sie gehen nicht zum Arzt, auch wenn sie erste Symptome bemerken. Im Stadium der mittelschweren Demenz sind kognitive Störungen so stark ausgeprägt, dass die Betroffenen auch bei einfachen Verrichtungen Hilfe benötigen.

Das Altgedächtnis verblasst, die zeitliche und örtliche Orientierungsfähigkeit geht verloren, die sprachliche Verständigung wird zum Problem. Eine selbstständige Lebensführung ist nicht mehr möglich. Zusätzlich treten Verhaltensänderungen auf, vor allem Antriebslosigkeit, Unruhe, Reizbarkeit und Aggressivität. Schwierigkeiten mit der Kontrolle der Blase und des Darms können auftreten. Bestimmte Fähigkeiten sind aber nach wie vor erhalten, an Lieder, Musik und Gedichte kann man sich häufig gut erinnern.

Eine Diagnose ist Voraussetzung für einen Behandlungsplan und erleichtert den Zugang zu Hilfsmöglichkeiten. Diagnostische Maßnahmen dürfen nur mit Einverständnis der Betroffenen erfolgen. Kann jemand den Untersuchungen nicht mehr zustimmen, weil er deren Bedeutung nicht versteht, können Betreuer einwilligen. So wird festgestellt, ob eine Demenz oder ein anderes Symptommuster wie eine reine Gedächtnisstörung oder ein akuter Verwirrtheitszustand vorliegt.

Ferner muss der Schweregrad der Demenz ermittelt werden. Hierfür wird untersucht, ob die kognitiven Fähigkeiten vermindert sind. Beim Mini-Mental-Status-Test (MMST) werden Fragen gestellt, um wichtige geistige Funktionen wie Erinnerung, Aufmerksamkeit, Orientierung oder Lesen und Rechnen zu überprüfen

Die Klärung der Ursache ist von großer Bedeutung. Je früher die Behandlung, desto größer der Erfolg. Dabei gilt: Demenz ist nicht heilbar. Dobmeier ging auf die Behandlungsmöglichkeiten ein. Behandelt werden müssen behebbare Ursachen von kognitiven Störungen und Demenz wie Depression, Schilddrüsenunterfunktion, Infektionen des Gehirns, Vitaminmangel, Blutungen im Schädel, operable Tumore oder Abflussbedingungen des Nervenwassers. (wbf)

Therapien

  • Perspektive:

    Erst in zehn bis 15 Jahren sei vielleicht mit einer medikamentösen Behandlung zu rechnen, so der Mediziner.

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