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Ernte

Der Mais leidet unter der Trockenheit

Das Interesse war groß: Zum Maisfeldtag in Rhan kamen rund 40 Landwirte. Sie hörten dort längst nicht nur Erfreuliches.
Von Arnold Fleischmann

Dipl.-Ing.agr. Otto Fürsattel erklärte die Ablagetiefen. Foto: wfl
Dipl.-Ing.agr. Otto Fürsattel erklärte die Ablagetiefen. Foto: wfl

Schönthal.Die „Stanglwurst“, wie der Mais früher scherzhaft genannt wurde, nimmt in Deutschland immer noch an Bedeutung zu. Dies liegt daran, dass der Mais nicht nur als Körnermais und Silomais für die Rinderfütterung angebaut wird, sondern auch als Energielieferant für Biogasanlagen. Das sah man auch am großen Interesse am Maisfeldtag in Rhan, zu dem Arnold Platzer gemeinsam mit Dipl.-Ing. agr. Otto Fürsattel und dem Anbauberater Josef Gschrei von der Firma Pioneer geladen hatte. Rund 40 Landwirte kamen, um die auf dem Versuchsfeld angebauten Sorten zu begutachten.

Irreparabel geschädigt

Wie Fürsattel gleich vorab erwähnte, hat es seit der Aussaat des Maises kaum bis gar keine Niederschläge gegeben, so dass die ursprünglich sehr gut entwickelten Maisbestände extrem von Trockenheit gezeichnet waren. Vereinzelt führten Niederschläge zu einer Erholung der Bestände, andere waren aber irreparabel geschädigt.

Das ist Energiemais

  • Die Bezeichnung:

    Als Energiemais wird Mais bezeichnet, der zur Energiegewinnung in Biogasanlagen genutzt wird.

  • Die Pflanze:

    Da Mais als C4-Pflanze einen geringen Wasserbedarf hat, ist er eine verbreitete Kulturpflanze.

  • Die Förderung:

    Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird die Biogaserzeugung gefördert.

Pioneer hat 2017 wieder deutschlandweit Maissorten ausgesät. Es wurden an zahlreichen Orten Live-Ernten, Feldtage und Versuche durchgeführt. Wie dabei festgestellt wurde, halten Zahnmaise durch bessere Trockenheitstoleranz zwar länger durch, aber auch sie brauchen irgendwann Wasser. Die Niederschlagsmenge kann der Landwirt zwar nicht bestimmen, aber bei zu erwartenden Verlusten, wie beispielsweise heuer durch die sehr trockenen Witterungsbedingungen, kann man durch richtige Sortenwahl, Aussaatstärke und Ablagetiefen das Ertragspotenzial steigern. Die Ablage des Maiskornes ist wichtig für die Entwicklung der ersten Kronenwurzeln und gleichmäßige Abstände sind die Grundlage für einen hohen Einzelpflanzenertrag.

Anschließend erhielten die Anwesenden von Anbauberater Josef Gschrei detaillierte Informationen zu den verschiedenen Maissorten, die von der Aussaat, der Behandlung der Bestände auf den einzelnen Parzellen bis hin zu Trockensubstanzgehalt oder Stärkewert reichten. Auch über Standfestigkeit, Wuchs und letztlich Anbauempfehlungen erfuhren die Maisanbauern alles vor Ort. Vorgestellt wur­den neben bewährten Sorten mit Dreifach-Nutzung unter anderen auch zahnmaisbetonte Sorten für hohe Silomaiserträge wie etwa P7515 – ein früher Mais mit hohen Kornerträgen, sehr guter Trockenheitstoleranz und Jugendentwicklung.

Geringere Verluste

Zur Diskussion standen in Rhan nicht nur alte und neue Sorten von Körner- und Silomais. In den Fokus rückten auch Sorten, die speziell für die Energiegewinnung gezüchtet wurden. So drängt sich der Mais auch für die Landwirte ohne Großtierhaltung immer mehr ins Rampenlicht. Eingegangen wurde zudem auf den Stickstoffstabilisator N-Lock max, ein Stickstoff-Stabilisator zum Einsatz mit Gülle und Biogasgärresten. Dieser sorgt für geringere Stickstoffverluste und verringert durch den Faserabbau die Rührintensität.

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