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Tradition

Die Reiter erfüllen ein altes Gelübde

Am Ostermontag findet in Furth im Wald der Leonhardi-Ritt statt. Die Pferdeprozession setzt sich um 9.45 Uhr in Bewegung.

Zu den Höhepunkten zählt der Umritt um das Leonhardi-Kircherl. Foto: Archiv/fi
Zu den Höhepunkten zählt der Umritt um das Leonhardi-Kircherl. Foto: Archiv/fi

Furth im Wald.Jedes Jahr am Vormittag des Ostermontags findet in Furth im Wald der traditionelle Leonhardi-Ritt statt. Beginn der Pferdeprozession ist um 9.45 Uhr, Beginn der heiligen Messe mit anschließender Pferdesegnung um 10.45 Uhr. Beim Leonhardi-Ritt handelt es sich um eine über 265 Jahre alte Pferde- und Reiterprozession zu Ehren des heiligen Leonhard, an der Jahr für Jahr um die 350  geschmückte Pferde mit Reiter und Kutschen teilnehmen.

Die Reiter ziehen durch die Straßen von Furth im Wald, danach findet auf dem Stadtplatz eine Festmesse statt. Foto: Archiv/fi
Die Reiter ziehen durch die Straßen von Furth im Wald, danach findet auf dem Stadtplatz eine Festmesse statt. Foto: Archiv/fi

Die Pferdebesitzer des Oberen Bayerischen Waldes reiten zur Leonhardi-Kapelle, um ein Gelöbnis aus der Zeit des österreichischen Erbfolgekrieges zu erfüllen, als 1742 der Further Winkel von einer Viehseuche heimgesucht wurde, die nahezu den ganzen Viehbestand der Bauern dahinraffte.

Brief an den Bischof

Laut geschichtlicher Übermittlung wird in einem Brief an den Bischof von Regensburg vom 3. Mai 1750 erwähnt, dass die Bürgerschaft sich wegen diesem „ungemein grassierenden Viechfahl (Viechseuche) .... aus eigenen Mitteln eine Capellen aufmauern und darinnen einen Hochaltar mit der Bildtnuß des Heyl. Leonardi setzen zu lassen, damit durch dessen Vorbitt der allguettige gott uns vor fehrner dergleichen schädlichen übel gnädiglich bewahren wolle...“

Die Bürger baten also den Bischof um die Erlaubnis, eine Leonhardikapelle (ein Kircherl) an der Hauptstraße bauen zu dürfen. Man nimmt an, dass die damaligen Viehseuchen von Reitertruppen des Pandurenoberst von Trenck eingeschleppt wurden, die während des österreichischen Erbfolgekrieges (1742) die Gegend heimsuchten. Das Kircherl zu Ehren des heiligen Leonhard wurde 1751 auf dem Bayplatz erbaut, die Erlaubnis zur Messlesung wurde aber erst nach mehrmaligem Bitten im Jahre 1786 erteilt.

Die Aufstellung

  • Spielmannszug

    ; Reiter mit Kreuz; Reiter mit Leonhardi-Standarte; Reiter mit Standarte der Züchtervereinigung; Ritter mit Marienstandarte; Bürgermeister; Kutsche mit Ministranten; Kutsche mit Pfarrer, Kaplan und Diakon; Further Leonhardi-Reiter; Kutsche mit stellvertretenden Bürgermeistern, Wera Müller und Max Schmatz; Leonhardi-Reiter; Truhenwagen der Züchtervereinigung Hohenbogenwinkel; Leonhardi-Reiter; Blasorchester; Truhenwagen Furth; Leonhardi-Reiter Pastritztaler; Kutsche mit Ritterpaaren; Reitverein; Kutsche Vorbeter; Bad Kötztinger Pfingstreiter

  • Kutsche

    Pfarr- und Kirchenverwaltung; Leonhardi-Reiter; Kutsche mit Christl Hastreiter, Kurt Koch, Hermann Plötz und Werner Perlinger; Kutsche Vorbeter; Reiter Eschlkam und Reitverein Warzenried; Kutsche mit Landvolk; Reiter Reiterhof Rudi Seidl; Leonhardi-Reiter (Reitertreff Bachmeier); Kutsche Seniorenbeirat; Kapelle Lecker; Truhenwagen Arnschwang; Martini-Reiter Arnschwang; Kutsche Frauenbund; Leonhardi-Reiter Haibühl; Kutsche Vorbeter; Truhenwagen Simpering; Leonhardi-Reiter; Kutsche Waldkindergarten; Leonhardi-Reiter; Kutsche KAB; Hengstreiter

Bis zur Verlegung des Leonhardi-Kircherls 1930 – sie musste dem wachsenden Straßenverkehr weichen – gab es in der Grenzstadt keinen organisierten Leonhardi-Ritt. Üblich war bis dahin, dass Bauern und Pferdebesitzer vor dem Taganläuten mit ihren Tieren das Kircherl umritten. Seit Fertigstellung des neuen Leonhardi-Kircherls 1931 findet alle Jahre ein organisierter Umritt statt. Die Teilnehmer kommen seitdem aus Ortschaften im weiten Umkreis. Sie stellen sich mit ihren Pferden auf der Festwiese auf und reiten durch die Straßen der Stadt. Begleitet werden sie von Musikkapellen, Kreuz- und Fahnenträgern, Kutschen und Truhenwagen aus der Stadt und den Nachbarorten, besetzt mit der hohen Geistlichkeit und Vertretern der Stadt- und Kirchenverwaltung. Zu den Höhepunkten zählt neben dem Umritt um das Leonhardi-Kircherl die anschließende Feldmesse auf dem Stadtplatz. Zum Abschluss werden die Pferde gesegnet und die geweihten Leonhardi-Brote verteilt.

Warum der Further Leonhardi-Ritt nicht, wie üblich, am Leonhardstag Anfang November stattfindet, sondern jeweils am Ostermontag, kann nicht endgültig geklärt werden. Es wird angenommen, dass er der Tradition der Osterritte entstammt.

Parkplätze sind ausgeschildert

Wegen des Leonhardirittes am Montag sind folgende Verkehrsregelungen erforderlich: absolutes Halteverbot auf der Festwiese vor der Drachenstich-Festhalle ab 7 Uhr wegen der Aufstellung Pferde und Kutschen. Das Betreten des Festplatzes für die Zuschauer ist wegen der Unfallgefahr verboten. Absolutes Halteverbot gilt auf dem Stadtplatz und Teilbereichen der Mondschein-, Herren-, Rosen und Kramerstraße anlässlich des Festgottesdienstes. Für den Durchgangsverkehr ist von 8.30 bis 12 Uhr die Eschlkamer Straße zwischen den Einmündungen Bräuhausstraße und Kötztinger Straße wegen der Aufstellung und der Pferde-Prozession gesperrt.

Die Besucher werden über Hinweisschilder auf die ausgewiesenen Parkmöglichkeiten hingewiesen. Neben den ausgewiesenen Parkplätzen für Behinderte auf den Parkplätzen Hochstraße (Friedhof P5), Hallenbad (P8) und Bahnhofstraße (P3) sind auf dem Parkplatz des Netto-Marktes an der Eschlkamer Straße zusätzlich zwei Behindertenparkplätze ausgewiesen.

Die Teilnehmerkarten werden von Helfern der Feuerwehr während des Rittes ausgeteilt. Diese sollen ausgefüllt und nach Ende des Rittes den Helfern der Feuerwehr ausgehändigt beziehungsweise in den grün-weißen Briefkasten vor der Tourist-Information eingeworfen oder zurückgesandt werden. Geehrt werden in diesem Jahr für 50 Jahre Rittteilnahme Georg Weß und Johann Kreitinger aus Furth im Wald.

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