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Nachbarn

Durch Böhmens Hain und Flur

Aktionsbündnis Künisches Gebirge organisierte Ausflug entlang der Grenze. Bayern lernten böhmische Natur und Kultur kennen.

Ein bedeutender Kulturfaktor in Nýrsko ist das Naturamphitheater, das nach 45 Jahren wieder begann, seinen Zweck zu erfüllen; mit im Bild Reiseführerin Jana Dirriglová (mit silberner Jacke) sowie Nýrskos stellvertretende Bürgermeisterin Sona Hladíková (links neben Jana Dirriglová). Foto: ktp
Ein bedeutender Kulturfaktor in Nýrsko ist das Naturamphitheater, das nach 45 Jahren wieder begann, seinen Zweck zu erfüllen; mit im Bild Reiseführerin Jana Dirriglová (mit silberner Jacke) sowie Nýrskos stellvertretende Bürgermeisterin Sona Hladíková (links neben Jana Dirriglová). Foto: ktp

Arrach.Zwischen Bayern und dem heutigen Tschechien ist eine nachbarschaftliche Freundschaft erwachsen, die gekennzeichnet ist vom Dialog und Miteinander. Gemeinsame Projekte und Initiativen geben Raum für neue Erfahrungen. Das im Jahr 2002 gegründete Aktionsbündnis Künisches Gebirge und das Gemeindebündnis DSO Úhlava luden im Rahmen des Projektes „Familienleben auf beiden Seiten der Grenze“ vor kurzem ein zu einem kostenlosen Ausflug entlang der böhmisch-bayerischen Grenze, um die Nachbarn besser kennenzulernen.

Knapp 60 Personen jeden Alters hatten sich für diese Fahrt angemeldet. Unter der Reiseleitung von Projektmanagerin Jana Dirriglová startete der Bus frühmorgens ab Lohberg, Lam, Arrach, Neukirchen b. Hl. Blut und Eschlkam ins Nachbarland jenseits der ehemaligen Grenze. Das größte Abenteuer erwartete die Ausflügler gleich in den Morgenstunden. Mittels Ausnahmegenehmigung der Nationalpark-Verwaltung Šumava durfte der Bus bis zum Schwarzen See und weiter bis zum Wasserfall „Bílá strž/ Klammerlochfall“ knapp unter dem Osser bei Hamry (Hammern) fahren. Obgleich der Weg geräumig war, war es für einen großen Bus trotzdem eine Herausforderung, die Engstellen und Kurven entlang der Felsen zu bewältigen. Dank des erfahrenen Busfahrers wurde dies jedoch hervorragend gemeistert.

Tomáš Noha, der örtlich zuständige Forstverwalter, informierte fundiert über den größten tschechischen Eiszeit-See. Der „Schwarze See“ ist einer der acht Eiszeitseen im Bayerischen und Böhmerwald. Mit über 18 Hektar Größe und fast 40 Meter Tiefe ranken sich um ihn etliche Sagen.

Vom See auf den Gipfel ins Tal

Nach einem rund 200 Meter steilen Abstieg konnten die Teilnehmer auch die wunderschöne Naturkulisse des Wasserfalls genießen.

Die nächste Station war die Eroberung des zweitgrößten Berges im tschechischen Teil des Böhmerwaldes, dem Spitzberg (Špicák). Mit dem Sessellift erreichten die Teilnehmer den Gipfel auf 1202 Meter. Leider vereitelte der rasch aufziehende Nebel die Besteigung des Aussichtsturmes.

Aktionsbündnis

  • Zusammenschluss

    2002 schlossen sich Arrach, Eschlkam, Lam, Lohberg und Neukirchen b. Hl. Blut sowie auf tschechischer Seite Chudenín, Dešenice, Hamry, Nýrsko, Strážov und Všeruby zum grenzüberschreitenden Aktionsbündnis Künisches Gebirge zusammen. 2006 kam noch Janovice nad Úhlavou (Partnergemeinde von Arrach) hinzu.

  • Freundschaft

    Gerade im Kulturbereich hat sich ein reger Austausch entwickelt, der zur Intensivierung des freundschaftlichen Verhältnisses geführt hat.

Umso schöner war die Überraschung, als sich der Nebel während der Fahrt mit dem Bus ins Tal auflöste und eine interessante Aussicht auf den Stausee in Nýrsko (Neuern) bot.

Im Kulturhaus in Nýrsko, welches zugleich als Haus der Kinder und Jugendlichen (ähnlich einer Volkshochschule) fungiert, gab es für die Reisenden zum Mittagessen Schnitzel mit böhmischem Kartoffelsalat. In dieser Einrichtung können die Kinder ihre Freizeit nach der Schule sinnvoll verbringen und am bunten Angebot von verschiedenen Gruppen teilnehmen. Nach dem Essen begeisterten die Kinder aus Nýrsko und Umgebung ihr Publikum mit verschiedenen Tanz- und Gesangsvorführungen, sehr zum Stolz ihrer Direktorin Pavlína Karlovská. Die Zuschauer spendeten großen Applaus und dankten mit einer Spende.

Weiter ging es nach Dešenice zur Besichtigung des Brauereimuseums im Schloss. Das Museum ist ein Teil der neu rekonstruierten Festung mit langer Bierbrautradition seit dem Mittelalter. Für die Erwachsenen gab es eine Bierprobe.

Regen und schlechtes Wetter

Leider meinte es an diesem Tag das Wetter nicht so gut und deshalb musste der Besuch des Naturamphitheaters „Waldtheater Nýrsko“ am romantischen Platz unter der Burgruine Pajrek wegen Regen verkürzt werden.

Während der ganzen Fahrt bekamen die Teilnehmer durch Initiatorin und Organisatorin Jana Dirriglová – sie ist außerdem Bürgermeisterin der Gemeinde Loucim – vielfältige Informationen über die Grenzlandregion.

So konnten die Teilnehmer trotz des Regenwetters einen eindrucksvollen Tag erleben. Aus der Fahrt und den damit verbundenen Erlebnissen entsteht ein grenzüberschreitender, zweisprachiger Foto-Kalender als zusätzliche Werbung für die Region Künisches Gebirge. Ein Dank ging an die Touristinfo Lam für die Zusammenarbeit bei der Anmeldung. (ktp)

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