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Auf Tour im Zeichen des Auerhahns

Durch das Zellertal und auf Teilstücken der Auerhahnloipe: Am Ende fordern raue Forststraßen den Stromspeicher des Pedelec.
Von Alois Dachs

Der Berggasthof Eck steht seit Generationen an dem wichtigsten Übergang vom Zellertal in den Lamer Winkel. Fotos: Dachs
Der Berggasthof Eck steht seit Generationen an dem wichtigsten Übergang vom Zellertal in den Lamer Winkel. Fotos: Dachs

Hohenwarth.Wie wäre es einmal mit einer Kombination aus bekanntem Radweg und einer Bergstrecke, die trotz Höhenlage relativ leicht zu bewältigen ist? Auch wenn die Schlussetappe durch die Wälder zwischen Hudlach und Gotzendorf stellenweise ein wenig abenteuerlich ist, hat diese Hochtour vor allem einen landschaftlichen Reiz. Die vielen Steigungen und die Fahrt auf geschotterten Forststraßen fordern allerdings viel Strom und saugen schon nach 42 Kilometern meinen Akku total aus.

Das Zellertal ist bekannt für seine vielen Waldlerhäuser, die zum Teil bestens gepflegt Jahrhunderte überstanden haben, teilweise auch neu errichtet wurden. Dieses Haus in Gutendorf ist ein Schmuckstück.
Das Zellertal ist bekannt für seine vielen Waldlerhäuser, die zum Teil bestens gepflegt Jahrhunderte überstanden haben, teilweise auch neu errichtet wurden. Dieses Haus in Gutendorf ist ein Schmuckstück.

Die Radtour beginne ich in Bad Kötzting auf dem Zellertal-Radweg über Grub, Kammern, Kaitersbach und Leckern nach Hinterleckern, wo vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1998 die begnadete Tonbildhauerin Grete von Zaborsky wirkte. Ich folge dem Zellertal-Radweg bis Matzelsdorf, benutze dann ein kurzes Stück die Staatsstraße, ehe ich links nach Gutendorf abbiege. Jetzt geht es durch „die Zell“, die dem Zellertal den Namen gab. Ein kurzer Abstecher in die Staudengärtnerei Probst ist hier zu empfehlen, alleine die Blütenvielfalt ist eine kleine Rast schon Wert.

Die Motorkraft ist willkommen

Die Staudengärtnerei der Familie Probst – zwischen Gutendorf und dem Weiler Riedl gelegen – ist weitum bekannt für ein umfangreiches Angebot an Zier- und Obststräuchern und immer einen Stopp Wert.
Die Staudengärtnerei der Familie Probst – zwischen Gutendorf und dem Weiler Riedl gelegen – ist weitum bekannt für ein umfangreiches Angebot an Zier- und Obststräuchern und immer einen Stopp Wert.

Nun liegt ein steiler Anstieg nach Riedl vor mir, hier ist der Motor als Ergänzung zur Wadenarbeit gefordert und nach einer kurzen Talfahrt geht es in Richtung Höbing gleich noch einmal bergan. Über den Ortsteil Waltersau rollt dann das Pedelec flott nach Arnbruck, wo ich bei der Zimmerei Müller nach links auf einen langen Anstieg zum Eck abbiege.

Lesen Sie hier: Hat der Bayerische Wald den Radl-Trend verschlafen? Touristiker fordern Nachbesserung im Service für Pedelecs und E-Bikes.

Die Schwomloch-Kapelle und das dazu gehörige Haus der Familie Simeth kennen in der Regel nur Wanderer, die von Eschlsaign zum Eck aufsteigen. Neue Totenbretter erinnern an frühere Bewohner.
Die Schwomloch-Kapelle und das dazu gehörige Haus der Familie Simeth kennen in der Regel nur Wanderer, die von Eschlsaign zum Eck aufsteigen. Neue Totenbretter erinnern an frühere Bewohner.

In rasender Fahrt überholt eine Kolonne Motorradfahrer den Radler, starker Ausflugsverkehr herrscht bis zum Berggasthof Eck. Hier wäre eine Möglichkeit, nach rechts in Richtung Lamer Einödhöfe weiterzufahren, ich folge aber noch rund 300 Meter der Staatsstraße, um in der scharfen Linkskurve geradeaus in Richtung „Schwomloch“ hinabzutauchen. Die gepflegte Schotterstraße ist gut zu fahren und bei der „Schwomlochkapelle“ geben neue Totenbretter Auskunft über die früheren Bewohner des benachbarten Hauses, das sich an den steilen Hang schmiegt.

Die Landkreisgrenze überwindet der Radler nach einem langen Anstieg von Arnbruck zum Eck erst kurz vor dem Berggasthof. Zwischen Gutendorf und Arnbruck geht es durch den Landkreis Regen.
Die Landkreisgrenze überwindet der Radler nach einem langen Anstieg von Arnbruck zum Eck erst kurz vor dem Berggasthof. Zwischen Gutendorf und Arnbruck geht es durch den Landkreis Regen.

Ich folge dem markierten Wanderweg „Arrach 6“ in Richtung Eschlsaign und komme schließlich knapp oberhalb des Waldgutes auf die Forststraße, die bergwärts in Richtung Hudlach führt. Nach rund 700 Metern treffe ich auf die Auerhahnloipe, deren Steilkurve mich beim Skilanglauf im Winter hier regelmäßig zu Fall brachte.

Hier finden Sie alle E-Bike-Touren von Alois Dachs

Große Informationstafeln auf glasverzierten Metallständern geben an der Forststraße von Eschlsaign (Bildmitte) nach Hudlach Informationen zur Wanderung über die „acht Tausender“ im Bayerwald.
Große Informationstafeln auf glasverzierten Metallständern geben an der Forststraße von Eschlsaign (Bildmitte) nach Hudlach Informationen zur Wanderung über die „acht Tausender“ im Bayerwald.

Immer an der Flanke des Kaitersberg-Massivs entlang führt nun der Forstweg. Große Baumlager zeugen davon, dass auch hier der Borkenkäfer gewütet hat. Informationstafeln vermitteln Eindrücke vom Wanderweg über die „acht Tausender“ und immer wieder bieten Lücken im Baumbestand einen Blick in den Lamer Winkel, auf den Kleinen Osser und den Hohenbogen. Schließlich führt eine längere Gefällstrecke nach Hudlach, wo der Wanderweg in Richtung Reitenberg eine Herausforderung für den Radler bietet. Rund einen Kilometer geht die Strecke über Geröll, ehe es wieder auf der Forststraße weitergeht, die sich schließlich talwärts neigt.

Geröll fordert Radfahrer

Unser Autor Alois Dachs Foto: Rabl-Dachs
Unser Autor Alois Dachs Foto: Rabl-Dachs

Grobe Schroppen auf einer Gefällstrecke oberhalb von Gotzendorf zwingen mich kurzfristig aus dem Sattel, fahren wäre hier zu gefährlich. Aber dann geht es in großen Kurven talwärts, bis ich beim „Laumer-Häusl“ die Kreisstraße erreiche und über Schönbuchen und Grafenwiesen bei Zittenhof schließlich wieder auf dem Regental-Radweg zurück nach Bad Kötzting rolle.

Strecke: Streckenlänge 42 Kilometer, ideal für Mountainbike oder geländegängiges Pedelec, für Tourenräder zu grob

Darum haben Pedelecs den Fahrradmarkt revolutioniert. Die moderne Technik birgt viele Chancen, aber auch Gefahren.

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