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Das blaue Meer aus brauner Kohle

Ein Ausflug in die Schwandorfer Seenlandschaft macht Spaß. Mehrere Kohlegruben sind zu echten Freizeitparadiesen geworden.
Von Alois Dachs

Relativ versteckt liegt unmittelbar neben der Bundesstraße 85 ein kleiner Museumspark, der an die Braunkohlegewinnung erinnert. Fotos: Dachs
Relativ versteckt liegt unmittelbar neben der Bundesstraße 85 ein kleiner Museumspark, der an die Braunkohlegewinnung erinnert. Fotos: Dachs

Bad Kötzting.Ein wenig über den Tellerrand schauen schadet bei Radtouren nie und dieser Grundsatz gilt ganz besonders im Nachbarlandkreis Schwandorf, der mit seiner Oberpfälzer Seenplatte viel sehens- und erlebenswertes bietet. Die größtenteils aus ehemaligen Braunkohlegruben entstandenen Bade- und Wassersportseen werden auch von vielen Besuchern aus dem Landkreis Cham genutzt, wie die Autokennzeichen bei der Umrundung des Steinberger und des Murner Sees zeigen. Für Radler besonders interessant ist das Gelände, fast ausschließlich flach und gut befahrbar ist eine Tagestour auch für weniger geübte Radler problemlos zu schaffen.

Rasante Sportdisziplinen  bieten sich Gästen in der ausgeklügelten Wasserskianlage, die mit einem speziellen Windensystem ausgestattet ist. Fotos: Dachs
Rasante Sportdisziplinen bieten sich Gästen in der ausgeklügelten Wasserskianlage, die mit einem speziellen Windensystem ausgestattet ist. Fotos: Dachs

Ich gönne mir an einem heißen Sommertag nur eine reine Fahrzeit von zweieinhalb Stunden für 42 Kilometer Strecke, die von Steinberg aus zunächst um den gleichnamigen See und danach in Richtung Wackersdorf zum Murner See führen. Meine Bilanz: Absolut lohnende Tour, mit vielen sportlichen Attraktionen, aber auch interessanten Landschaftseindrücken, natürlich ohne Berge. Vom Steinberger Rathaus aus führt mein Weg zunächst vorbei an dem seit Jahren bekannten Ponyhof. Namen wie Bergmann- oder Knappenstraße geben auf dem Weg zum Seeufer einen ersten Hinweis auf die Braunkohle, die hier viele Jahre vom Bayernwerk abgebaut und in Dachelhofen „verstromt“ wurde. Übrig blieben die großen Kohlegruben aus dem Tagebau, der mit riesigen Schaufelradbaggern getätigt wurde, wie ein kleines Freilandmuseum neben dem Knappensee anschaulich beschreibt.

Industrie und Natur

Segler finden  auf dem weitläufigen Steinberger See gute Möglichkeiten und der Wind fegt gelegentlich recht kräftig über das flache Land. Fotos: Dachs
Segler finden auf dem weitläufigen Steinberger See gute Möglichkeiten und der Wind fegt gelegentlich recht kräftig über das flache Land. Fotos: Dachs

Der kleine „Baumlehrpfad“ neben den Zeugen des Braunkohlezeitalters verfehlt dagegen seine Wirkung, weil die meisten Informationstafeln über Baumarten durch Sonneneinstrahlung „verblichen“ sind. Eine Runde um den weitläufigen, 1,84 Quadratkilometer großen Steinberger See offenbart dem Radler nicht nur die vielen Badeplätze, sondern mit einer Marina, zahlreichen Segelbooten, Wakeboards und einer großen Wasserskianlage, die von vielen Besuchern genutzt wird, ein umfangreiches Freizeitangebot. Am größten See dieser wasserreichen Oberpfälzer Landschaft haben auch an einem heißen Sommertag in der Ferienzeit alle Besucher genügend Platz.

Lesen Sie hier: Hat der Bayerische Wald den Radl-Trend verschlafen? Touristiker fordern Nachbesserung im Service für Pedelecs und E-Bikes.

Unser Autor Alois Dachs Foto: Rabl-Dachs
Unser Autor Alois Dachs Foto: Rabl-Dachs

In Richtung Wackersdorf führt mein Weg vorbei am benachbarten Knappensee, wo auch die kleine „Museumsecke“ unbedingt einen Besuch wert ist, danach unter der Bundesstraße hindurch und vorbei am Wackersdorfer Weiher, ehe es für kurze Zeit leicht bergauf in das Dorf Grafenricht und über den Eichelberg geht. Nach flotter Talfahrt biege ich am Kreisverkehr rechts ab und folge einer regelrechten „Radautobahn“ in Richtung Gewerbegebiet und Murner See. Hier, wo einst die Wiederaufbereitungsanlage für atomare Brennstäbe geplant war, ist ein riesiger, moderner Industriepark entstanden, neben dem eine Anlage für „Mobilhomes“ aufzeigt, dass auch versetzbare Häuser durchaus interessant gestaltet sein können.

Beschauliches und „Privates“

Am Murner See bieten sich Tretbootfahrern, Seglern und Schwimmern viele Möglichkeiten. Im Umfeld ist auch ein interessanter Fischlehrpfad. Fotos: Dachs
Am Murner See bieten sich Tretbootfahrern, Seglern und Schwimmern viele Möglichkeiten. Im Umfeld ist auch ein interessanter Fischlehrpfad. Fotos: Dachs

Der Murner See präsentiert sich als beschauliches Badeparadies mit einem Tretbootverleih, während in Richtung Osten zahlreiche Segelboote voll im Wind dahinziehen. Hier sollte ich als Radler eigentlich gar nicht entlang fahren, denn das weitläufige Ferienhausgelände ist mit zahlreichen Schranken und Sperrketten als „Privatgelände“ gesichert. Das Rauberweiherhaus, eine Gaststätte in dem gleichnamigen Ort, ist nächstes Ziel bei der Seeumrundung. Den Biergarten bei der Gaststätte Rauberweiherhaus links liegen lassend, führt die Fahrt zu einem großen Aussichtsturm, der einen Überblick über den Murner See gibt.

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Entspannte Badefreuden genießen viele Einheimische und Gäste. Der Riesenschnauzer auf dem Wakeboard vertraut auf seine Schwimmweste. Fotos: Dachs
Entspannte Badefreuden genießen viele Einheimische und Gäste. Der Riesenschnauzer auf dem Wakeboard vertraut auf seine Schwimmweste. Fotos: Dachs

Danach geht es links in Richtung Wackersdorf zurück, vorbei an zahlreichen Karpfenweihern, bis schließlich der Eingang zum Erlebnispark Wasser – Fisch – Natur erreicht ist, der mit seinem interaktiven Konzept lehrreiche Beschäftigung für jung und alt mit der Karpfenwirtschaft der Oberpfalz verspricht. Über das Gelände des Flugplatzes gelange ich schließlich in die Wackersdorfer Wohnstraßen am Waldrand und von dort sind es nur noch wenige Kilometer zurück zum Ausgangsort beim Rathaus Steinberg, wo ein interessanter Brunnen einen Einblick in die Ortsgeschichte gibt.

Streckenlänge: rund 42 Kilometer. Mit jedem Rad gut zu fahren.

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