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Radtour

Der Hohenbogen ist elektrisierend gut

Mit Motorunterstützung wird der Aufstieg zum Kolmstein machbar. Für zwei Überquerungen reicht der Pedelec-Akkus locker.
Von Alois Dachs

Die neue Kreuzgruppe auf dem Kolmstein mit Wandertafeln und Kreuzwegstation im Vordergrund. Fotos: Dachs
Die neue Kreuzgruppe auf dem Kolmstein mit Wandertafeln und Kreuzwegstation im Vordergrund. Fotos: Dachs

Bad Kötzting.„Schön wäre es ja, das Radfahren im Bayerischen Wald – wenn nur die vielen Berge nicht wären“. So klagen viele, die gerne Strecken radeln, aber die Überwindung von Osser, Hohenbogen, Haidstein, oder gar Arber „nicht in den Waden haben“. Die Mountain-Biker dagegen suchen gezielt solche Strecken, wo sie die Vorteile von Federung, Schaltung und MTB-Bereifung ausnutzen können, um Höhenmeter zu überwinden und die Kondition zu stärken. Trotzdem wollen auch viele MTB-Fahrer gelegentlich Motorunterstützung, wie die Verkaufszahlen beweisen.

Unser Autor Alois Dachs Foto: Rabl-Dachs
Unser Autor Alois Dachs Foto: Rabl-Dachs

Mit dem EMC 429 von Conway meinte ich, fahrradtechnisch „den Stein der Weisen“ gefunden zu haben. Eine Tour über den Kolmstein nach Neurittsteig, zurück über Buchermühle, Lamberg, Mais, Waldschlössl und Ansdorf zeigte aber dieser Tage, dass auch so ein Multitalent durchaus seine Tücken hat.

Darum haben Pedelecs den Fahrradmarkt revolutioniert. Die moderne Technik birgt viele Chancen, aber auch Gefahren.

Anstiege sind kein Problem

Die Großmühle zwischen Simpering und Kummersdorf war als ehemaliges Sägewerk mit Stromerzeugung aus dem Wasser des Weißen Regens Jahre lang brach gelegen. Mit einer modernen Wehranlage, in Verbindung mit einer Turbine, ist es dem neuen Besitzer wieder möglich, Strom durch die Nutzung der Wasserkraft aus dem Weißen Regen zu erzeugen. Fotos: Dachs
Die Großmühle zwischen Simpering und Kummersdorf war als ehemaliges Sägewerk mit Stromerzeugung aus dem Wasser des Weißen Regens Jahre lang brach gelegen. Mit einer modernen Wehranlage, in Verbindung mit einer Turbine, ist es dem neuen Besitzer wieder möglich, Strom durch die Nutzung der Wasserkraft aus dem Weißen Regen zu erzeugen. Fotos: Dachs

Die „Anreise“ auf dem Regental-Radweg über Grafenwiesen, Hohenwarth und Simpering braucht praktisch keine Motorunterstützung. Bei der Großmühle verlasse ich den Radweg nach links und beim Anstieg Richtung Kummersdorf ist der surrende Elektromotor eine willkommene Unterstützung, für die ich auch einen Kilometer weiter dankbar bin, als es steil bergauf in Richtung Auhof geht.

Die Ruhebänke an Wanderwegen im Bayerischen Wald sind hinsichtlich der Gestaltung und der verwendeten Materialien gelegentlich „ein Problem für sich“. Das jüngste Beispiel entdeckten wir in der Nähe von Auhof, Gemeinde Arrach. Bei hochsommerlichen Temperaturen bestens als Touristengrill geeignet – und weil‘s so schön ist, gleich ein Papierkorb in Edelstahl nebendran. Fotos: Dachs
Die Ruhebänke an Wanderwegen im Bayerischen Wald sind hinsichtlich der Gestaltung und der verwendeten Materialien gelegentlich „ein Problem für sich“. Das jüngste Beispiel entdeckten wir in der Nähe von Auhof, Gemeinde Arrach. Bei hochsommerlichen Temperaturen bestens als Touristengrill geeignet – und weil‘s so schön ist, gleich ein Papierkorb in Edelstahl nebendran. Fotos: Dachs

Dann rollt das Pedelec mit einem entspannten Fahrer nach Ottenzell hinein, in der Ortsmitte geht es nach links ab und bergwärts Richtung Fußballplatz, wo große Transparente an das 50-jährige Bestehen des Vereins erinnern. Mit leichtem Anstieg wird Hinterhaibühl erreicht und dann geht es weiter auf einer neu ausgebauten Forststraße, die immer wieder tiefe Gräben für das Oberflächenwasser queren. Vor allem für Mountainbiker, die talwärts fahren, könnten die Gräben, die andererseits eine Benutzung durch Autofahrer ausschließen, zur Gefahr werden.

Steilstück und „Rutschstrecke“

Ab Beginn des Kreuzwegs zum Kolmsteiner Kircherl wird der Weg deutlich steiler, volle Motorunterstützung im „Turbo-Modus“ ist nun gefragt. Ein Halt für ein Foto erweist sich als fataler Fehler, denn die letzten 100 Meter bis zum Kolmsteiner Hof ist Schieben angesagt – und das ist bei 23,5 Kilogramm Radgewicht samt zehn Kilo in den Packtaschen wahrlich kein Spaß!

Hier finden Sie alle E-Bike-Touren von Alois Dachs

Einsetzender Regen veranlasst mich, ohne Aufenthalt auf dem MTB-tauglichen Wanderweg in Richtung Tannenecke zu fahren. Die nassen Wurzeln erweisen sich als erbitterte Gegner meiner Kenda-Reifen, die an jeder Wurzel und jedem Stein seitlich abrutschen. Was mit Schwalbe Smart Sam am Mountainbike noch problemlos zu fahren war, wird nun zur unkalkulierbaren Gefahrenstrecke.

Auf der Schanz bei Rittsteig war bis in die 80er Jahre hinein ein beliebter Beobachtungspunkt, Grenzpolizei, Bundesgrenzschutz und verschiedene Einheiten der US Army nutzten den Platz, um einen Blick in das damalige Nachbarland Tschechoslowakei zu werfen. Inzwischen ist der Hügel um das Kreuz auf der Schanz weitgehend mit Bäumen und Büschen zugewachsen. Fotos: Dachs
Auf der Schanz bei Rittsteig war bis in die 80er Jahre hinein ein beliebter Beobachtungspunkt, Grenzpolizei, Bundesgrenzschutz und verschiedene Einheiten der US Army nutzten den Platz, um einen Blick in das damalige Nachbarland Tschechoslowakei zu werfen. Inzwischen ist der Hügel um das Kreuz auf der Schanz weitgehend mit Bäumen und Büschen zugewachsen. Fotos: Dachs

Leicht durchnässt, bin ich dankbar, als ich mich beim Koller Sepp in Neurittsteig ein wenig aufwärmen und mein Trikot trocknen kann. Der Rückweg über Rittsteig, Buchermühle, Hasleth, von dort hoch nach Lamberg und weiter nach Mais, bereitet keine Probleme. Nach der Maiser Kirche folgt nun der lange, zuletzt beim „Waldschlössl“ relativ steile Anstieg in Richtung Höllkreuz. Dank Motorhilfe gelingt es aber problemlos, den Hohenbogen-Bergzug zu überwinden, um dann in flotter Talfahrt in Richtung Regental zu gelangen. Am Ende der kurvenreichen Strecke fahre ich durch Ansdorf und Hundzell nach Hohenwarth und auf dem Regental-Radweg zurück nach Bad Kötzting.

Weitere Informationen zur Pedelec-Tour: Streckenlänge: 49,9 Kilometer, Durchschnittsgeschwindigkeit: 19,6 Stundenkilometer, reine Fahrzeit: 2,32 Stunden

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