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Eine Tour zu „de alten Rittersleit“

Vom Schwarzen Regen auf Höhen des Viechtacher Umlandes: Alois Dachs erkundet mit dem E-Bike eine vielseitige Landschaft.
Von Alois Dachs

Der Bergfried der Burgruine Neunußberg ist auch jedes Jahr Kulisse für ein Festspiel mit vielen Mitwirkenden. Fotos: Dachs
Der Bergfried der Burgruine Neunußberg ist auch jedes Jahr Kulisse für ein Festspiel mit vielen Mitwirkenden. Fotos: Dachs

Bad Kötzting.Das Viechtacher Umland zählt zu den Gebieten, die für Radfahrer jeder Prägung attraktive Strecken und Ziele bieten. Vor allem die Streckenabschnitte, die am Schwarzen Regen entlang führen, haben dabei einen besonderen Reiz.

Die Strecke zwischen Gumpenried und Altnussberg ist auf dem Flusspfad für Radler ebenso interessant, wie auf dem „Wasserpfad“ für die zahlreichen Kajak- und Kanufahrer, die sich hier in den Sommermonaten tummeln. Ein Problem haben aber besonders die Radler links und rechts vom Regenfluss: Ein durchgehender Weg bis zum Campingplatz Schnitzmühle bei Viechtach fehlt bis heute. Wo der Weg jeweils endet, geht es zwangsläufig lange und steil bergauf.

Hier finden Sie alle E-Bike-Touren von Alois Dachs

Ladestationen für E-Bikes bietet diese Radfahrer-Raststation in Fichtental bei Prackenbach. Erst vor zwei Jahren in der Nähe des früheren Bahnhofs neu gebaut, erfreut sich die Gastronomie, zu der auch ein großer Kinderspielplatz gehört, großer Beliebtheit. Fotos: Dachs
Ladestationen für E-Bikes bietet diese Radfahrer-Raststation in Fichtental bei Prackenbach. Erst vor zwei Jahren in der Nähe des früheren Bahnhofs neu gebaut, erfreut sich die Gastronomie, zu der auch ein großer Kinderspielplatz gehört, großer Beliebtheit. Fotos: Dachs

Mit dem Pedelec verlieren aber auch diese Steigungen viel von ihrem Schrecken. Ich nehme diesmal die steilen Anstiege, die früher nur schiebend zu überwinden waren, bewusst in Kauf, um auch die Leistungsfähigkeit des 400-Watt-Akkus auszutesten. Nach dem Start in Bad Kötzting geht es zunächst gemütlich auf dem Regental-Lamer-Winkel-Radweg bis zur ehemaligen Bahnbrücke bei Blaibach, dort steil links hoch auf die ehemalige Bahnstrecke Blaibach-Viechtach. Wo früher mühsam keuchende Dampflokomotiven Güterzüge den Berg hochschleppten, gibt der Pedelec-Motor gute Unterstützung und schnell sind der frühere Bahnhof Lehen und der „Kipppunkt“ der Strecke bei Krailing erreicht. Nach rund zwei Kilometern lädt eine moderne Fahrrad-Raststation mit vorbildlichen E-Bike-Steckdosen zu einem Zwischenaufenthalt, ehe es mit leichtem Gefälle der Nachbarstadt Viechtach entgegengeht.

Lesen Sie hier: Für die Pedelec-Tour fährt Alois Dachs diesmal auf neuen und alten Wegen hoch hinaus durch drei Landkreise nach Neurandsberg.

Die Eckdaten der Tour

  • Streckenlänge

    Circa 38 Kilometer

  • Anforderung

    Mountain-Bike oder Tourenrad; ideal ist wegen der extremen Steigungen ein Pedelec.

  • Sehenswert

    Burgruine Neunußberg, Gläserne Scheune in Rauhbühl, Kirche Wiesing, Satellitenstation Wettzell

Mehr Strom ab der Sägmühle

Die Gläserne Scheune in Rauhbühl ist als künstlerisches Gemeinschaftswerk der Familie Schmid seit drei Jahrzehnten eine Attraktion für Einheimische und Touristen. In verschiedenen Glastechniken werden hier Geschichten aus dem Bayerischen Wald dargestellt. Fotos: Dachs
Die Gläserne Scheune in Rauhbühl ist als künstlerisches Gemeinschaftswerk der Familie Schmid seit drei Jahrzehnten eine Attraktion für Einheimische und Touristen. In verschiedenen Glastechniken werden hier Geschichten aus dem Bayerischen Wald dargestellt. Fotos: Dachs

Bei der Schmausmühle überquere ich den Schwarzen Regen, folge dem Fluss linksseitig durch eine links steil ansteigende Landschaft, während am rechtsseitigen Ufer große Bauernhöfe aus dem Hügelgelände grüßen. Bei dem Weiler Sägmühle wird es Zeit, den Strom „hochzufahren“, denn nun geht es rund zwei Kilometer steil bergauf. Eines der typischen „Stuffer-Schafe“ grüßt am Straßenrand, ehe ich links abbiege in Richtung Rauhbühl. Die „Gläserne Scheune“ der Künstlerfamilie Schmid ist hier immer einen Besuch wert, vermittelt sie doch Details der Bayerwald-Geschichte in herrlichen Glas-Kunstwerken. Von der Verhaftung des Räuber Heigl bis zu den Deutungen der Mühlhiasl-Sage reichte das Spektrum in dieser stets gut frequentierten Touristenattraktion.

Lesen Sie hier: Der Hohenbogen ist elektrisierend gut – Mit Motorunterstützung wird der Aufstieg zum Kolmstein machbar. Für zwei Überquerungen reicht der Pedelec-Akkus locker.

Bergwärts bis Neunußberg

Stilvolle Waldlerhäuser prägen das Dorf Neunußberg. Nicht nur die Einheimischen haben für ihre Wohnzwecke Baukultur der Region bewahrt. In einem kleinen Feriendorf beim Hotel Sterr können auch Urlauber im waldlerischen Ambiente ihre Freizeit verbringen. Fotos: Dachs
Stilvolle Waldlerhäuser prägen das Dorf Neunußberg. Nicht nur die Einheimischen haben für ihre Wohnzwecke Baukultur der Region bewahrt. In einem kleinen Feriendorf beim Hotel Sterr können auch Urlauber im waldlerischen Ambiente ihre Freizeit verbringen. Fotos: Dachs

Rund einen Kilometer muss ich nun zurückfahren, um wieder die Abzweigung nach Rattersberg zu erreichen, einem schmucken Bauerndorf mit gepflegten Anwesen. Vorbei an einem sauber renovierten Waldlerhaus mit einem wunderschönen Bauerngarten, in dem sich ein mächtiger Kater als „Hausherr“ im Sonnenlicht räkelt, geht es auf leicht ansteigender Asphaltstraße in den Wald und zur nächsten Station Bärndorf. Hier öffnet sich schon der Blick auf das höchste Ziel des Tages, den mächtigen Bergfried der Burgruine Neunußberg.

Unser Autor Alois Dachs Foto: Rabl-Dachs
Unser Autor Alois Dachs Foto: Rabl-Dachs

Der Anstieg bis zur Ortschaft, die vom Wellness-Hotel mit „Waldlerhaus-Chalets“ und stilvoll gestalteten Wohnhäusern geprägt wird, stellt keine hohen Anforderungen. Auf dem Hinterrad seines Mountainbikes balancierend, saust ein Jugendlicher an mir vorbei. Zwei Jahre habe er gebraucht, bis er sicher auf dem Hinterrad fahren und sein MTB dabei ausbalancieren konnte, erzählt der junge Mann auf meine Frage hin ganz stolz.

Nun noch den steilen Burgberg hoch und ich passiere eine Gruppe von Laiendarstellern, die schon bei den ersten Proben für die diesjährigen Burgfestspiele sind. Premiere für „Die Siebtelbauern“, einen „Western im Woid“, ist am 15. Juli, weitere Aufführungen sind am 21., 22., 23., 28., 29. und 30. Juli, jeweils ab 19.15 Uhr Einlass. Über die Treppen des Bergfrieds geht es hoch und hier bietet sich ein herrlicher Rundblick auf die Stadt Viechtach, die Burg Altnußberg auf der anderen Regenseite, nach Schönau und in Richtung Zellertal.

Die Kirche in Wiesing ist nicht nur wegen ihrer Ausstattung und dem schön gestalteten Umfeld eine Besonderheit. Sie steht weitab vom Dorf Wiesing in der Nachbarschaft weniger Häuser. Die frühere Pfarrei gehört als Kuratbenefizium zur Pfarrei Viechtach.  Fotos: Dachs
Die Kirche in Wiesing ist nicht nur wegen ihrer Ausstattung und dem schön gestalteten Umfeld eine Besonderheit. Sie steht weitab vom Dorf Wiesing in der Nachbarschaft weniger Häuser. Die frühere Pfarrei gehört als Kuratbenefizium zur Pfarrei Viechtach. Fotos: Dachs

Der Heimweg führt zunächst durch Neunußberg, geradeaus nach Weigelsberg und Wiesing, verläuft für rund zwei Kilometer auf der Staatsstraße Richtung Arnbruck, ehe ich links abbiege nach Heitzenzell und Oberhöfen. Vorbei an dem Weiler Dachsried saust das Rad bergab nach Wettzell und von hier aus auf der schnellen, aber verkehrsreichen Gefällstrecke zurück nach Bad Kötzting.

Darum haben Pedelecs den Fahrradmarkt revolutioniert. Die moderne Technik birgt viele Chancen, aber auch Gefahren.

Lesen Sie auch: Dem „E-Bike“ ist kein Berg zu steil

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