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Über die Hügel geht’s wie im Flug

Für die Pedelec-Tour fährt Alois Dachs diesmal auf neuen und alten Wegen hoch hinaus durch drei Landkreise nach Neurandsberg.
Von Alois Dachs

Die Wallfahrtskirche „Mariä Geburt“ in Neurandsberg wurde im Jahr 1700 im Barockstil erbaut. Fotos: Dachs
Die Wallfahrtskirche „Mariä Geburt“ in Neurandsberg wurde im Jahr 1700 im Barockstil erbaut. Fotos: Dachs

Bad Kötzting.Vor über 30 Jahren führte mich eine meiner ersten Radtouren über Altrandsberg nach Moosbach. Unvergesslich ist mir bis heute meine damalige Rast am Moosbacher Pfahl: Weiß-blauer Himmel, warme Sommersonne und von der Kirche bei Neurandsberg trug mir der Wind die Klänge der Schubertmesse zu, die eine Blaskapelle bei einem Vereinsjubiläum spielte. „So stell’ ich mir den Himmel vor!“, war damals mein Gedanke und dieser Moment war wohl der Hauptauslöser für meine Begeisterung für Radtouren, die seitdem ungebrochen anhält.

Ein wunderschönes Waidlerhaus

Der zur Wallfahrtskirche in Neurandsberg wurde laut Beschreibung von Alex Kulzer im Kirchenführer im Jahr 1860 von dem Kunstmaler Matthias Schneider aus Regensburg geschaffen. In seiner heutigen Form wurde der Kreuzweg 1986 eingeweiht. Grundlage für die Gestaltung war die Zeichnung „Geistliche Rose“ von J. Führich. Fotos: Dachs
Der zur Wallfahrtskirche in Neurandsberg wurde laut Beschreibung von Alex Kulzer im Kirchenführer im Jahr 1860 von dem Kunstmaler Matthias Schneider aus Regensburg geschaffen. In seiner heutigen Form wurde der Kreuzweg 1986 eingeweiht. Grundlage für die Gestaltung war die Zeichnung „Geistliche Rose“ von J. Führich. Fotos: Dachs

Der weiß-blaue Himmel und warme Sommersonne begleiten mich auch bei meiner heutigen Pedelec-Tour, die von Bad Kötzting zunächst bis zur historischen Eisenbahnbrücke bei Blaibach führt, wo ich – im Gegensatz zu früher – mit Motorunterstützung den steilen Anstieg zum Radweg Blaibach-Viechtach problemlos schaffe. Bis rund 100 Meter vor dem ehemaligen Bahnhof Lehen (dessen Wartehäuschen den Bahnbetrieb um Jahrzehnte überlebt hat) bleibe ich auf dem Radweg, dann geht es rechts ab und ich folge dem linken von drei Wegen, der am steilsten ansteigt.

Ein Wohnstallhaus mit Bauerngarten, das liebevoll renoviert wurde, ist ein Blickfang in Schwarzendorf, nordöstlich der Verbindungsstraße von Krailing nach Oberviechtafell. Zusammen mit einem Feldkreuz aus dem 19. Jahrhundert , das dieses stimmige Ensemble ergänzt, ist es ein Beispiel für dörfliche Kultur, die sich erhalten hat. Fotos: Dachs
Ein Wohnstallhaus mit Bauerngarten, das liebevoll renoviert wurde, ist ein Blickfang in Schwarzendorf, nordöstlich der Verbindungsstraße von Krailing nach Oberviechtafell. Zusammen mit einem Feldkreuz aus dem 19. Jahrhundert , das dieses stimmige Ensemble ergänzt, ist es ein Beispiel für dörfliche Kultur, die sich erhalten hat. Fotos: Dachs

Die Asphaltstrecke geht schnell in einen gut befahrbaren Waldweg über und nach rund einem Kilometer erreiche ich den nordöstlichenTeil der Ortschaft Schwarzendorf, wo ein wunderbar gepflegtes Wohnstallhaus mit Bauerngarten geradezu zu einer Trinkpause mit Schauerlebnis auf das Dorf Krailing zwingt.

Hier finden Sie alle E-Bike-Touren von Alois Dachs

Ins Viechtareich geht der weite Ausblick von der Burgruine nach Süden, während im Osten Moosbach, Rattenberg und im Norden Altrandsberg grüßen. Die Radtour beginnt im Landkreis Cham, führt von Krailing bis Mitterdorf durch den Landkreis Regen und berührt bei Neurandsberg schließlich den Landkreis Straubing-Bogen. Fotos: Dachs
Ins Viechtareich geht der weite Ausblick von der Burgruine nach Süden, während im Osten Moosbach, Rattenberg und im Norden Altrandsberg grüßen. Die Radtour beginnt im Landkreis Cham, führt von Krailing bis Mitterdorf durch den Landkreis Regen und berührt bei Neurandsberg schließlich den Landkreis Straubing-Bogen. Fotos: Dachs

Am Ende des kleinen Weilers geht es rechts ab in Richtung Oberviechtafell, dem ein zäher Anstieg vorausgeht, was aber mit Motorunterstützung keinerlei Probleme bereitet. Im Ortskern angekommen, rollt das Rad nun über Viechtafell flott zur Kreuzung mit der B 85 und danach weiter in Richtung Moosbach, wo am Ortseingang der Pfahl überwunden wird. Am Dorfbrunnen biege ich links ab in die Pfarrerstraße, Richtung Straußenfarm, um nach rund drei Kilometern westlich von Mitterdorf rechts in die Straße von Rattenberg nach Neurandsberg einzuschwenken.

Unser Autor Alois Dachs Foto: Rabl-Dachs
Unser Autor Alois Dachs Foto: Rabl-Dachs

Bald bin ich froh über meinen Motorantrieb, denn nach rund zwei Kilometern steigt die Straße kontinuierlich an, bis sich der Blick auf die Neurandsberger Kleinkunstbühne, den nahen Steinbruch Rattenberg und die Burgruine mit Kirche öffnet.

Lesen Sie hier: Der Hohenbogen ist elektrisierend gut – Mit Motorunterstützung wird der Aufstieg zum Kolmstein machbar. Für zwei Überquerungen reicht der Pedelec-Akkus locker.

Heimatkunde pur am Berg

Eine Erinnerungstafel bei der Wallfahrtskirche unter dem Burgberg weist darauf hin, dass Jugendliche aus Neurandsberg und Umgebung vom 13. bis 15.Juli 2007 in über 500 freiwilligen Arbeitsstunden den Aufstieg zur Burgruine neu anlegten. 66 Granitstufen wurden dabei gesetzt und auf 40 Metern Länge Frostschutz eingebaut. Fotos: Dachs
Eine Erinnerungstafel bei der Wallfahrtskirche unter dem Burgberg weist darauf hin, dass Jugendliche aus Neurandsberg und Umgebung vom 13. bis 15.Juli 2007 in über 500 freiwilligen Arbeitsstunden den Aufstieg zur Burgruine neu anlegten. 66 Granitstufen wurden dabei gesetzt und auf 40 Metern Länge Frostschutz eingebaut. Fotos: Dachs

Mit Stromkraft erklimme ich heute erstmals den „Burgberg“ mit der malerischen Wallfahrtskirche „Mariä Geburt“, der schön gestalteten Kriegergedächtnisstätte für den „70er-Krieg“ und dem künstlerisch hochwertig gestalteten Kreuzweg. Der Aufstieg zur Burgruine ist Dank der 2012 eingebauten Steintreppen problemlos, in der Burgruine steht aber hüfthoch das Gras, so dass der Rundgang ein wenig an Dschungelbesuch erinnert. Bei der Abfahrt in Richtung Gasthof öffnet sich der Blick in den riesigen Schlund des Steinbruchs, dann geht es links ab in Richtung Altrandsberg und auf dem Regen-Donau-Radweg zurück zum Ausgangspunkt.

Darum haben Pedelecs den Fahrradmarkt revolutioniert. Die moderne Technik birgt viele Chancen, aber auch Gefahren.

Lesen Sie auch: Dem „E-Bike“ ist kein Berg zu steil

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Streckenlänge: 37,7 Kilometer; Fahrzeit: 1:51 Stunden; Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,3 km/h; Anforderung: leicht bis mittelschwer.

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