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CP-Fussball

Conny Fritsch zerlegte fast die Kabine

In der Pause des Australien-Spiels gab der Coach seinem Team richtig Gas – mit Erfolg. Am Ende stand der Einzug ins B-Finale.
Von Christian Eidenhardt

Wie schon beim Testspiel gegen Australien in Oberhaching (unser Foto) sahen die Zuschauer eine umkämpfte Partie. Foto: Frank Betthausen
Wie schon beim Testspiel gegen Australien in Oberhaching (unser Foto) sahen die Zuschauer eine umkämpfte Partie. Foto: Frank Betthausen

Cham.16. Juli 2019: Ich bin immer noch geflasht von dem, was hier in Sevilla an diesem Dienstag passiert ist. Wir haben Australien 2:1 geschlagen und stehen im B-Finale dieser Weltmeisterschaft. Der nächste historische Erfolg einer deutschen CP-Nationalmannschaft! Es war – ähnlich wie bei unserem Vorbereitungsspiel in Oberhaching vor dem Abflug nach Spanien, das wir Anfang Juli auch 2:1 gewonnen hatten – ein großer Fight.

„Fast nur lange Bälle“

Australien hat wie in Oberhaching fast nur mit langen Bällen agiert. Meine Aufgabe war es, David Barber in Manndeckung zu nehmen, der aus dem Spiel heraus keinen langen Ball bekommen hat – außer Freistößen und Einwürfen. Wir haben von der ersten Minute an gefightet wie die Ochsen.

Ein Chamer bei der Fußball-WM

Ich war sehr froh, mich heute mit dem 1:0 in der 13. Minute wieder in die Torschützenliste eintragen zu können. Leider haben wir fast mit dem Halbzeitpfiff nach einer Ecke den Ausgleich durch einen Kopfballtreffer kassiert. Zur Pause kam Pascal Odrich von Schalke 04, mein Zimmerkollege, und hat in der 36. Minute das 2:1 markiert.

Dieses Ergebnis haben wir mit aller Kraft verteidigt. Wir haben die Bälle, wir haben Freistöße gezogen und einfach nur gekämpft. Es war sicher nicht immer so toll anzuschauen, weil das Team aus Down Under tatsächlich nur mit langen Bällen operiert hat – und die musst du hinten natürlich verteidigen. Aber wir haben alles reingeschmissen und das 2:1 über die Zeit gebracht. Was für ein Triumph! Wir stehen im Finale der B-Runde und spielen tatsächlich um Platz neun. Das heißt, wir sind als 21. der Weltrangliste auf jeden Fall schon einmal die Nummer zehn der Welt!

Eine Aufgabe erledigt

Es freut mich riesig, dass ich zu diesem Sieg auch ein Tor beigetragen und meine Aufgabe erledigt habe, David Barber aus dem Spiel zu nehmen, über den bei Australien aus der Verteidigung heraus mit langen Bällen fast alles läuft.

Eide und Co. gingen auch diesmal gegen Australien an die Schmerzgrenze. Foto: Frank Betthausen
Eide und Co. gingen auch diesmal gegen Australien an die Schmerzgrenze. Foto: Frank Betthausen

Selbstkritisch müssen wir festhalten, dass wir in der ersten Halbzeit die Standards nicht immer gut verteidigt haben. Da waren wir einfach nicht nah genug dran, und wir sind auch zu wenig in die Kopfbälle gegangen. Conny Fritsch hat uns in der Pause wirklich Gas gegeben und angeschrien.

Der Coach hat uns die Hölle heiß gemacht und fast die Kabine zerlegt. Das hat uns in der zweiten Halbzeit aufgeweckt. Wir haben uns in jeden Ball geworfen, gebissen und gerackert bis zum Umfallen. So haben wir den nächsten großen Schritt in unserer Historie gemacht. Was uns besonders freut, uns beide, dass das Zimmer, die Höhle 206, mit Pascal Odrich und mir dieses Spiel auch mitentschieden hat.

Jetzt ist hier heute erst einmal Party angesagt. In der Kabine gab es nach dem Spiel „Deutschland, Deutschland“-Rufe und „Humba-tä-tärä“. Und übermorgen im B-Finale? Packen wir Irland eben jetzt auch noch! Wir sind heiß!

Alle Teile von Christian Eidenhardts WM-Tagebuch finden Sie hier

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