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CP-Fussball

Die Jungs zockten, um sich zu entspannen

Bei einem Mannschafts-Turnier an der Playstation ging Christian Eidenhardt gnadenlos unter. Die Klassifizierung ruft.
Von Christian Eidenhardt

Zocken an der Playstation: Die anderen Spieler waren Eide mit ihren Teams gnadenlos überlegen. Foto: Christian Eidenhardt
Zocken an der Playstation: Die anderen Spieler waren Eide mit ihren Teams gnadenlos überlegen. Foto: Christian Eidenhardt

Cham.5. Juli 2019: Heute war der letzte Tag ohne großes Programm. Wir haben auch heute sehr, sehr früh gefrühstückt. Um 8.15 Uhr war Abfahrt zum Trainingszentrum des FC Sevilla. Dort haben wir eineinviertel Stunden trainiert und dabei schon mehr in Richtung Taktik gearbeitet und verschiedene Abläufe im Passspiel einstudiert. Einige von uns haben die Zeit bis zur Mittagsruhe nach dem Duschen genutzt und sich für eine halbe Stunde an den Pool gelegt, um ein wenig Sonne zu tanken.

Am Nachmittag habe ich wieder drei Stunden geschlafen im Zimmer, das ich mir mit Pascal Odrich von Schalke 04 teile. Da ist Abdunkeln angesagt, damit auch wirklich keine Sonne reinscheint. Im Anschluss stand eine Mannschaftsbesprechung auf dem Programm. Die war heute schon geprägt vom Gefühl, dass es jetzt endlich beginnt hier.

Das Team wird geteilt

Morgen ist unsere Mannschaft quasi zweigeteilt. Der Wecker klingelt bei allen Spielern um 5.30 Uhr. Um 6 Uhr ist Aktivierung. Die eine Gruppe – es sind fünf Spieler, die nicht klassifiziert werden – wird einen kleinen Lauf absolvieren. Der Rest wird sich mit unserem Physio David Meiworm auf die Klassifizierung vorbereiten.

Ein Bild, das in Cham vor der Abreise entstand: Eide ließ sich von Physiotherapeut Karl-Heinz Plötz noch einmal durchchecken. In Spanien betreut David Meiworm das Nationalteam. Foto: Christian Eidenhardt
Ein Bild, das in Cham vor der Abreise entstand: Eide ließ sich von Physiotherapeut Karl-Heinz Plötz noch einmal durchchecken. In Spanien betreut David Meiworm das Nationalteam. Foto: Christian Eidenhardt

Um 7.15 Uhr werden wir nach dieser Vorbereitung mit dem Bus abgeholt – und um 8 Uhr startet für mich und acht andere von uns die eigentliche Klassifizierung, also die Einstufung in bestimmte Kategorien, mit denen unsere körperlichen Einschränkungen bewertet werden. Die anderen Jungs werden zu dieser Zeit nebenan im Fitnessstudio sein und individuell trainieren.

Wir hoffen schwer darauf, dass bei der Klassifizierung wirklich alles so funktioniert, wie wir uns das vorstellen. Ab dem Mittagessen, ab 13 Uhr, sind wir dann wieder als Team zusammen. Um 16 Uhr geht es los für uns! Auf dem Gelände des FC Sevilla steht die Eröffnungsfeier der WM an – mit dem Auftaktspiel Spanien gegen Argentinien.

Die Zeit auf den Zimmern

Spätestens dann sind wir endgültig im Turnierfieber, auch wenn wir erst am Montag einsteigen. Dann ist das natürlich etwas ganz anderes hier als aktuell, wo wir viel Zeit auf den Zimmern verbringen oder – so wie heute – vor dem Abendessen mit sieben, acht Leuten gegeneinander eine kleine Playstation-Runde ausspielen.

Meine Mitspieler haben da als Team – klar! – alle Teams wie Barcelona, Liverpool oder Bayern München gewählt. Da hatte ich mit meinen 60ern leider wenig Chancen und bin gnadenlos zerlegt worden. Aber mei: Es ging um die Gaudi, dabei sein ist alles!

Alle Teile von Christian Eidenhardts WM-Tagebuch finden Sie hier

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