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CP-Fussball

Gegen Japan regierte der Chancentod

Eide und sein Team schafften in Spanien Historisches. Dennoch war das 3:2 im letzten Vorrundenspiel eine unnötig enge Sache.

Im letzten Vorrundenspiel gegen Japan erreichten Eide und Co. ihr erstes Turnierziel. Nur: Über das Wie diskutierte das Team noch länger. Foto: Ralf Neumann
Im letzten Vorrundenspiel gegen Japan erreichten Eide und Co. ihr erstes Turnierziel. Nur: Über das Wie diskutierte das Team noch länger. Foto: Ralf Neumann

Cham.12. Juli 2019: Wow! Ein 3:2 gegen Japan! Der erste Sieg einer deutschen Mannschaft bei einem CP-World-Cup! Es war definitiv kein glücklicher Sieg, nur hätte er wesentlich höher ausfallen müssen. Zur Pause lagen wir zwar 1:0 in Front (Torschütze war Robin Meyer in der 17. Minute). Aber wir haben die Angriffe nicht gut zu Ende gespielt – dabei hätten wir in Hälfte eins wirklich auch schon gute Möglichkeiten gehabt.

Nach Wiederanpfiff habe ich in der 34. Minute das 2:0 markiert. Doch statt dass uns das Ganze mehr Sicherheit gegeben hätte, haben wir quasi direkt im Gegenzug den Anschlusstreffer kassiert. Mein 3:1 in der 40. Minute hat uns wieder kein Selbstvertrauen gegeben. Im Gegenteil! Wir haben uns nach einem Freistoß und einem Abpraller in der 49. Minute das 3:2 gefangen.

„Wir waren nicht geil genug“

Christian Eidenhardt hebt ab: Allein der Waldmünchner ließ gegen Japan vier, fünf hochkarätige Chancen liegen. Foto: Ralf Neumann
Christian Eidenhardt hebt ab: Allein der Waldmünchner ließ gegen Japan vier, fünf hochkarätige Chancen liegen. Foto: Ralf Neumann

Wir hatten heute – ohne Übertreibung – Chancen für sieben oder acht Tore. Wir haben es einerseits bis kurz vor dem letzten Abschluss richtig gut herausgespielt in Hälfte zwei, waren aber vor dem Tor einfach nicht geil genug. Allein ich habe vier, fünf richtig gute Dinger ausgelassen.

Die Japaner waren nicht wirklich gut und sehr begrenzt in ihren Möglichkeiten. Wir haben es uns unter dem Strich einfach selber viel zu schwer gemacht – gerade nach diesem Debakel gegen Brasilien. Am Ende war es ein dreckiger Sieg. Richtige Freude haben wir so hinterher auch nicht verspürt, weil wir einfach wussten, dass wir das Spiel mit einem blauen Auge durchgestanden und gerettet haben.

Besprechung mit Bundestrainer Conny Fritsch: Die Mannschaft machte sich gleich nach dem Spiel daran, ihre Defizite offen zu diskutieren. Foto: Ralf Neumann
Besprechung mit Bundestrainer Conny Fritsch: Die Mannschaft machte sich gleich nach dem Spiel daran, ihre Defizite offen zu diskutieren. Foto: Ralf Neumann

Klar, das war, wie erwähnt, der erste Sieg Deutschlands bei einem CP-World Cup. Und: Wir sind Gruppendritter geworden, was wir uns vorgenommen hatten. Nur das Wie, das war heute ganz, ganz hartes Brot. Das war einfach nicht das, was wir können.

Beim Warmmachen ist der Ball gelaufen, wir haben kombiniert, wir haben alles richtig gemacht... Und dann gehst du in diese Begegnung, und auf einmal klappen die meisten und einfachsten Dinge nicht. Egal: Mund abbputzen! Es sind drei Punkte – und wir spielen als nächstes am Sonntag um 9 Uhr gegen Finnland. Gewinnen wir da auch, sind wir im Bereich der Platzierungsspiele angelangt, die wir erreichen wollten.

Aufarbeitung nach dem Essen

Letztlich müssen wir es da endlich schaffen, die Dinge umzusetzen, die unsere Coaches an diesem Freitag nach dem Mittagessen mit uns diskutiert und aufgearbeitet haben. Die zentrale Frage ist für uns, warum wir es nicht schaffen, den Spaß, den wir hier beim Training und außerhalb des Platzes haben, auch AUF den Platz zu bringen.

Alle Teile von Christian Eidenhardts WM-Tagebuch finden Sie hier

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