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Europameisterschaft

„Das war ein Kampf um Leben und Tod“

Eide & Co. setzen sich in einer hitzigen Partie gegen Spanien durch – und feiern den größten Erfolg im deutschen CP-Fußball.
Von Christian Eidenhardt

Der Jubel über den Erfolg war auch in der Kabine noch riesig. Foto: Eidenhardt
Der Jubel über den Erfolg war auch in der Kabine noch riesig. Foto: Eidenhardt

Cham.3. August 2018:

Das war ein absoluter Fight! Gegen Spanien haben wir uns heute im kleinen Halbfinale mit 3:2 durchgesetzt. Das war von beiden Seiten her ein Kampf um Leben und Tod. Auch die Spanier haben alles investiert. Es war natürlich heute Mittag, Anpfiff war um 12 Uhr, sehr, sehr heiß hier in Zeist.

Die Aufstellung war unverändert zum Dänemark-Spiel. Ich habe wieder im Sturm begonnen. Wir sind durch einen Konter, bei dem wir schläfrig waren, 0:1 in Rückstand geraten. Kurze Zeit später habe ich nach einer wunderbaren Passfolge über Daniel Sperl und Jörn Lorenzen das 1:1 markiert. Einige Zeit später hat Daniel Sperl auf 2:1 erhöht. Mit der Führung ging es in die Pause.

Die drei Torschützen aus dem Spanien-Spiel (von links): Daniel Sperl, Christian Eidenhardt und Jonas Malkmus Foto: Eidenhardt
Die drei Torschützen aus dem Spanien-Spiel (von links): Daniel Sperl, Christian Eidenhardt und Jonas Malkmus Foto: Eidenhardt

Durch einen Freistoß haben wir in der zweiten Hälfte das 2:2 kassiert. 15 Minuten vor Schluss kam dann die große Stunde unseres Einsers, unseres Spielers mit den meisten Beeinträchtigungen! Ecke kurz ausgeführt, ich flanke auf den langen Pfosten und dort köpft Jonas Malkmus das 3:2! Es kann sich keiner vorstellen, was da los war!

Zehn Minuten vor Schluss bin ich ausgewechselt worden für Stürmer Marco Geisler. Wir hatten auch in der Halbzeit schon gewechselt. „Dani“ Sperl ist rausgegangen – und für ihn kam Pascal Odrich. So haben wir das Ergebnis mit großem Einsatz über die Zeit gerettet. Wir hatten auch noch die Riesenchance durch Gordon Litinski auf das 4:2. Aber leider hat er den Ball verstolpert, als das Leder zwischen ihm und dem Torwart lag.

Ein Chamer bei der Fußball-EM

Gordon hat in dieser Szene versucht, den Ball im Liegen ins Tor zu befördern. Der spanische Keeper hat ihm dabei mehr oder weniger mit den Fäusten ins Gesicht geschlagen, hat ihn geschüttelt und geschubst und dafür auch die rote Karte gesehen. Das heißt: Wir waren dann für den Rest des Spiels sogar in Überzahl.

Das war brutal! Wir haben jetzt etwas geschafft, was eine CP-Nationalmannschaft in Deutschland noch nie geschafft hat. Wir sind auf jeden Fall schon Sechster in Europa und können am Sonntag auch noch Fünfter werden. Das ist unfassbar! Das ist nicht in Worte zu fassen.

Es geht raus auf den Platz gegen Spanien. Noch ist alles ruhig, aber das Spiel sollte durchaus hitzig werden. Foto: Eidenhardt
Es geht raus auf den Platz gegen Spanien. Noch ist alles ruhig, aber das Spiel sollte durchaus hitzig werden. Foto: Eidenhardt

Und: Es gab Lob von allen Seiten dafür, wie wir uns hier präsentiert haben und wie professionell wir das alles angegangen sind. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch neben dem Platz. Wir haben heute einen Riesenschritt gemacht für den CP-Fußball in Deutschland.

Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe! Natürlich wollen wir die Engländer schlagen, auch wenn die bockstark sind. Aber wir werden da alles reinwerfen. Groß feiern ist heute deswegen nicht angesagt. Wir spielen ja am Sonntag, am großen Finaltag, schon wieder. Aber die Freude – die ist riesig!

Im Trainingslager im nordrhein-westfälischen Elspe hatte die CP-Nationalmannschaft Besuch von einem Reporter des WDR. Für den Beitrag stand auch Christian Eidenhardt vor der Kamera. Er berichtete von seiner Hirnblutung, die er 2011 bei einem Hallenturnier erlitt, und seiner Freude am Fußball. Hier geht es zu dem gut dreiminütigen Video.

Alle Teile von Eides EM-Tagebuch lesen Sie hier

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