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Pferdetreffen

Ein Kötztinger Rosstag wie im Bilderbuch

Über 500 Vierbeiner waren bei Traumwetter Hauptdarsteller beim großen Festzug „Landwirtschaft und Handwerk von damals“.
Von Alois Dachs

Den Achterzug des Lindner-Bräu fuhr in diesem Jahr Fritz Bummer mit den Norikern von Brauereibesitzerin Evi Kolbeck.  Fotos: Rabl-Dachs
Den Achterzug des Lindner-Bräu fuhr in diesem Jahr Fritz Bummer mit den Norikern von Brauereibesitzerin Evi Kolbeck. Fotos: Rabl-Dachs

Bad Kötzting.Ein Festwochenende ganz nach dem Geschmack der Pferdefreunde aus Ostbayern und weit darüber hinaus gestaltete die Kaltblut- und Haflinger-Züchtervereinigung Bayerischer Wald, Sitz Bad Kötzting mit ihrem 31. Kötztinger Rosstag. Herrliches Spätsommerwetter begünstigte die Großveranstaltung mit über 500 Pferden, die Kutschen, Festwagen, landwirtschaftliche Geräte und die Bierwagen des Lindner-Bräu durch die Straßen der Stadt zogen.

Die hochsommerlichen Temperaturen ließen die Zuschauer schnell nach Schatten suchen, aber Bahnhof- und Marktstraße, Schattenau, Dampfbach- und Jahnstraße waren dicht gesäumt von einer Menschenmenge, die sich an den schönen Gespannen, den authentischen Darstellungen der landwirtschaftlichen Arbeiten von früher und des auf den Höfen teilweise ausgeübten Handwerks erfreuten.

Sehen Sie hier die Bildergalerie vom Bad Kötztinger Rosstag 2019

Das war der Rosstag 2019 in Bad Kötzting

Gesundheit ein Spitzenthema

Die Kaltblut- und Haflingerzüchter sehen diesen Festzug seit über 30 Jahren als ein Schaufenster für die Stadt und ihre wichtigsten Einrichtungen. So spielten nach den Kutschen mit zahlreichen Ehrengästen aus der Politik, den bäuerlichen Verbänden, Vertretern der Geistlichkeit und dem Pfingstbrautpaar die Festwagen mit den Themen Kneipp und Gesundheit, Kötztinger Lebensstil-Programm, Klinik für traditionelle chinesische Medizin und ein „Schau-Festwagen“ der Bayerischen Spielbank im vorderen Feld mit, ehe die Erntemaschinen und Erntefahrzeuge zu den eigentlichen landwirtschaftlichen Themen überleiteten.

Zwei Generationen Sattlerei Piendl auf einem Festwagen. Die Familientradition bei der Herstellung von Festgeschirren wird fortgesetzt.
Zwei Generationen Sattlerei Piendl auf einem Festwagen. Die Familientradition bei der Herstellung von Festgeschirren wird fortgesetzt.

Fachkundige Informationen zu den verschiedenen Teilen des Festzuges gaben Hans Seiderer in der Bahnhofstraße, Sepp Barth am Alten Rathaus und Heinrich Wieser am Oberen Markt. Viele Teilnehmer, die seit Jahren am Festzug mitwirken, prägen dessen positives Erscheinungsbild, indem sie bäuerliche Arbeitskleidung wie früher tragen und auch die Pferde mit Arbeitsgeschirren ausstatten, wie sie früher alltäglich im Gebrauch waren. Wie schon seit Jahren führte Manfred Wimmer den Festzug an, heuer auf einem jungen Rapphengst, der den Start um 13.30 Uhr kaum mehr erwarten konnte, aber zu den Klängen des Feuerwehr-Spielmannszuges flott und brav dem Zug voranging.

Bäuerliches

  • Erinnerung:

    „Das habe ich als Kind auch noch erlebt“ war wohl einer der häufigsten Sätze beim großen Festzug der Rosserer. Viele ältere Zuschauer erinnerten sich an Arbeiten auf Bauernhöfen, in die Kinder eingebunden waren, als Zuschauer oder sehr früh als Helfer.

  • Nostalgie:

    Mit dem modernen Maschinenpark heutiger Landwirte haben die Geräte aus dem vergangenen Jahrhundert nichts mehr gemein.

Mehrere Musikkapellen aus dem weiten Umkreis sorgten mit flotten Melodien schon bei der Aufstellung zum Festzug für gute Unterhaltung der Zuschauer und rundeten den Festzug mit stimmungsvoller Begleitmusik ab. Ein besonderes Schaustück sind seit Jahren die verschiedenen Wagen, die sich mit der Holzernte befassen und heuer fiel besonders ein Wagen mit einer gewaltigen Ladung an Ästen ins Auge, die von einem Vierergespann durch die Stadt gezogen wurden. Besonders viel Mühe hatten sich die Gestalter der Erntewagen gegeben. So waren Korn-, Weizen- und Hafer-“Mandl“ auf einem Wagen aufgebaut und Hakenzylinger, Windmühle, aber auch die früher zur Futterbereitung für die Pferde unentbehrliche „Gsodmaschine“, mit der Stroh und Heu gemeinsam geschnitten wurde, durfte natürlich nicht fehlen.

Handwerk gehörte immer dazu

Auf dem Wagen des Viehhändlers war die Jugend dabei..  Fotos: Rabl-Dachs
Auf dem Wagen des Viehhändlers war die Jugend dabei.. Fotos: Rabl-Dachs

Eine eigene Abteilung im Festzug bilden die vielen Handwerkszweige, die mit der Bauernschaft zu tun hatten. Vom Viehhändler über den Metzger, den Maurer, Müller, Schneider, Huf- und Wagenschmied, Sattler, bis hin zum Scherenschleifer, Seiler oder Drescherkolonnen, die früher mit dem Dreschflegel das Getreide aus den Ähren holten, wurde alles gezeigt. Besonders das Drescherquartett der Freiwilligen Feuerwehr Sperlhammer war mit viel Einsatz und Taktgefühl bei der Sache, ebenso wie die Goislschnalzer, die auf einem eigenen Wagen zur Musik ihre peitschenden „Instrumente“ erklingen ließen.

Wirtschaft

Kötztingerin ist Bayerns beste Sattlerin

Maria Piendl aus Bad Kötzting wurde Landessiegerin bei der Gesellenprüfung für Sattler. Ihr nächstes Ziel ist der Meister.

Den krönenden Abschluss des Festzuges, der sich schließlich an der Ludwigsberg-Kreuzung auflöste, bildeten die verschiedenen Bierwagen des Lindner-Bräu, darunter auch ein Ponygespann mit einem Miniwagen, ein Schanzwagen mit Viererzug und schließlich der große Brauerei-Fasswagen, der heuer mit acht Norikern aus dem Stall von Brauereibesitzerin Evi Kolbeck bespannt war, die von Fritz Bummer souverän gesteuert wurden, wobei ein Helferteam zur Unterstützung mitmarschierte. Das Sommergewitter kurz nach Ende des Festzuges tat der guten Stimmung keinen Abbruch.

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