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Ein Traumpaar plaudert in Cham

Christian Neureuther stellt mit seiner Gold-Rosi ein Buch über Arthrose vor. Am meisten aber verraten sie über sich selbst.
Von Ernst Fischer

Die Chamer standen Schlange für eine Widmung von Rosi Mittermeier und Christian Neureuther im neuen Buch „Never give up“.  Foto: Ernst Fischer
Die Chamer standen Schlange für eine Widmung von Rosi Mittermeier und Christian Neureuther im neuen Buch „Never give up“. Foto: Ernst Fischer

Cham.Ein deutsches Traumpaar – die Gold-Rosi und ihr Christian: Über 40 Jahre ist das jetzt her, zweimal Gold und einmal Silber für Rosi Mittermeier bei Olympia 1976 in Innsbruck, sechs Slalom-Weltcupsiege für Christian Neureuther von 1973 bis ’79. 1980 haben sie geheiratet. Und noch heute kennt sie jeder. Was bisher keiner wusste: Die Rosi hätte Chamerin werden können..., wenn es den Christian nicht gegeben hätte.

In der Buchhandlung Rupprecht haben die beiden Ex-Skistars die Episode ausgeplaudert. Christian Neureuther hat dort sein neues Buch vorgestellt. „Never give up“ heißt es. Und es geht um Arthrose. Aber davon war eher weniger die Rede in diesen zwei Plauderstunden – viel mehr von Christian und Rosi. Oder wie ER es formulierte (Achtung Kalauer!): „Das Schicksal in meinem Leben hängt mit der Rose zusammen, die Gold-Rosi im Herzen – und die Arthrose im Knie.“ Wenn der Christian das erzählt, dann legt er schon mal die Hand auf ihr Knie, und die Gold-Rosi schmunzelt dazu so leise wissend ins Publikum, dass später die Monika aus Roding sagen wird: „So sind halt die Männer, da musst du nur auf einen Stammtisch gehen, dann hörst du die gleichen Sprüche.“

Ein Brief aus Cham für Rosi

Über 200 Besucher haben 14 Euro bezahlt, um einmal ein Traumpaar erleben zu können. Und die beiden wissen, auf welcher Klaviatur sie da spielen müssen: Christian gibt den verliebten Kasper, Rosi seine verständnisvolle Gefährtin - und das auf Wolke 9: ER wird am 28. April 71, SIE am 5. August 70.

Gastgeberin Maria Rupprecht gibt behutsam Stichworte: „40 Jahre verheiratet, ... und skandalfrei!“ Christian kann‘s nicht lassen: „...wir haben’s schon vorher gemacht, aber das wurde unter der Bettdecke gehalten.“ Da muss die Rosi natürlich rot werden. Und so weiter und so fort. Irgendwann wird’s eher nervig. Aber die beiden können auch ernst.

Maria Rupprecht fragt: Wie groß war das schwarze Loch nach der Skifahrer-Karriere? Rosi erzählt, warum sie nach dem Gold-Höhepunkt 1976 mit 27 Jahren aufgehört hat: „Als Skifahrer hast du ja damals kein Geld verdient.“ Aber um die Gold-Rosi von Innsbruck hat sich danach die ganze Welt gerissen - die Medien, Firmen aller Welt, die mit ihrem Namen Werbung machten: Rosi-Fotos auf Schnapsgläsern oder Uhren, viele ungefragt. Rosi hat einen Anwalt nehmen müssen, um ihre Rechte einzuklagen. Und sie ist mit einer Agentur auf Werbetour gegangen. „Bis 1980 war ich 330 Tage im Jahr unterwegs, von Amerika bis Japan. Und die Japaner waren besonders narrisch auf mich.“ Und einer aus Cham! 27 000 Fanbriefe hat sie gleich nach Innsbruck daheim auf die Winklmoosalm bekommen, darunter einer von einem Chamer Sporthändler. „Der hat mir sein Geschäft angeboten“, erinnert sich die Rosi. Und der Christian: „Da habe ich gleich gesagt, na, na, des geht nicht! In der Oberpfalz, da san die feschen Burschen, dann wäre sie gleich weg gewesen.“

Das Buch

  • Autoren:

    Christian Neureuther (selbst Arthrose-Patient), Frank Bömers (Medizintechnik-Experte) und Dr. Christian Fink (Innsbrucker Unfallchirurg) geben in dem Buch konkrete Tipps, wie man trotz Ar-throse sportlich aktiv bleibt und mehr Lebensqualität gewinnt.

Der „freie Fall“ nach der Karriere

Aber jetzt wirklich mal im Ernst. Christian hat 1980 seine Ski-Karriere beendet. Und er sagt: „Der schwierigste Moment für einen Sportler ist der, wenn du aufhörst. Da geht‘s im freien Fall nach unten.“ Noch dazu für einen wie ihn: „Ich mag schon gern, wenn die Kamera leuchtet.“ Das hat er weiter gesucht: bei „Dalli-Dalli“ oder als ARD-Skiexperte im Fernsehen oder bei einer Nordic-Walking-Kampagne, bei der er ganz Deutschland abstrampelte - mit Rosi natürlich! Da waren sie auch schon mal bei uns, in Furth im Wald.

Ach ja, jetzt sein neuestes Werk: „Never give up!“ Einer im Publikum fragt nach: Ernährungstipps bei Ar-throse? Christian: „Steht alles im Buch.“ – Noch ein Brüller!

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