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Abenteuer

Er hat 13 der 14 Achttausender bestiegen

Am 17. März kommt Extrembergsteiger Hans Kammerlander mit seiner Multivisionsshow „Seven Second Summits“ ins Further ATT.
Von Evi Paleczek

Der Südtiroler Hans Kammerlander stand bereits auf den Gipfeln von 13 der 14 Achttausender.
Der Südtiroler Hans Kammerlander stand bereits auf den Gipfeln von 13 der 14 Achttausender. Foto: Büro Hans Kammerlander

Furth im Wald.Er hat unter anderem zusammen mit Reinhold Messner 13 der 14 Achttausender bestiegen, sich in Wettkämpfen extremer Bergläufe gemessen und bis heute etwa 2500 Klettertouren auf der ganzen Welt, darunter 50 Erstbegehungen absolviert. Außerdem gelangen ihm mehr als 60 Alleinbegehungen im VI. Schwierigkeitsgrad. Als neues Ziel hat sich Extrembergsteiger Hans Kammerlander dann daran gemacht, die zweithöchsten Gipfel aller sieben Kontinente zu besteigen.

Die Berge sind Kammerlanders Welt, schon seit seiner ersten Gipfelerfahrung im Alter von acht Jahren.
Die Berge sind Kammerlanders Welt, schon seit seiner ersten Gipfelerfahrung im Alter von acht Jahren. Foto: Büro Hans Kammerlander

Einen Plan, den er 2009 in die Tat umzusetzen begann. Er bestieg nach dem K2 nun auch den Ojos del Salado in Südamerika, den Gora Dychtau in Russland, den Mount Kenia in Afrika, den Puncak Trikora in Indonesien, den Mount Tyree in der Antarktis und den Mount Logan in Nordamerika. 2012 schloss er dieses weltumspannende Projekt ab – und berichtet zum Auftakt der Bergwoche am 17. März im ATT von seinen Erlebnissen.

Das erste Mal in der Alpingeschichte

Alle zweithöchsten Gipfel zu besteigen, das hat in der Alpingeschichte vor ihm noch keiner gemacht, erzählt Hans Kammerlander im Gespräch mit unserer Zeitung. Und er sagt, es war die größere Herausforderung, weil die meisten zweithöchsten Berge technisch schwieriger zu bewältigen waren als die höchsten. Außerdem hat er die Einsamkeit auf den zweithöchsten Gipfeln genossen – weil sie keine solchen Modeberge sind wie die höchsten. Diese Tour durch die sieben Kontinente hat drei Jahre gedauert, berichtet Kammerlander.

Auf der langen Reise haben ihn verschiedene Partner und Kollegen begleitet – und zusammen durften sie die Vielfalt von Kultur und Natur zwischen Urwald, Wüste und Antarktis kennen lernen. Natürlich geht es um die Berge, sagt Hans Kammerlander. Aber auch um die Leute und um Kulissen, um die Vielfalt von Landschaften.

Zur Person: Hans Kammerlander

  • Familie

    Hans Kammerlander wurde als sechstes Kind einer Bergbauernfamilie in Ahornach in Südtirol geboren. Der 59-Jährige hat eine achtjährige Tochter.

  • Der erste Berg

    Als Achtjähriger bestieg Kammerlander seinen ersten Berg. Heimlich folgte er einem Touristenpaar auf den Großen Moosstock (3059 Meter) oberhalb seines Heimatdorfs.

  • Beruf

    Mit 21 Jahren wurde er Bergführer und Skilehrer.

  • Reinhold Messner

    Messner öffnete Kammerlander 1982 mit einer Expedition zur ersten Durchsteigung der Cho-Oyu-Südwestwand den Weg zu den ganz hohen Bergen. In der Folgezeit bestiegen die beiden sieben der 14 Achttausender.

  • Bilanz

    Kammerlander absolvierte bis heute etwa 2500 Klettertouren auf der ganzen Welt, darunter 50 Erstbegehungen. Es gelangen ihm mehr als 60 Alleinbegehungen im VI. Schwierigkeitsgrad. Alpinschule: 15 Jahre lange führte Kammerlander die Alpinschule Südtirol, die er von Messner übernommen hatte.

  • Vorträge

    Er hält Vorträge über seine Unternehmungen und berät Bergsportausrüster bei der Entwicklung von Outdoor-Produkten. Seit 2008 ist Kammerlander auch Inhaber eines Bergsport-Fachgeschäftes bei Salzburg.

  • Hobby

    Oldtimer

Die eineinhalb Stunden seines Vortrags werden sehr kurzweilig sein, verspricht der Extrembergsteiger aus Südtirol. Die Besucher werden auf der Leinwand viele Eindrücke zu sehen bekommen – und viele nette Geschichten hören. „Der Berg ist nur etwas Schönes“, betont Kammerlander, „vor dem man großen Respekt hat. Kämpfen darf man mit dem Berg aber nie, dann hat man verloren. Man muss den Berg lieben.“

Trotz Respekt und aller Vorsicht bleibt bei Bergtouren wie er sie macht aber immer ein sehr hohes Restrisiko, sagt der 59-Jährige. Er hat viele engste Kollegen verloren auf dem Berg – auch auf Touren, auf denen er selbst mit dabei war. So sind etwa vor 20 Jahren zwei Partner bei einem Bergunfall auf dem Makalu in Nepal gestorben, der auch für ihn tödlich hätte ausgehen können, sagt Kammerlander.

Nun, nach so langer Zeit, will er im kommenden Jahr diesen Weg noch einmal gehen und seinen letzten Achttausender besteigen. Um Wege zu beenden – nicht auf der Suche nach alpinen Sensationen. Es geht darum, ohne Rekordgedanken eine Reise abzuschließen. Ein Filmteam wird auf dieser Tour von Kammerlander wohl mit von der Partie sein und einen Kinofilm über das Geschehene drehen.

„Nach vorne zu schauen, ist immer die richtige Wahl, in allen Lebensbereichen.“

Hans Kammerlander

Immer nach vorne schauen

Viele Leute stellen nach einem Unfall auf der Piste die Ski in den Keller, weiß Kammerlander. Den Weg weiterzugehen, wäre aber besser als zu resignieren. „Nach vorne zu schauen, ist immer die richtige Wahl, in allen Lebensbereichen“, ist sich der Extrembergsteiger sicher. Warum er auf die Berge steigt? Weil sie da sind, sagt Hans Kammerlander. Und weil er den Wert des Lebens immer am tiefsten gespürt hat, wenn er darauf aufpassen musste.

Der Südtiroler ist froh, dass er jetzt mit seinen 59 Jahren die Wettläufe hinter sich hat. „Das sollen jetzt Jüngere machen“, sagt er. Er muss und will sich nicht mehr beweisen, sondern geht nun entspannt und mit vollem Herzen hinauf auf seine Berge. Und genießt das Drumherum ohne Wettkampf. „ So ist es schöner“, betont er. „Und die Erinnerungen sind ja immer da.“ Wobei Ziele wichtiger sind als Erinnerungen. Und Kammerlander sucht nun nach Zielen, die sein Herz ihm vorgibt. Darüber kann er Filme und Vorträge machen. Und mehr Freude für Naturliebhaber bieten als nur die Wände der Achttausender.

Eintrittskarten für den Kammerlander-Vortrag gibt es für 18 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr unter www.okticket.de sowie bei der Tourist-Information Furth im Wald und bei allen okticket.de-Vorverkaufsstellen.

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