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Fördergelder für Waldbauern

„Sabine“ ließ Preise sofort wieder in den Keller rauschen. Freistaat bezuschusst Neu- und Wiederanpflanzungen.
Von Alois Dachs

Forstanwärterin Carolin Vieracker informierte über das neue Förderprogramm der Staatsregierung für Waldbesitzer.  Foto: Alois Dachs
Forstanwärterin Carolin Vieracker informierte über das neue Förderprogramm der Staatsregierung für Waldbesitzer. Foto: Alois Dachs

BLAIBACH.Während Wintersturm „Sabine“ vor zwei Wochen noch durch Ostbayerns Wälder tobte, verfügten mehrere Großsäger umgehend einen „Einkaufsstopp“ für Stammholz. Die aufkeimende Hoffnung auf „anständige“ Holzpreise für die Waldbesitzer erfüllte sich nicht. Einen Ausgleich soll nun ein gut bestücktes Förderprogramm der Staatsregierung schaffen, das für Neuanpflanzungen und Wiederaufforstungen hohe Zuschüsse bereitstellt.

Käfer bleibt Hauptgefahr

Beim Holzstammtisch im Schlossgasthof Rösch in Blaibach konnte WBV-Förster Florian Weigl den zahlreichen Besuchern wenig Hoffnung auf angemessene Holzpreise im Jahr 2020 machen. Ein Donausäger habe unmittelbar nach dem Sturm „Sabine“ die Preise für Stammholz über den vereinbarten Vertragsmengen auf 35 Euro pro Festmeter abgesenkt, mehrere andere Großsäger würden wenigstens für Frischholz noch 55 bis 60 Euro zahlen, informierte Weigl über den „traurigen Holzmarkt“. Er riet den Waldbesitzern, mit der Aufarbeitung der Sturmschäden noch etwas zu warten, weil „hängende“ Bäume ein wenig Spannung abbauen und die Gefahr bei der Waldarbeit verkleinern.

Die drohende Schließung des UPM-Papierherstellers in Plattling habe zwar abgewendet werden können, der Papierholzpreis liege aber aktuell bei nur 27 Euro pro Raummeter. Käferholz aus Tschechien „überschwemme“ den Markt in Bayern und Österreich. Beim größeren Stammholzmengen sei eine maschinelle Entrindung anzuraten, sagte Weigl, dieses Verfahren vernichte den Borkenkäfer. Allerdings forderten manche Sägewerke das Holz mit Rinde, die ebenfalls verkauft werden könne. Einzelne Sägewerke böten aktuell wenigstens einen akzeptablen Preis für Schwachholz, informierte Florian Weigl die Waldbesitzer.

Positivere Zukunftsaussichten konnten danach die Forstanwärterin Carolin Vieracker und Revierförster Hans Geiger vorstellen. Die bayerische Staatsregierung hat ein neues Förderprogramm aufgelegt, das bei Erst- und Wiederaufforstungen, für Waldrandgestaltung, für Praxisanbauversuche neuer Baumarten und für die Bekämpfung „Rindenbrütender Insekten“ beachtliche Zuschüsse in Aussicht stellt.

Viel Geld für Mischbestände

Grundsätzlich gilt dabei, dass die entsprechenden Arbeiten erst nach Antragstellung und Genehmigung der Förderung beginnen dürfen. Nur bei notwendiger Borkenkäferbekämpfung dürfe die Motorsäge sofort gestartet werden, informierte Geiger. Er riet ebenso wie Florian Weigl, bei der Aufarbeitung gefährlicher „Hänger“ nach Sturmschäden erfahrene Forstwirte oder Unternehmer zu beauftragen, um die Unfallgefahr zu minimieren.

Carolin Vieracker erläuterte, dass bei Neuaufforstungen 3,25 Euro, bei Wiederaufforstungen von Borkenkäferflächen 2,50 Euro pro Pflanze bezahlt würden, selbst die Umsetzung von „Wildlingen“ würde mit 1,40 Euro pro Pflanze gefördert. In einem Rechenbeispiel erläuterte sie, dass bei einer Wiederaufforstung mit Kosten von 5050 Euro eine Förderung von 7187,50 Euro möglich wäre. Ziel sei vor allem, einen gesunden Mischwald mit vier bis sieben Baumarten zu entwickeln, so Geiger. Für die Laubholzversteigerung am vergangenen Wochenende in Reisbach hatte die WBV Bad Kötzting 75 Festmeter Holz geliefert, darunter eine Ulme mit 6,55 Festmetern, die einen Festmeterpreis von 366 Euro erzielte, sagte Weigl. Ein Nussbaumstamm für 900 Euro kam ebenfalls aus dem WBV-Gebiet, Eichen brachten heuer bei einem Angebot von 587 Festmetern einen eher enttäuschenden Durchschnittspreis von 264 Euro/fm.

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