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Friedhofkapelle trocken gelegt

Die Arbeiten an der früheren Friedhofskapelle bringen eine interessante Geschichte zu Tage. Einige Grabplatten sind Zeuge.
Von Jakob Moro

Die frühere Friedhofkapelle, heute Anna-Kapelle, wird umfassend trocken gelegt. Sie erinnert innen mit den bekannten Fresken und Außen mit früheren Grabplatten an den alten Rodinger Friedhof. Foto: Moro
Die frühere Friedhofkapelle, heute Anna-Kapelle, wird umfassend trocken gelegt. Sie erinnert innen mit den bekannten Fresken und Außen mit früheren Grabplatten an den alten Rodinger Friedhof. Foto: Moro

Roding.Es ist ein geschichtsträchtiger Ort, an dem derzeit eine Rodinger Baufirma Sanierungsarbeiten durchführt. Die frühere Friedhofkapelle wird trocken gelegt. Der vorm Eingang angebrachte Beton wurde entfernt und das Bruchsteinmauerwerk fachmännisch verputzt.

Wenige wissen es, dass, als Roding viel kleiner war, rund um die alte Pfarrkirche Rodings ein Friedhof war. Rodinger können sich noch an den Abbruch der alten Pfarrkirche erinnern, als bei den Bauarbeiten Menschenknochen rund um die Pfarrkirche zum Vorschein kamen. Heute erinnern nur noch einige Grabplatten bei der Anna-Kapelle, der früheren Friedhofskapelle, an längst vergangene Zeiten. Vermutlich ein Grabstein und eine Grabplatte eines früheren Priestergrabes blieben vom alten Friedhof übrig. Ferner einige Grabtafeln, die an die von Asch, die Pfleger von Wetterfeld, erinnern. Der alte Friedhof lag rund um die Pfarrkirche. Die Anna-Kapelle mit den Totentanzfresken war die Friedhofskapelle. Im Jahre 1801 musste auf „Befehl“ der Regierung der Friedhof außerhalb des Marktes verlegt werden.

Der alte Friedhof hatte eine Fläche von 15398 Fuß, dies sind rund 1300 Quadratmeter, schreiben Karl Gschwender und Eduard Trinkerl in ihrer Chronik von Roding. In den Gruften mussten zwei bis drei Särge aufeinander gelegt und oft halb verweste Leichname ausgegraben werden. Als neuer Friedhof wurde von Amtswegen der heutige, der so genannte „lutherische“ Friedhof, bestimmt. Dieser entstand in der Reformationszeit, in der Zeit der vielen Glaubenswechsel, als Roding lutherisch wurde. Bis auf elf oder zwölf Familien sollen in der Reformationszeit den lutherischen Glauben angenommen haben. Als Roding um 1628 wieder katholisch wurde, war der „lutherische“ Friedhof überflüssig. Er wurde bis Anfang 1800 von den hiesigen Pfarrern und Mesnern als Wiese und Feld benutzt. Erst ab 1801 wurden dort die Rodinger beerdigt. Bis dahin fanden die Rodinger rund um die Pfarrkirche ihre letzte Ruhestätte.

Grabplatten erinnern an Adelige „der von Asch und zu Asch“, die Pfleger des Pflegeamtes zu Wetterfeld. So heißt es auf einer Grabplatte die noch entziffert werden konnte: „Alhier lieget begraben, der hochwohl gebohrene Herr, Franz Carl Freyherr von Asch zu Asch in Oberndorf, Wetterfeld und Hözing. Hauptpfleger zu Wetterfeld und Nittenau und so seines Alters in dem 60. Jahre den 9. Mai 1734 gestorben. Gott verleihe ihm die ewige Ruh. (versehen mit dem Wappen der von Asch)“.

Kaum entziffert werden kann eine Grabplatte, die an Ferdinand Alois Freiherr von und zu Asch auf Oberndorf, Niederstraubing und Erlbach erinnern soll. Auf der Gedenktafel heißt es weiter: Churfürstliche Durchlaucht zu Pfalzbayern – Wirklich geheimer Rath. Er wurde geboren zu Wetterfeld am 26. März 1721 und starb in Wetterfeld am 29. August 1800 im 80-sten Lebensjahr und im 33. Jahr seines Dechants.

Auch an Ignaz Ferdinand Freiherr von Asch zu Asch – Churfürstlicher Bayerischer Cammerer und Pfleger zu Wetterfeld – erinnert eine Grabplatte. Er starb am 20. Mai 1803. Zwei Grabmale erinnern an Priestergräber. Die Schriften sind verwischt oder Grabtafeln fehlen. Auf einer Grabplatte kann man noch die Schriften für Pfarrer Johann Matthäus Sartori lesen. Er starb am 5. April 1778 mit 64 Jahren und wurde in Roding begraben. Auf seiner Grabplatte heißt es: „Steh Wanderer still und lies! Wem dieser stumme Leichenstein verschließt. Den besten Menschenfreund………..“. Sartori war von 1744 bis 1778 Pfarrer in Roding.

Eine Gedenktafel, auf dem die Namen von 14 Gefallenen im Krieg von 1870/1871 gegen Frankreich vermerkt sind, ist an der Außenwand der Anna-Kapelle angebracht. Diese Gedenktafel soll nach Kriegsende am 24. August 1871 in der alten Pfarrkirche angebracht worden sein. Als die Pfarrkirche 1958/1959 abgebrochen wurde, wusste man nicht wohin damit. Sie wurde an der Außenwand der Anna-Kapelle angebracht. Vermerkt sind nicht nur Gefallene aus Roding, sondern auch aus Pösing, Kalsing, Mitterdorf und Wetterfeld.

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