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Frischer Wind für Further Eisdielen

Josef Plötz hat zwei Eiscafés in der Innenstadt übernommen. Serviert wird Gelato, das aus dem Lamer Winkel kommt.
Von Michael Gruber

Josef Plötz führt künftig die Regie in der Eisdiele Venezia und im Eiscafé Portofino am Stadtplatz.  Foto: Gruber
Josef Plötz führt künftig die Regie in der Eisdiele Venezia und im Eiscafé Portofino am Stadtplatz. Foto: Gruber

Furth im Wald.Bullenhitze im Bayerwald: Wer es nicht ins Freibad schafft, flüchtet in den Schatten oder gönnt sich eine Abkühlung von innen. Die Kugel Eis in der Waffel oder im Becher ist da einer der süßesten Verlockungen. Vorausgesetzt die Eisdiele kann mit Geschmack und gutem Service punkten. Und da kommt Josef Plötz ins Spiel.

Der Mann ist das neue Gesicht an der Further Eistheke: Anfang des Jahres hat der 38-Jährige gleich zwei Eisdielen in der Innenstadt unter seine Regie genommen. Mit seinem Geschäftspartner Mirko Capillero betreibt Plötz fortan das Eiscafé Portofino am Stadtplatz. Dazu kommt die traditionsreiche Eisdiele Venezia in der Bahnhofsstraße, die von nun an in der Hand des gebürtigen Lamers liegt. Moment mal. Ein Eisdieler aus der Lam? Wie kommt der überhaupt zum Geschäft mit dem Gelato?

Von der Heizung zum Eis

„Ich habe meinen alten Job an den Nagel gehängt“, führt Plötz uns zurück zu den Anfängen. In seinem früheren Leben sei er als Heizungsbauer tätig gewesen. Bis er mit seiner Lebengefährtin Ilona auf eine erfrischende Idee kam: In Lam gab es über Jahre hinweg keine Eisdiele. „Also haben wir uns entschieden, es mit unserem eigenen Eis zu versuchen.“

Für die Kinder aus St. Elisabeth gab es zum Einstand Gratis-Eis. Foto: Gruber
Für die Kinder aus St. Elisabeth gab es zum Einstand Gratis-Eis. Foto: Gruber

Seit 2007 betreibt Plötz dort die Osser-Eisdiele und hat sich mit seinen Eissorten einen Namen gemacht. Auf die Waffel bekommen die Kunden nämlich einen Hauch von Italien, der aber im tiefsten Bayerwald entstanden ist. In Lambach kreiert der Unternehmer inzwischen seit zehn Jahren seine eigenen Eissorten und hat damit das Geschäft um einen Speiseeis-Vertrieb ergänzt, mit dem er Kunden von Regensburg über Straubing bis nach Passau beliefert.

„Wir verwenden dabei keine Fertigmischungen sondern produzieren das Eis nach italienischer Art“, sagt Plötz. Soll heißen: Pflanzenfette sind tabu und frische Milch sind Pflicht. Diese bezieht der Eismacher vom Direktvermarkter aus dem niederbayerischen Simbach und wird pasteurisiert sie in der eigenen Produktion zur Grundmasse. Die Palette aus dem Hause Plötz umfasst dabei rund 60 Sorten, wobei die Further sich jetzt auf eine Kostprobe von allen Farben und Aromen freuen dürfen.

Zur Begrüßung gab der neue Eismann der Stadt den Kindern des Kindergarten St. Elisabeth eine Runde Eis aus.  Foto: Gruber
Zur Begrüßung gab der neue Eismann der Stadt den Kindern des Kindergarten St. Elisabeth eine Runde Eis aus. Foto: Gruber

„In unseren Eisdielen stehen insgesamt 24 Sorten zur Auswahl, wobei wir das Sortiment täglich wechseln“, kündigt Plötz an. Noch eine Sache, die das Eis bei der Herstellung besonders macht, steckt in der Energie, die verwendet wird: Die stamme aus dem nahegelegenen Wasserkraftwerk. Genauso findet der Bayerwald seinen Weg in die Geschmacksnerven. „Für unser Fruchteis verwenden wir das Quellwasser vom Osser.“

„Vanille ist und bleibt der Kassenschlager“

Josef Plötz, Eisdielen-Betreiber.

Da schmelzen bei diesen Temperaturen besonders die Herzen der Kinder und die stehen an diesem Donnerstag Schlange an der Eistheke: „Einmal Erdbeere, Schoko und Vanille“, murmeln die Kleinen schüchtern und mit großen Augen, als der Kindergarten St. Elisabeth einen Kurzausflug zum Eisessen unternimmt. Logisch schmeckt die Abkühlung gut, doch will die Kindergarten-Chefin Maria Altmann damit auch einen pädagogischen Effekt erzielen-

„Für uns der Ausflug immer auch ein Stück Lebenspraxis für die Kinder, denn die müssen ihr Eis heute selber bestellen.“ Über den Neuzugang hinter dem Eisdielentesen freut sich Altmann. Sie habe in der Vergangenheit nicht immer gute Erfahrungen in der Innenstadt gemacht, wenn sie mit so einer großen Gruppe Kindern zum Eisessen gekommen ist.

Heißer Tipp kam von der Frau

Was aber hat Plötz mit seinen Plänen letztendlich in die Drachenstadt geführt? Am Ende sei es ein guter Tipp von seiner Frau Ilona gewesen, erinnert sich Plötz. Diese ist sei seit 18 Jahren bei der Firma Wolff Ost-Reisen GmbH beschäftigt und habe für die Stadt inzwischen ein gutes Auge entwickelt. „Wir dachten, dass es hier in der Innenstadt Potenzial für eine Eisdiele gibt“, lässt uns Ilona Altmann wissen.

Mit dem bisherigen Geschäft nach den ersten Monaten sei man ganz zufrieden. Allerdings gebe es noch viele Further und Leute von außerhalb, die gar nicht wüssten, dass die Eisdielen jetzt unter neuer Führung seien, erklärt Plötz. Für alle Rückmeldungen und Vorschläge der Kunden sei er offen: „Wenn irgendetwas nicht passt, einfach mit uns sprechen, damit wir uns verbessern können.“

Für welche Eissorten sich die Kunden besonders begeistern, weiß der Experte längst: Vanille ist und bleibt der Kassenschlager, sagt Plötz. Wer etwas ausprobieren möchte, findet hier aber auch Sorten wie Buttermilch mit Himbeere, Pistazie oder Mango. Aus Sicht des Reporters ist das Schokoeis der klare Sieger. Wer lieber das Further Wappentier sucht, wird genauso fündig: Drachenfrucht gibts auch.

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