MyMz
Anzeige

Sport

Die Berge immer im Blick

Marlies Czerny und Andreas Lattner eroberten gemeinsam die 4000er der Alpen – und sorgten für den Auftakt der Bergwoche.
Von Christina Schweitzer

  • Das junge Paar aus Oberösterreich hat sich ganz dem Bergsteigen verschrieben – und dieses Hobby nun auch zum Beruf gemacht.Fotos: hochzwei.media

Furth im Wald.Ziele, Herausforderungen und Träume sind es, die die beiden Oberösterreicher in die Berge – und damit am Samstagabend auch nach Furth im Wald zogen. Sie beweisen Mut zum Meistern von Schlüsselstellen, auch wenn der Grad einmal schmal wird, und kraxeln Schritt für Schritt dem Sinn ihres Lebens entgegen. Marlies Czerny und Andreas Lattner nahmen am Samstagabend den gut gefüllten Saal des ATT mit auf ihre Tour zu entfernten Gipfeln und atemberaubenden Naturschauspielen.

Sie begeisterten die Besucher mit ihrem Vortrag zu den 82 höchsten Gipfeln der Alpen. Die Seilpartner, die mittlerweile auch Partner fürs Leben sind, betonten stets, nicht nach bergsteigerischer Höchstleistung zu streben, sondern nach dem Genuss der Natur. Des Weiteren wollen sie zu Zielen animieren, die ein Normal-Bergsteiger nachmachen kann.

Der Weg führt zu sich selbst

Sie gingen während ihrer „Tour durch die 82 4000er der Alpen“, wie sie den Abend selbst betitelten, auch auf die Emotionen, die sie auf ihren Abenteuern erleben durften, und die Auswirkungen des Klimawandels ein. Sie beleuchteten ihre Erkundungstouren von allen Seiten: sei es historisch, kulturell, musikalisch und natürlich auch sportlich. Marlies Czerny hat als erste Frau Österreichs alle 4000er der Alpen, die in der offiziellen Liste geführt werden, innerhalb von sechs Jahren bestiegen. 40 davon hat sie mit Andreas Lattner als Seilpartner erklommen.

Bereits zu Beginn raubten die beiden dem Publikum mit ihren beeindruckenden Impressionen auf einer virtuellen Tour durch die Alpen den Atem. In ihrer Jugend waren die beiden weit vom extremen Bergsteigen entfernt, wie sie es heute betreiben. Lattner war bereits als Kind mit den Eltern hin und wieder wandern, woran er jedoch nicht die spannendsten Erinnerungen hat. Doch mit 17 Jahren standen bei ihm dann das Sportklettern und der Drang zum Alpinklettern auf dem Schirm.

Marlies war Kind von Wirtsleuten und vom Fußball begeistert. Diese Sportliebe führte dazu, dass sie Journalistin wurde und Extremsportler begleitete: Egal ob Skifahren, Radfahren oder Volleyball – sie war stets vorne mit dabei und auf der Suche nach der nächsten Schlagzeile. Nachdem sie in Österreich bereits die Auszeichnung als Nachwuchsjournalistin des Jahres erhalten hatte, hatte sie so viele Überstunden angehäuft, dass ihr Chef sie aufforderte, in Urlaub zu gehen. Anfangs wusste sie nicht, was sie mit der freien Zeit anfangen sollte. Doch dieses Problem und die Frage, wohin der nächste Urlaub gehen würde, sollte sich dann bald in Luft auflösen. Czerny wanderte auf die Kolmburger Hütte – und von da an hat sie die Bergliebe gepackt und nicht mehr losgelassen. Der erste Schritt hinaus in die Bergwelt ist gleichzeitig der erste Schritt gewesen, zu sich selbst zu finden, erzählte sie.

Das, was einen 4000er auszeichnet und von einem anderen Berg unterscheidet, sind für Czerny und Lattner das Gletschereis, die Lage abseits von Infrastruktur und Handynetz und die Verschmelzung der Dimensionen, wenn man vom Berggipfel ins Tal blickt. Das Bergleben bedeutet für die beiden Oberösterreicher ein Leben abseits der Reizüberflutung.

Die ersten Stunden des Tages

Auch die ersten Stunden des Tages sind es, die die beiden immer wieder ehrfürchtig erstaunen lassen: Die kalte Luft, das Schneeknirschen unter den Stiefeln, und dann der Moment, wenn die Sonne aufgeht und die klammen Glieder wärmt. Auf ihren Touren sind die beiden oft dazu gezwungen, am Berg zu biwakieren. In diesen Situationen freuen sie sich dann besonders auf den Sonnenaufgang, der für sie einige „kraftvolle Minuten“ bereithält und ihre Motivation erneut steigen lässt. Außerdem ist es für sie ein intensives und erfüllendes Gefühl, Schritt für Schritt den Berg zu erklimmen. Dies brachte Lattner auch musikalisch zum Besten, indem er das Lied „Skifahrn“ auf die Bergsteigerliebe umdichtete.

Doch wann darf sich ein Berg überhaupt 4000er nennen und wird auf der offiziellen Liste eingetragen? Nur weil der Berg die Höhenmeterangabe von 4000 Metern übersteigt, zählt er noch nicht automatisch als 4000er-Gipfel. Das hängt sowohl von der Morphologie, also der Form des Berges, als auch von der Schattenhöhe, die einen Höhenunterschied von 30 Metern aufweisen muss, sowie von einer besonderen Besteigungsgeschichte ab.

Alles zur Further Bergwoche lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht