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Bergwoche

Markus Mingo und der Transalpine Run

Der Bad Kötztinger Trailrunner liebt das Laufen und die Herausforderung. 2018 gewann er den Transalpine Run.
Von Evi Paleczek

Das Laufen im Gelände ist die Stärke von Markus Mingo und seinem Laufpartner Hannes Namberger. Foto: Marco Felgenhauer
Das Laufen im Gelände ist die Stärke von Markus Mingo und seinem Laufpartner Hannes Namberger. Foto: Marco Felgenhauer

Furth im Wald.Sieben Tage, 250 Kilometer und 16 000 Höhenmeter. Vier Mal ist Markus Mingo mit dabei gewesen beim Transalpine Run, beim letzten Lauf im vergangenen Jahr hat er sich mit seinem Laufpartner Hannes Namberger den Sieg geholt. Und das ist auch das besondere an dem Wettkampf, erklärte Mingo bei seinem Vortrag im Rahmen der Bergwoche am Montagabend im Kolpinghaus, dass man das Ganze zu zweit meistert. Immer zusammenbleiben, sich motivieren, gleich stark sein, heißt es da.

Markus Mingo und der Transalpine Run

Und das hat für ihn und Namberger 2018 perfekt funktioniert. Dabei sah es zunächst gar nicht danach aus, berichtete der Bad Kötztinger. Namberger ist ein wahnsinnig starker Läufer, er wusste nicht, ob er da wirklich mithalten kann. Dann aber war sein Teampartner ein paar Tage zum Training in der Region – „und da hab ich gemerkt, dass ich gar nicht so schlecht dabei bin“, erzählte der 38-Jährige.

Da fiel ein Stein vom Herzen

Doch das war noch nicht alles. Zwei Wochen vor dem Wettkampf hat sich Mingo verletzt. Die Sehne am Fuß war entzündet, und er musste mit dem Training pausieren. Als er zum Startpunkt nach Garmisch fuhr, hatte er noch keine Ahnung, ob es klappen würde mit dem Run, erzählte er. Doch es ging gut, er hatte keine Schmerzen mehr und konnte durchstarten. Und zwar so richtig. Schon nach der ersten Tagesetappe durften er und Namberger das Leadertrikot des schnellsten Teams tragen. So stolz waren sie, berichtete Mingo – und konnten am nächsten Tag zur zweiten Etappe in erster Reihe starten. Da hatte er für sich eigentlich schon alles erreicht, sagte der Bad Kötztinger. Er war glücklich, ihm ist ein großer Stein vom Herzen gefallen. Doch mit dem Erfolg stieg dann doch auch der Ehrgeiz; bald war es so weit, dass Mingo und Namberger den Gesamtsieg schaffen wollten.

Wer das Leadertrikot trägt, darf vor allen anderen loslaufen, ein tolles Gefühl und ein Vorteil, erklärte Markus Mingo. Er und Namberger planten die jeweiligen Tagesetappen ganz genau; welche Versorgungsstationen mitgenommen wurden und was alles in den Rucksack musste. Foto: Marco Felgenhauer
Wer das Leadertrikot trägt, darf vor allen anderen loslaufen, ein tolles Gefühl und ein Vorteil, erklärte Markus Mingo. Er und Namberger planten die jeweiligen Tagesetappen ganz genau; welche Versorgungsstationen mitgenommen wurden und was alles in den Rucksack musste. Foto: Marco Felgenhauer

Vor dem dritten Tag, der Königsetappe mit 52 Kilometern und 3000 Höhenmetern, hatten alle ein bissl Angst, erzählte der 38-Jährige. Die Strecke wurde dann zwar entschärft, weil es geregnet hatte, aber das spielte seinem Team gar nicht so sehr in die Hände, sagte Mingo. Es ging auf den letzten zehn Kilometern runter vom Pitztaler Höhenweg auf breitere Wege, was gar nicht ihre Stärke ist, erklärte der Trailrunner. Er und Namberger sind technisch fit und vor allem im Gelände gut mit dabei. Doch es ist trotzdem gut gelaufen. Das Team konnte auch am dritten Tag sein Leadershirt verteidigen.

Wer die Tagesetappe als Shnellster geschafft hat, darf das Leadertrikot tragen. Als das einmal geschafft war, wollten Mingo und Namberger die Führung nicht mehr hergeben – und es hieß kämpfen bis zum Schluss. Foto: Marco Felgenhauer
Wer die Tagesetappe als Shnellster geschafft hat, darf das Leadertrikot tragen. Als das einmal geschafft war, wollten Mingo und Namberger die Führung nicht mehr hergeben – und es hieß kämpfen bis zum Schluss. Foto: Marco Felgenhauer

Am vierten Tag folgte die Tour der Leiden, berichtete Mingo. Die letzten zehn Kilometer der Tagesetappe waren reiner Schotter, da gibt es stärkere Straßenläufer als sie, meinte der Bad Kötztinger. Er und Namberger sind mehr die Bergläufer, deshalb war dieser Tag die härteste Etappe für sie. Auch weil es zusätzlich darum ging, wer nach der Königsetappe am Tag zuvor am besten regeneriert hatte.

Die Stärken von Markus Mingo und seinem Teampartner Hannes Namberger liegen im Gelände. Auf dem Transalpine Run mit seinen insgesamt etwa 15 000 Höhenmetern war landschaftlich so ziemlich alles dabei, von den Schneefeldern bis zum dichten Wald. Foto: Marco Felgenhauer
Die Stärken von Markus Mingo und seinem Teampartner Hannes Namberger liegen im Gelände. Auf dem Transalpine Run mit seinen insgesamt etwa 15 000 Höhenmetern war landschaftlich so ziemlich alles dabei, von den Schneefeldern bis zum dichten Wald. Foto: Marco Felgenhauer

Zugleich war der vierte Tag aber auch die schönste Etappe mit steilen Anstiegen und Schneefeldern. Und sie war der Knackpunkt für das Team. Da wussten die beiden dann, dass sie wirklich vorn dran sind, nicht weil sie Glück gehabt hatten, sondern weil sie unter den besten waren. „Ab da konnten wir selbstbewusst sein“, sagte Mingo. „Wir lagen vorn, weil wir das stärkste Team waren. Wir wussten, wir konnten gewinnen und wir wollten gewinnen.“ Und sie gewannen auch die vierte Etappe. „Wir sind über das Schneefeld als gäbe es kein Morgen“, erzählte der 38-Jährige begeistert.

Ein sportlicher Lebenstraum

Ab der fünften Etappe hat sich bei dem Bad Kötztinger dann viel um das Essen gedreht. Er hatte Dauerhunger und musste gut planen, wie der Körper seine Vorräte am besten auffüllen – und trotzdem an den drei Tagen noch richtig gute Leistungen bringen konnte.

Nach einer Tagesetappe hieß es jedes Mal so gut wie möglich regenerieren. Dazu gehören das Kühlen der Beine, Massagen, Ruhen und die richtige Ernährung. Außerdem muss das Material getrocknet und wieder vorbereitet werden. Foto: Marco Felgenhauer
Nach einer Tagesetappe hieß es jedes Mal so gut wie möglich regenerieren. Dazu gehören das Kühlen der Beine, Massagen, Ruhen und die richtige Ernährung. Außerdem muss das Material getrocknet und wieder vorbereitet werden. Foto: Marco Felgenhauer

Am sechsten Tag hat er unheimlich kämpfen müssen, berichtete Mingo. Er hatte Blasen, und der untere Rückenbereich tat weh. Er hatte Dauerhunger, es wurde also energetisch knapp. Er war mit seinen Kräften am Ende, berichtete der 38-Jährige. Und hatte Angst, er würde den Run nicht ganz durchstehen.

Doch er und Namberger haben es geschafft am siebten Tag, sie haben den Wettkampf gewonnen. Der Downhill die letzten zehn Kilometer nach Brixen war unglaublich, erinnerte sich der Sportler. Als die beiden oben standen und in diese letzte Strecke starteten, wussten sie, sie hatten es geschafft. Als Sieger ins Ziel einzulaufen war ein unbeschreibliches Gefühl, ein sportlicher Lebenstraum ging in Erfüllung.

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