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Bergwoche

Zwei Mädels am stürmischen Ende der Welt

Die Furtherin Martina Schmidberger und Sabine Fischer aus Bad Kötzting erfüllten sich einen Traum: Patagonien.
Von Monika Kammermeier

So hatten sie sich das vorgestellt: Martina Schmidberger und Sabine Fischer waren in wunderbaren Gegenden unterwegs. Foto: Schmidberger
So hatten sie sich das vorgestellt: Martina Schmidberger und Sabine Fischer waren in wunderbaren Gegenden unterwegs. Foto: Schmidberger

Furth im Wald.Patagonien ist eine Region an der Südspitze Südamerikas, durchzogen von den Anden. Das Gebiet hat eine chilenische und eine argentinische Seite. Martina Schmidberger aus Furth im Wald und Sabine Fischer aus Bad Kötzting waren im Dezember 2017 für 17 Tage dort. Im übervoll besetzten Saal des Kolpinghauses hielt das Duo darüber einen Bild- und Videovortrag im Rahmen der Bergwoche. Kulturamtsleiterin Karin Stelzer sagte, dass jeder Berg- und Naturliebhaber Patagonien und den Fitz Roy kenne, doch die wenigsten kämen da hin.

Schmidberger und Fischer erfüllten sich diesen Traum. Die beiden seien zudem die einzigen Frauen neben Marlies Czerny, die im Rahmen der Bergwoche referierten. Die Freundinnen reisten schon oft zusammen und wollten nun einmal Patagonien sehen.

In Patagonien war es wie in einer anderen Welt

Fischer arbeitet im Reisebüro und plante Flug, Unterkünfte und Busfahrten für die Reisezeit von 1. bis 17. Dezember 2017. Die beiden Frauen starteten am 1. Dezember in München mit Trolley, Rucksack und Handtasche Richtung Buenos Aires. Dort nach 13 Stunden angekommen, besichtigten sie die Stadt. Eindrucksvoll präsentierte sich die Fassade des Ministeriums für öffentliche Arbeiten mit der überdimensionierten Abbildung von Eva Perón – genannt „Evita“ auf der Fassade. Die schillernde Persönlichkeit setzte sich besonders für die Armen ein.

Auf ihren Wanderwegen erlebten die zwei Mädels wunderbare Natur- und Landschaftseindrücke, echte Postkartenansichten. „Was für die Seele“, wie sie sagten. Wo sie auch immer waren wehte aber starker Wind, und einmal sahen die zwei sogar eine Windhose über dem See. Foto: Schmidberger
Auf ihren Wanderwegen erlebten die zwei Mädels wunderbare Natur- und Landschaftseindrücke, echte Postkartenansichten. „Was für die Seele“, wie sie sagten. Wo sie auch immer waren wehte aber starker Wind, und einmal sahen die zwei sogar eine Windhose über dem See. Foto: Schmidberger

Ihren Weg führten die Reisenden mit der dort sehr günstigen U-Bahn fort. Das Tragen von Perlenketten sei nicht empfehlenswert, ansonsten wäre die Stadt so sicher wie jede andere. Mit einer privaten Reiseleiterin, „Börni“ aus Österreich, lernten die Frauen mehr von Buenos Aires kennen: den Friedhof Ricoletta und das „Evita“-Grab, urige Kaffeehäuser und imposante Herrschaftsgebäude.

Sie mieteten sich ein Fahrrad und kamen an das Fußballstadion La Bombonera, in dem Diego Maradona spielte, in das alte und das neue Hafengebiet, aßen eine „Chovi Pane“ und gerieten in eine der vielen Demos dort.

In Argentinien werde Weihnachten ohne Deko, ohne Lieder und ohne Adventskranz gefeiert. Einen solchen hatten die beiden Frauen aber dabei und entzündeten ihn auch.

Auf ihrem Weg durch den Nationalpark Torres del Paine begegneten den Frauen solche Warntafeln darüber, was alles verboten war. Zum Beispiel musste man sämtlichen Müll mitnehmen und durfte kein Feuer entzünden. Die Strafen waren drakonisch: Geldbußen bis Gefängnis. Foto: Schmidberger
Auf ihrem Weg durch den Nationalpark Torres del Paine begegneten den Frauen solche Warntafeln darüber, was alles verboten war. Zum Beispiel musste man sämtlichen Müll mitnehmen und durfte kein Feuer entzünden. Die Strafen waren drakonisch: Geldbußen bis Gefängnis. Foto: Schmidberger

Dann flogen sie nach El Calafate nahe am Lago Argentino, einem 15 000 Jahre alten See, der drei Mal so groß wie der Bodensee ist. El Calafate hat 25 000 Einwohner und jede Menge Touristen. Es war teuer dort und sehr windig. Am nächsten Tag ging es per Bus sechs Stunden an die Laguna Amarga, den Eingang des Torres del Paine National Park, der im chilenischen Teil liegt. Nach einer langen Aufnahmeprozedur waren Schmidberger und Fischer nach zehn Stunden endlich in ihrem „Zuhause“ im Refugio Torre Central: Sechsbettzimmer ohne Schrank, dafür mit Frühstück für 90 Euro. Am darauffolgenden Tag wollten die Frauen zu dem „Mirador de Las Torres“, einem Aussichtspunkt. Aber es war viel zu windig und wolkenverhangen und so ging es wieder zurück. Sie machten einen Ausflug mit dem Catamaran, erlebten türkisblaues Wasser, die Bergzacken und kalbende Gletscher – es war ein Gefühl wie in einer anderen Welt.

Die Reise war für die Frauen „was für die Seele“

Auf einer Wanderung sahen die beiden Frauen verbrannte Bäume. Der südliche Teil des Nationalparks wurde durch Unachtsamkeit abgefackelt. In Puerto Natales waren überall Lupinen, heruntergekommene Gebäude und die Bruchbude, in der sie übernachteten. Dann wurde das Wetter besser, und so nahmen sie einen Doppeldeckerbus – mit zwei Plätzen ganz vorn, die Fischer gebucht hatte, und fuhren nach El Chaltén – 14 Stunden lang. Sie kamen an einem tollen Hotel an, duschten ausgiebig und feierten den zweiten Advent zusammen.

In El Chaltén lernten Schmidberger und Fischer einen Ranger kennen. Er erzählte, es gebe im Park keine Bergwacht, keine Hubschrauber und kein Krankenhaus. Bei schweren Unglücken helfe ein Team aus Rangern, Militär und Kletterern. Foto: Schmidberger
In El Chaltén lernten Schmidberger und Fischer einen Ranger kennen. Er erzählte, es gebe im Park keine Bergwacht, keine Hubschrauber und kein Krankenhaus. Bei schweren Unglücken helfe ein Team aus Rangern, Militär und Kletterern. Foto: Schmidberger

El Chaltén, ein hipper kleiner Touristenort hat eine Nationalparkverwaltung mit gutem Service und nettem Ranger. Aber, keine Bergwacht, kein Hubschrauber. Bei Unfällen im Gletscher hilft ein Team aus 40 Leuten, Kletterer, Militär und Ranger. Schmidberger und Fischer sahen den Fitz Roy, den bekannten Granitberg. Die Landschaft ist durchsetzt mit Seen und hat tolle Wanderwege – „was für die Seele“ – und ein Wahnsinns-Bergpanorama. Die Wanderungen hatte Schmidberger geplant – tolle Trails und tolles Zeitmanagement.

Ziel und der Grund der Reise war der Cerro Torre, die mystisch anmutende Granitnadel mit ihren Nachbarbergen, den „drei Zinnen Patagoniens“. Vor lauter Glück widmeten die beiden Frauen diesem Anblick ein Liedchen. Foto: Schmidberger
Ziel und der Grund der Reise war der Cerro Torre, die mystisch anmutende Granitnadel mit ihren Nachbarbergen, den „drei Zinnen Patagoniens“. Vor lauter Glück widmeten die beiden Frauen diesem Anblick ein Liedchen. Foto: Schmidberger

Dann endlich der Cerro Torre mit 3128 Metern, der schwer zu ersteigende, aber schönste Gipfel der Welt. Daneben der Torre Egger und der Torre Standhardt. Ein Ausflug zum Gletscher Perito Moreno stand noch auf dem Programm, ehe es nicht ohne eine „Submarino“, einer heißen Schokolade, von Buenos Aires gen München ging.

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