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Engagement

Further Herzen schlagen für Nepal

Mit der Unterstützung aus Furth im Wald kann die Nepalhilfe soziale Projekte umsetzen. Dabei hilft etwa auch Toni Lauerer.
Von Petra Schoplocher

Ein Quartett im Dienst der guten Sache: Christa und Manfred Brückl (stehend) sowie Evi Schmidt unterstützen seit Jahrzehnten die Nepalhilfe Beilngries. Michael Rebele ist dankbar über dies
Ein Quartett im Dienst der guten Sache: Christa und Manfred Brückl (stehend) sowie Evi Schmidt unterstützen seit Jahrzehnten die Nepalhilfe Beilngries. Michael Rebele ist dankbar über dies "Insel", an die 30 000 Euro haben die Further - natürlich dank der Unterstützung der Käufer - im Laufe der Zeit schon zusammenbekommen. Foto: Schoplocher

Furth im Wald.17 Euro. Wer sie in den kommenden Wochen bei Christa und Manfred Brückl oder Evi Schmidt investiert, ersteht nicht nur einen großformatigen Kalender mit fantastischen Bildern, sondern ein gutes Gefühl obendrein. Denn: Der Erlös aus dem Verkauf des farbenfrohen Werks hat auch 2020 maßgeblichen Anteil daran, dass die Helfer der Beilngrieser Nepalhilfe helfen können.

17 Euro. Mal 26, das ist in Nepal fast ein Monatsgehalt für diejenigen, die für die Nepalhilfe arbeiten, etwa im Kinderhaus oder der Koordinierungsstelle. Mit dem Verkaufserlös aus „hoffentlich allen 9000“ Kalendern – wie aus zahlreichen Benefizveranstaltungen, heuer unter anderem mit Toni Lauerer – finanziert die Organisation das „Drumherum“: Porto, Druckkosten, Betrieb, Personal. Die Spenden bleiben Spenden , versichert Michael Rebele, einer der Gründer und personifiziertes Verbindungsglied zwischen der Hilfsorganisation und Furth im Wald, sprich: Sie kommen zu 100 Prozent in Nepal an.

Die Nepalhilfe Beilngries hat zwei Millionen Euro in die Renovierung der erdbebengeschädigten Schulen investiert. Die Shree Bandevi Lower Secondary School in der Kreisstadt Chautara wurde neu gebaut. Hilfe kommt dafür auch aus Furth im Wald. Foto: Michael Rebele
Die Nepalhilfe Beilngries hat zwei Millionen Euro in die Renovierung der erdbebengeschädigten Schulen investiert. Die Shree Bandevi Lower Secondary School in der Kreisstadt Chautara wurde neu gebaut. Hilfe kommt dafür auch aus Furth im Wald. Foto: Michael Rebele

Genau das ist es, was Manfred Brückl beeindruckt. Der frühere Leiter der Further Polizeiinspektion - über die Polizeischiene lernte er Michael Rebele kennen und schätzen - kann aus erster Hand berichten, was die Nepalhilfe geschaffen und geschafft hat, war er doch selbst schon zu Besuch. „Nur die nächste Generation kann das Land nach vorne bringen“, ist er überzeugt. Deswegen sei der Ansatz, das „Grundbedürfnis Bildung“ zu stillen, der richtige.

Erdbeben traf 14 Nepalhilfe-Schulen

14 Schulen hat die Nepalhilfe nach dem verheerenden Erdbeben vor bald fünf Jahren komplett oder teilweise wieder aufgebaut, eine weitere neu errichtet. Zwei Millionen Euro haben die Aktiven dafür aufgetrieben. Michael Rebele ist immer noch beeindruckt von der hohen Spendenbereitschaft, innerhalb kürzester Zeit waren 600 000 Euro zusammen. Unter anderem, weil der DAV „ungefragt“ 50 000 Euro überwiesen hatte.

Zur Einweihung der die Shree Stidevi Secondary School in Nepal kam sogar Vizepremier Nanda Bahadur Pum in das Bergdorf. Foto: Michael Rebele
Zur Einweihung der die Shree Stidevi Secondary School in Nepal kam sogar Vizepremier Nanda Bahadur Pum in das Bergdorf. Foto: Michael Rebele

Rebele war dabei, als vor wenigen Wochen in Sangachok der Abschluss der Sanierungsarbeiten mit einem „Oktoberfest“ gefeiert wurde. Dass dabei der Vize-Premier Nepals zu Gast war und - zum ersten Mal in all den Jahren - die deutsche Nationalhymne erklang, hat den Regensburger und seine Mitreisenden sehr berührt. „Das Engagement wird gewürdigt“, ist er sich sicher. Dass alle Kinder in nicht einmal dreieinhalb Jahren - eineinhalb Jahre nach dem Erdbeben herrschte totaler Stillstand, weil die Regierung erst die Überprüfung aller Gebäude angeordnet hatte - ihre Schulen zurück hatten, das ist für Rebele „Wahnsinn“. Und wäre ohne „die Arbeit unserer Freunde da unten nicht möglich gewesen“.

Nepalhilfe: Die Projekt(e)

  • Herzensangelegenheit:

    Für eine Tageseinrichtung, in der behinderte junge Menschen von elf bis 32 Jahren betreut werden, möchte die Nepalhilfe Beilngries 2020 ein zweistöckiges Gebäude errichten.

  • Kalender:

    Die Bergsteiger-Größen Gerlinde Kaltenbrunner, Ralf Dujmovits und Hans Kammerlander sowie Fotograf Dieter Glogowski haben auch für 2020 wieder atemberaubende Bilder zur Verfügung gestellt. Menschen wie Landschaften, Berge wie Gebetsmühlen.

  • Wissenswert:

    Wer die Nepalhilfe unterstützen will, findet auf der Homepage www.nepalhilfe.org Informationen und Projekte. Den Kalender gibt es für 17 Euro im Rococo am Bayplatz, Öffnungszeiten Donnerstag und Freitag 14 bis 18 und Samstag von 190 bis 12 Uhr. Über ein entsprechendes Formular auf der Homepage wird er auch zugesandt.

Es gibt „x Beispiele“, die zeigen, dass sich das Engagement auszahlt. Michael Rebele berichtet von einem Waisenmädchen, das im Kinderhaus groß wurde und mittlerweile an der Rezeption eines Vier-Sterne-Hotels in Kathmandu arbeitet. Evi Schmidt überlegt, was aus der jungen Frau geworden wäre ohne die Hilfsorganisation. Zwangsehe, Prostitution, ein Leben auf dem Feld? Die Realschullehrerin, die über viele Jahre hinweg einen „Nepalbasar“ organisiert hat und so tausende von Euro sammelte, bestätigt: „Es ist eindeutig, wo das Geld hinkommt“. Wenn es auch heuer an der Schule keine Aktion gibt, fungiert sie doch allzu gerne als „Kalenderfrau“, nimmt Bestellungen entgegen.

Jubiläum

Im Herzen untrennbar verbunden

Die Nepalhilfe Beilngries feierte 25 Jahre, in denen sie Menschen Hoffnung gab – gerade auch nach dem Erdbeben 2015.

Die Bedeutung solcher Multiplikatoren sei nicht hoch genug zu schätzen, verdeutlicht Michael Rebele dankerfüllt. Oft seien es Menschen wie Evi Schmidt, die durch ihr Erzählen andere zu einer Spende animieren. Stichwort: Geburtstag, Dankbarkeit für gesunde Kinder oder den Wohlstand.

Ein Bild aus der Zeit nach dem Erdbeben mit 9000 Toten: Die Einrichtung in Chautara ist stark geschädigt. Wäre die Katastrophe nicht an einem Samstag passiert, es hätte weit mehr Opfer gegeben. „In jedem Schulstockwerk hundert“, ist Michael Rebele überzeugt. Foto: Rebele
Ein Bild aus der Zeit nach dem Erdbeben mit 9000 Toten: Die Einrichtung in Chautara ist stark geschädigt. Wäre die Katastrophe nicht an einem Samstag passiert, es hätte weit mehr Opfer gegeben. „In jedem Schulstockwerk hundert“, ist Michael Rebele überzeugt. Foto: Rebele

Gerade vor der Kraftanstrengung der vergangenen Monate soll 2020 für die Nepalhilfe, die neben den Schulen auch Kinderhäuser (Unterhaltskosten: 90 000 Euro jährlich) betreibt, eine Armenapotheke mit jährlich 30 000 Euro unterstützt sowie diverse Projekte im Bereich Gesundheit verwirklicht hat, ein Jahr der Konsolidierung werden, erläutert Michael Rebele. Was nicht bedeutet, dass nicht die ein oder andere Maßnahme umgesetzt wird.

Kleinere Maßnahmen

Die Blindenschule etwa hat keinen Zaun, die Schulhöfe sollen nach und nach gepflastert und mit Regenrückhaltebecken ausgestattet werden. Aber erstmals in ihren 27 Jahren ist die Nepalhilfe „an dem Punkt angekommen, Anfragen nach größeren Bauvorhaben aus finanziellen Gründen abzulehnen“. Was auch dem Anspruch geschuldet ist, bewusst zu wirtschaften „statt auf Kante zu nähen“.

Unterstützung

Den Nepal-Kalender kaufen und helfen

Christa Brückl und Evi Schmidt verkaufen in Furth im Wald den Kalender der Nepalhilfe Beilngries – aus tiefster Überzeugung.

Ein Projekt gibt es dann aber doch, das Rebele und Co. unbedingt angehen wollen: Bei seinem jüngsten Besuch haben die Mitglieder eine Tageseinrichtung für geistig und körperlich behinderte Menschen in Lubhu gezeigt bekommen - Eine Wellblechkonstruktion, eine Küche am Boden...

Bewegende Momente

„Nach dem Besuch dort hab ich erst mal nichts mehr gebraucht“, sagt Michael Rebele nachdenklich. Weil Trägerschaft und Betreuung (Fachkräfte und Eltern) gesichert sind, geht es einzig um das Gebäude. „Das machen wir“, haben die Verantwortlichen beschlossen. Geschätzte Kosten: 120 bis 130 000 Euro. Auch dafür können die Ehrenamtlichen Unterstützung brauchen. Manfred Brückl kann mit einem Satz sagen, warum: „Das Land und die Leute haben es verdient“.

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