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Alter Turm in neuem Gewand

Der Drachenturm wollte sich renoviert den Treffelsteinern präsentieren, doch das Turmfest fiel dem Virus zum Opfer.

Am Samstag hätte das Treffelsteiner Wahrzeichen im Mittelpunkt gestanden, doch dank Corona fällt das Turmfest aus.
Am Samstag hätte das Treffelsteiner Wahrzeichen im Mittelpunkt gestanden, doch dank Corona fällt das Turmfest aus. Foto: Christa Bucher

Treffelstein.Seit vielen Jahrzehnten lädt der Drachenturmverein Treffelstein zu seinem traditionellen Turmfest zu Füßen des Drachenturms ein. Doch in diesem Jahr werden bei dem alten Gemäuer, das schon vieles miterlebt hat, keine Blasmusik, kein Prosit der Gemütlichkeit und kein fröhliches Geplauder zu hören sein. Denn heuer hat sich ein kleines Virus den besten Platz in Leben der Menschen gesichert – den der Geselligkeit.

Dabei könnte der Drachenturm doch so vieles erzählen. Er, das Wahrzeichen von Treffelstein, der auf einem Gneiskegel steht, der terrassenförmig nach allen Seiten abfällt, hat viele stürmische Jahrhunderte überdauert. Der Drachenturm, der erbaut wurde, um die Burg Treffelstein, den Besitz der umliegenden Dörfer sowie Höfe und vor allem die Menschen zu beschützen, hätte in diesem Jahr erstmals sein neues, renoviertes Aussehen präsentieren können.

Der Drachenturm ist das Überbleibsel einer einst wehrhaften Burganlage mit vielen Gebäuden. 800 Jahre hat er Wind und Wetter sowie feindlichen Angriffen getrotzt. Als 1784 Johann Nepomuk von Reisach starb, verkaufte ihn sein Nachfolger 1812 als Überrest der Burganlage für 45 Gulden an einen Tagelöhner, der, weil er den Turm bewohnte, Fenster in das Mauerwerk brach.

Am 18. April 1905 war dann ein Glückstag für den durch die Jahrhunderte stark gebeutelten Wehrturm. An diesem Tag wurde in Treffelstein der Drachenturmverein gegründet. Der Verein hat in Paragraph 1 der Statuten den Zweck, den aus dem Mittelalter stammenden sogenannten „Drachenturm“ zugänglich zu machen und „überhaupt für die Verschönerung der Ortschaft Treffelstein durch Anpflanzung öder Gründe und durch Hineinbeziehen in den Bereich des Fremdenverkehrs“ etwas zu tun.

Wechselhafte Zeiten

Doch auch der Drachenturmverein hat wechselhafte Zeiten hinter sich. Der 2. Juli 1961 bedeutete das vorläufige Aus für den Verein. Der Drachenturmverein wurde aufgelöst und die noch verbliebenen Mitglieder übergaben den Vereinsbesitz, den Drachenturm, an die Gemeinde Treffelstein. Knappe 20 Jahre verfiel der Drachenturm in eine Art Dornröschenschlaf. 1978 trafen sich unter der Federführung von Matthias Frank, der sich in mühevoller Arbeit um die Wiedergründung des Vereins bemühte, Gleichgesinnte, um die Wiedergründung des Drachenturmvereins in die Wege zu leiten.

Auch der damalige Bürgermeister Hans Wallner war mit seinen Gemeinderäten vertreten. Die Bewohner und auch die Geschäftswelt von Treffelstein hatten erkannt, dass der Fremdenverkehr in einem Ort nur Auftrieb erhält, wenn hierfür Werbung betrieben wird.

Als Ziele für den wiedergegründeten Drachenturmverein wurden in der Satzung die Instandhaltung und die „Instandsetzung des Turmgeländes, die Zugängigmachung des Turmgeländes, die Anregung des Geistes und die Förderung der Geselligkeit und des Gemeinsinns, die Durchführung von Versammlungen, Festen und Vorträgen sowie die Beteiligung an Heimatfesten und Festen anderer Vereine“ festgelegt.

Auch die Gemeinde Treffelstein hat wichtige Investitionen in die Aufwertung und Sanierung des Drachenturms und des Turmumgriffs getätigt. Mit der Sanierung der Bruchstückmauer am Aufgang zum Aussichtsturm und jetzt der Sanierung des Turms sowie die Umnutzung der ehemaligen Wasserreserve zu einem Infozentrum wurden weitere Mosaiksteine zum Erhalt des regionalen Kulturgutes hinzugefügt.

Mit der kommenden Dorferneuerung soll dann das Ensemble um den Bergfried zu einer harmonischen Einheit werden. Doch bis diese anläuft, muss sich das Treffelsteiner Wahrzeichen noch ein wenig gedulden.

Turm steht im Rampenlicht

Und obwohl das Turmfest am Samstag ausfallen muss: Der Turm wird dennoch im Rampenlicht stehen. Als einer der revitalisierten Landmarken ist er am 1. August Teil einer grenzüberschreitenden Lichtaktion.

Das Schöne ist: An diesem Tag kann sich der alte Bergkämpe im neuen Kleid präsentieren. Das Umfeld zu seinen Füßen muss noch ein wenig warten. (wbf)

Turm und Verein

  • Aktion:

    Obwohl das Turmfest ausfällt, wird der Turm dennoch im Rampenlicht stehen. Als eine der Landmarken ist er am 1. August Teil einer grenzüberschreitenden Lichtaktion.

  • Drachenturmverein:

    Der Drachenturmverein muss noch warten, ob man die Turmweihnacht oder die Feste in 2021 abhalten kann.

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