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Engagement

„Apotheker helfen“ Menschen in Nepal

Jutta Rewitzer aus Furth ist Gründungs- und Vorstandsmitglied der Hilfsorganisation, die derzeit auch in Südasien tätig ist.
Von Evi Paleczek

Jutta Rewitzer
Jutta Rewitzer Foto: Archiv

Furth im Wald.Der Tsunami in Südost-Asien, das Erdbeben in Haiti und aktuell das Erdbeben in Nepal: Nach Katastrophen engagieren sich zahlreiche Hilfsorganisationen, um in den Krisengebieten Unterstützung zu leisten. So auch „Apotheker helfen“, dessen Gründungs- und mittlerweile Vorstandsmitglied die Further Apothekerin Jutta Rewitzer ist. Zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern und den Mitarbeitern der Geschäftsstelle in München wählt sie Projekte aus, beantwortet Anfragen und packt Medikamente zum Verschicken in Katastrophengebiete. Außerdem hat die Hilfsorganisation das Missionswerk Würzburg mit finanziellen Mitteln und pharmazeutischem Fachwissen bei der Entwicklung einer App im Kampf gegen Ebola unterstützt.

In den am meisten betroffenen Gebieten in Afrika verfügen die Menschen zwar nicht über Computer oder eine Tageszeitung, allerdings hat jeder ein Handy, sagt Rewitzer. Mit der sogenannten Ebola-Toolbox können nun also Informationen etwa zu der so wichtigen Hygiene in den jeweiligen Stammessprachen in entlegene Gegenden gelangen. Mit Erfolg: Derzeit hat man Ebola einigermaßen im Griff, sagt Rewitzer und meint, dass die Verbreitung von Informationen in Bezug auf das Virus dazu auch beigetragen hat.

Hilfe zur Selbsthilfe

In Nepal ist die Organisation nach den Erdbeben unter anderem dabei, ein Netzwerk mit anderen Hilfswerken vor Ort aufzubauen. „Apotheker helfen“ schickt nämlich kein Personal in die Krisengebiete, die Organisation unterstützt mit Medikamenten und Spenden andere Helfer, die sich in den Katastrophenregionen engagieren, etwa Humedica und Landsaid, die immer mit als erste vor Ort sind.

Zur Person

  • Herkunft

    Jutta Rewitzer ist in Schwandorf aufgewachsen und hat dort ihr Abitur gemacht.

  • Studium

    Es folgte ein Pharmazie-Studium in Regensburg.

  • Landkreis

    Anschließend war sie in mehreren Apotheken in der Oberpfalz tätig, bevor sie mit ihrem Mann Christian in dessen Apotheke auf dem Further Stadtplatz zu arbeiten begann.

  • Karriere

    Vor etwa 20 Jahren nahm sie als eine der sieben oberpfälzer Delegierten ihre Tätigkeit in der Bayerischen Landes-Apotheker-Kammer auf. Seit zehn Jahren ist sie Vizepräsidentin der Kammer.

  • Privates

    Jutta und Christian Rewitzer wohnen in Furth und haben eine Tochter. (ep)

Neben ihrem Einsatz nach Katastrophen betreut die Organisation auch Projekte, die über einen längeren Zeitraum laufen. In Tansania etwa wurde unter anderem mit der Hilfe des Vereins eine Krankenstation aufgebaut. „Hilfe zur Selbsthilfe“ lautet die Philosophie der Organisation, die nicht nur kurzfristig unterstützen und wieder aus den Problemgebieten verschwinden, sondern nachhaltig helfen und Wissen hinterlassen will.

Gegründet wurde „Apotheker helfen“ übrigens auf dem Bayerischen Apothekertag 1999. Damals war gerade der Kroatien-Krieg ausgebrochen, und man wollte nicht da sitzen und nichts tun, erzählt Rewitzer. Außerdem lagen bereits Anfragen an den Apothekerverband vor, ob man nicht mit Antibiotika in den Flüchtlingslagern helfen könne.

Jedes Projekt ist anders

Die zunächst bayerische Organisation „Apotheker helfen“ wurde aus der Taufe gehoben und ist mittlerweile zu einer bundesweiten Organisation geworden, in der Apotheker Mitglieder sind. Kammern und Verbände sind Fördermitglieder. Mit diesen Förder- und den Jahresbeiträgen, aber vor allem mit Spenden werden mittlerweile Hilfsprojekte weltweit unterstützt.

Und jedes Projekt ist anders, und es stehen andere Menschen dahinter, sagt Rewitzer. Deshalb findet sie die Arbeit in der Hilfsorganisation auch so interessant. Vor Ort einmal tätig zu werden, würde die Furtherin ebenfalls reizen. „Vielleicht später mal“, sagt sie. Wenn sie sich beruflich ein wenig zurückgezogen hat und mehr Zeit ist.

Spendenkonto: Apotheker helfen,

IBAN: DE02300606010004793765, BIC: DAAEDEDD. In der Stadt-Apotheke Rewitzer gibt es auch eine Spendenbox.

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