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Jubiläum

Bayerwald-Imker feierten ihr 20-Jähriges

Beim Festakt und Fachvortrag im LBV-Zentrum Mensch und Natur mit Ausstellung drehte sich alles rund um den Honig.
Von Johann Gruber

Die Mitglieder der Imkergemeinschaft präsentierten ihren Qualitätshonig.
Die Mitglieder der Imkergemeinschaft präsentierten ihren Qualitätshonig. Foto: Gruber

Arnschwang.Die Bayerwald Gold Honigwerbegemeinschaft besteht heuer seit 20 Jahren. Dieses Jubiläum feierte die Imker-Interessengemeinschaft am Sonntag im Zuge des Mühlenfestes der Kreisgruppe Cham des Landesbundes für Vogelschutz mit einer Ausstellung rund um den Honig.

Gezeigt wurden in den Räumen des Café Alcedo im LBV-Zentrum Mensch und Natur in Nößwartling das Schleudern von Honig, das Abfüllen ins Glas sowie eine Honigpräsentation der von den Mitgliedern der Imkergemeinschaft nachhaltig und in hoher Qualität produzierten Honigsorten. Die Besucher konnten sich am Lehrbienenstand informieren und die Bienenvölker besichtigen.

Aktuell 23 Mitglieder

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand der der Festvortrag von Sepp Riederer. Bei dem Fachvortrag von Apothekerin, Heilpraktikerin und zertifizierten Apitherapeutin Corinna Stoiber aus Bad Kötzting, ging es um „Honig, seine Inhaltsstoffe und seine Verwendung!“

Sepp Riederer aus Neukirchen hielt den Festvortrag zum 20-jährigen Bestehen der Imkerwerbegemeinschaft Bayerwald Gold.
Sepp Riederer aus Neukirchen hielt den Festvortrag zum 20-jährigen Bestehen der Imkerwerbegemeinschaft Bayerwald Gold. Foto: Gruber

„Wir Bayerwald-Gold Imker sind jedes Jahr hier beim Mühlenfest vertreten und wo gibt’s einen schöneren Ort für uns Imker, als hier im LBV-Zentrum Mensch und Natur zu feiern“, konstatierte Sepp Riederer. Derzeit bestehe die Honig-Werbegemeinschaft aus 23 Mitgliedern (1996: 21). 40 Prozent seien Nebenerwerbslandwirte, 40 Prozent hätten land- oder forstwirtschaftlichen Grundbesitz und 20 Prozent seien Selbstständige, Arbeitnehmer oder Rentner.

Ziel und Zweck

Die gemeinsame Werbung in der Region, eine bessere Vermarktung der Honige der Mitglieder, die Qualitätssicherung und -kontrolle, die garantierte regionale Herkunft, die Unabhängigkeit vom Großhandel, der gegenseitige Informationsaustausch und die gemeinsame Fortbildung sowie die Förderung des Imkernachwuchses, beschrieb Riederer als Ziel und Zweck der Interessengemeinschaft. Mit einer eigenen Marktstrategie und einem gemeinsamen Webekonzept konnten 1996 Fördermittel im Rahmen des damaligen 5b-Programms der EU abgerufen werden.

Mit der Erstellung einer großen Werbetafel, dem Kauf von Refraktometern zur Honigqualitätskontrolle, dem Druck von Faltblättern und der Schaltung von Zeitungsanzeigen waren die Fördermittel bestens angelegt, wie man heute sehe. Seit Mai 2002 seien die Bayerwald-Gold Imker mit dem Qualitätssiegel „Bayerwald-Premium“ Qualität und Natur ausgezeichnet. Der Verbraucher habe bei Bayerwald-Gold Honig die Sicherheit, Honig aus heimischer Erzeugung und mit garantierter Herkunft zu erhalten.

Kaum noch Blumenwiesen

Imker Peter Fischer betreute die Honigschleuder im Café Alcedo und der siebenjährigen Marika aus Lohne schmeckt der frische Honig.
Imker Peter Fischer betreute die Honigschleuder im Café Alcedo und der siebenjährigen Marika aus Lohne schmeckt der frische Honig. Foto: Gruber

Gefahren für die Bienen lauern in gentechnisch veränderten Organismen wie etwa Genraps, so Riederer. Der Einsatz von Spritzmitteln wie Glyphosat, Herbizide und insbesondere Neonikotinoide. Diese hochwirksamen Insektizide seien synthetisch hergestellte Wirkstoffe, die sich an den Nikotinischen Acetylcholinrezeptor von Nervenzellen binden und so die Weiterleitung von Nervenreizen stören.

Auch Monokulturen in der Landwirtschaft schädigen nachhaltig die Imkerei, klagte der Redner. Außer in Naturschutzgebieten oder einigen Gärten gebe es kaum noch blühende Blumenwiesen für die Bienen. Auch die Klimaerwärmung bekomme die Imkerei deutlich zu spüren. Sie würde sich ungünstig auf die Ausbreitung von Parasiten, vor allem der Varroamilbe und anderer Bienenparasiten (Viren) aus. Weiterhin würden auch zunehmend Mobilfunkstrahlen für die Desorientierung von Bienen, die zum Verlust ganzer Völker führe, verantwortlich gemacht.

Was ist Honig?

Abschließend dankte Riederer dem LBV-Vorsitzenden Hermann Schneider, den er als geistigen Vater der 1996 gegründeten Imkergemeinschaft würdigte und wünschte allen ein gutes Bienenjahr 2016 mit möglichst vollen Honigtöpfen. In einem Grußwort würdigten der Arnschwanger Bürgermeister Michael Multerer und der stellvertretende Landrat Markus Müller das nachhaltige Erfolgskonzept der Bayerwald-Gold Imkergemeinschaft. Müller verwies darauf, dass er regionalen Qualitätshonig sogar schon in der örtlichen Filiale einer großen überregionalen Lebensmittelkette gefunden hat.

Bayerwald Gold

  • Gründung

    Im Jahr 1996 gründeten 21 Imker die Honig-Werbegemeinschaft Bayerwald Gold. Inzwischen gehören der Vereinigung 23 Mitglieder an.

  • Berufe

    40 Prozent der Mitglieder sind Nebenerwerbslandwirte, 40 Prozent haben land- oder forstwirtschaftlichen Grundbesitz, 20 Prozent sind Selbstständige, Arbeitnehmer oder Rentner.

  • Die Ziele

    Die gemeinsame Werbung in der Region, eine bessere Vermarktung der Honige der Mitglieder, die Qualitätssicherung und -kontrolle und die garantierte regionale Herkunft, die Unabhängigkeit vom Großhandel, sind Ziel und Zweck der Interessengemeinschaft.

  • Förderung

    Eine Finanzspritze zum Start der Vereinigung gab es die das 5b-Programm der EU.

„Honig ist das Resultat einer optimalen Zusammenarbeit von Pflanzen, Bienen und Menschen“! So beantwortete die Referentin Corinna Stoiber die Frage „Was ist Honig?“ und erläuterte anschaulich den Prozess der Honigherstellung und der für die Nahrungsmittelproduktion so wichtigen Bestäubung durch die Bienen. Honig sei eine geniale Zuckermischung mit über 180 Inhaltsstoffen, ein ernährungsphysiologisch wertvolles Lebensmittel und eines der ältesten Naturheilmittel tierisch-pflanzlichen Ursprungs. Schon Pfarrer Kneipp erkannte die vorzügliche Wirkung von Honig: „Er löst, reinigt und stärkt!“

Die Apothekerin erläuterte in der folge die Zusammensetzung von Honig. An essenziellen Mineralstoffen und Spurenelementen finden sich im Honig Calcium, Silizium, Magnesium (B6), Chlorid, Zink, Chrom (Insulin), Kupfer (Vitamin C), Phosphor, Kalium, Natrium, Mangan (B1) und Eisen (Vitamin C). In sich haben es auch die Eiweiße im Honig.

Auf großes Interesse stieß der Fachvortrag „Honig, seine Inhaltsstoffe und seine Verwendung“ von Apothekerin und Heilpraktikerin Corinna Stoiber.
Auf großes Interesse stieß der Fachvortrag „Honig, seine Inhaltsstoffe und seine Verwendung“ von Apothekerin und Heilpraktikerin Corinna Stoiber. Foto: Gruber

Trotz des geringen Anteils seien die Aminosäuren Prolin für die Hämoglobinsynthese wichtig, Phenylalanin und Tyrosin für Adrenalin und Noradrenalin, die aminosäureähnlichen Stickstoffverbindungen Cholin für das Enzymsystem der Leber und den Fettabbau sowie Acetylcholin für Blutdrucksenkung und Gedächtnis. Um die wertvollen Substanzen im Honig zu bewahren sollte Honig zum Schutz der Inhibine und Vitamine dunkel aufbewahrt werden. Kühl lagern sei wichtig für den Enzyme- und Vitaminerhalt. Honig sollte immer gleich wieder verschlossen werden, denn er ist hygroskopisch und kann Wasser schon aus der Luftfeuchtigkeit ziehen.

Stoiber bestätigte dem Honig auch bei äußerlicher Anwendung eine positive Wirkung für die Haut und widerlegte den oft erhobenen Vorwurf „Honig macht dick“. Honig fördere auch keine Zahnbelagbildung, denn er haftet schlecht an Zähnen. Schon 2007 belegte in Österreich eine Studie zum Immunsystem mit Honig bei Gesunden, dass die sogenannten freien Radikale sinken und das Immunsystem gestärkt werde.

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